Familie
Digitalisierung: Vor- und Nachteile für die Entwicklung von Kindern

Kinder und Jugendliche lernen in Zeiten der Globalisierung schnell den Umgang mit Digitalen Medien, zu denen Smartphones, Tablets, Computerspiele und das Internet zählen. Statistiken zeigen, dass bereits in jungen Jahren der Zugang zu Internet, Smartphone und Computer sehr weit verbreitet ist und bereits 45% der 12-13 Jährigen am wenigsten auf Computer und Internet verzichten können.

Donnerstag, 25.09.2014, 09:09 Uhr

Familie : Digitalisierung: Vor- und Nachteile für die Entwicklung von Kindern
Foto: Modelfoto: colourbox.de

Sogar 46% der 4-5 Jährigen spielen mehrmals die Woche Online- und Konsolen Games. Mehr als die Hälfte der Kinder im Alter von 6-11 Jahren nutzen die Spielekonsole mehrmals die Woche. Auch haben Statistiken gezeigt, dass der frühe Umgang mit den Neuen Medien in Abhängigkeit zu den Eltern steht und diese selbst oft versierte Nutzer von Neuen Medien sind. In fast jedem Haushalt, besitzen die Eltern selbst ein Smartphone, einen Laptop/Computer, einen Internetzugang oder eine Spielekonsole. So überrascht es nicht, dass unter den 10-13 Jährigen über 60 % bereits selbst einen Laptop oder Computer besitzen. Viele Eltern erlauben ihren Kindern bereits in den ganz frühen Jahren den regelmäßigen Internetzugang, wenn auch mit Einschränkung. 

Der Einfluss der Digitalisierung auf die Entwicklung des Kindes

Die zunehmende Digitalisierung hat die Lebensrealität von Kindern in den letzten 20 Jahren von Grund auf verändert und hat bereits in die Welt der Kleinsten Einzug erhalten. Der Großteil der Kinder und Jugendlichen hat den Umgang mit den Digitalen Medien bereits verinnerlicht. Sogar Kindergärten nutzen sie zunehmend als Erziehungshilfe. Dazu gehören Edutainment Softwares, bei denen sie den Umgang mit der Maus und Bildschirmbuttons erlernen, sowie spezielle „Kiddie Sites“ auf denen sie anhand von Videoclips spielerisch lernen.

Ein Beispiel hierfür ist die Lernplattform Scoyo, die das digitale Lernen in einem werbefreien Raum ermöglicht. Online Spiele, Videos und Lernspiele werden in der Altersklasse von 6-13 am häufigsten genutzt. Zu den beliebtesten Webseiten der 10-12 Jährigen gehören Portale wie Youtube und soziale Netzwerke, wie Facebook. Alarmierend dürfte jedoch für Eltern die Statistik sein, dass mindestens die Hälfte der Kinder und Jugendlichen bis 13 Jahre ein eigenes Profil in sozialen Netzwerken, wie Facebook, angelegt hat. Die meisten Kinder und Jugendlichen geben dabei nicht nur ihre Hobbies an, sondern auch sensible Daten, wie den richtigen Namen, den Wohnort und das Geburtsdatum.

Mediennutzung der Kinder richtig einschätzen

Digitale Medien spielen in der heutigen Welt und Gesellschaft eine immer größere Rolle. Zwar nutzen viele Kinder und Jugendliche bereits Smartphones, Internetzugang, Online Videos, Spiele und soziale Netzwerke zur Kommunikation, jedoch ist es sehr wichtig, dass die Medienkompetenz von Kindern kontinuierlich gestärkt und gefördert wird. 

Das heißt, dass Kinder wissen sollten, was sie im Internet erwartet, welche Gefahren lauern können und wie sie sich richtig zu verhalten haben. Es ist unumstritten, dass Kinder durch Digitale Medien nicht nur zeitgemäß, sondern auch hoch motiviert und effektiv lernen. So ermöglichen es die interaktiven Inhalte und individuell angepassten Lernangebote, den Schulstoff mit alltagsrelevanten Beispielen und Geschichten zu verdeutlichen und somit den Lernstoff besser im Gehirn zu verankern. 

Die zumeist vorhandenen Besten-Listen motivieren zudem die Kinder weiter zu machen, um noch besser zu werden. Kinder und Schüler lernen immer schneller den Umgang mit Digitalen Medien und brauchen daher auch die Unterstützung der Eltern, da Kinder verschiedene Grundvoraussetzungen und Interessen haben. Der sogenannte Scoyo Test soll eine Orientierung im Bereich Mediennutzung und Medienerziehung geben. Der Medienkompetenztest basiert auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und machte eine Typisierung der Mediennutzung des eigenen Kindes möglich.

Durch Fragen bezüglich der Häufigkeit der Nutzung Digitaler Medien wie Computer, Tablet, Laptop, Online Games, soziale Netzwerke und Smartphones aus Sicht der Eltern, aber auch aus der Sicht der Kinder selbst, sowie Fragen zur Erkennung bestimmter Gefahren und kindgerechter Online Angebote, kann der Test anhand von Fragen wie: Kann ihr Kind ein Touchscreen benutzen? Kennt es die wesentlichen Funktionen bestimmter Neuer Medien? Wie häufig benutzt ihr Kind diese Medien? Kann es Werbung von anderen Inhalten unterscheiden?, eine relativ gute Beschreibung ihres Kindes bezüglich seiner Kompetenz erstellen.

Im Anschluss an den Medienkompetenztest von Scoyo erfolgen zudem noch hilfreiche Empfehlungen für die Eltern, wie sie die Medienkompetenz ihres Kindes aufbauen bzw. verbessern können. So verweist der Test auch darauf, dass es sehr wichtig sei, dass die Eltern Interesse an den Neuen Medien ihrem Kind gegenüber zeigen, um so einen Überblick zu behalten. Welche Apps nutzt mein Kind und was sind die aktuellen Neuheiten auf dem Markt? Zudem ist es besonders wichtig, dass Eltern ihre Kinder am Anfang in die neue Medienwelt begleiten, mit ihnen gemeinsam Accounts öffnen oder Profile in sozialen Netzwerken erstellen, um die Kinder zeitgleich auf Gefahren hinweisen zu können. Ein weiterer wichtiger Aspekt beruht auf den Erfahrungen, die das Kind bereits im Internet gemacht hat. Wichtig ist es, als Eltern nachzufragen um den Überblick nicht zu verlieren und gleichzeitig als Vorbild agieren zu können. 

Der direkte Einfluss der Neuen Medien auf die Entwicklung des Kindes

Es ist zwar klar, dass die häufige Nutzung digitaler Medien einen direkten Einfluss auf die kindliche Entwicklung hat, jedoch ist bisher noch der Grad der Beeinflussung dieser neuen Medien, besonders auf die Entwicklung der Intelligenz und der sprachlichen Fähigkeiten, umstritten. Ein Problem, das viele Wissenschaftler sehen, ist die Vermenschlichung des Computers durch die Vorschulkinder. 

Diese neigen oft dazu, den Computer als lebendiges Wesen zu betrachten und zu erkennen, dass dieser seelenlos und nicht in der Lage ist, sich selbst zu steuern. Somit sind im Vergleich zu anderen Spielsachen freie Rollenspiele in Interaktion mit dem Computer nicht möglich, dabei sollen freie Spiele den Kindern dabei helfen, sich in fremde Situationen hinein zu versetzen und ihre Soft Skills zu schulen. 

Dennoch sehen Wissenschaftler in der Nutzung Digitaler Medien auch klare Vorteile für die Entwicklung des Kindes. Die stark verbreitete Präsenz der neuen Medien soll vor allem die Fähigkeit zur Verarbeitung visueller Informationen steigern. Das kann zum Beispiel besonders gut bei sogenannten 3-D Spielen deutlich gemacht werden, bei dem der Spieler nur einen gewissen Ausschnitt aus seiner Spielumgebung zu sehen bekommt, anhand seiner kognitiven Fähigkeiten jedoch, die einzelnen Bruchstücke zu einem Gesamtbild zusammenfügt. Kinder, die sich in das Spiel und Geschehen auf dem Bildschirm voll und ganz verankern, fördern vor allem ihre Konzentrationsfähigkeit bis aufs Äußerste und erzielen durch längeres und wiederholtes Spielen einen guten Trainingseffekt. Spiele am Computer können also nicht nur die Konzentrationsfähigkeit verbessern, sondern auch die Abstraktionsfähigkeit und das logische Denken. Oft fehlen hingegen Eigenschaften wie eine ausgiebige Fantasie und Kreativität, sowie Feinsinnigkeit und Sensibilität.

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