In 7 Schritten zur guten Bonität
Wie verbessert man seinen Bonitätsscore?

Bonität, ein Begriff, mit dem man Kreditvergaben, Wohnungssuche und die SCHUFA assoziiert. Aber was genau sagt die Bonität und der Bonitätsscore eigentlich über eine Person aus und kann man sie aktiv verbessern?

Dienstag, 09.05.2017, 13:05 Uhr

In 7 Schritten zur guten Bonität : Wie verbessert man seinen Bonitätsscore?
Foto: Colourbox.de

Das Thema Bonität weckt in der Regel stets dieselben Assoziationen – Banken prüfen die Bonität vor Kreditvergaben und Vermieter oder Hausverwaltungen verlangen eine Bonitätsauskunft, um sich vor Zahlungsausfällen zu schützen. Bekanntester Auskunftgeber über die Kreditwürdigkeit deutscher Bürger ist die SCHUFA Holding GmbH gefolgt von der zweitgrößten Auskunftei Deutschlands Creditreform Boniversum. Soviel zum allgemein bekannten Wissen. Neben der SCHUFA und der Creditreform gibt es noch drei weitere große Wirtschaftsauskunfteien, die Bonitätsscores ermitteln und somit die Kreditwürdigkeit der Bürger versuchen einzuschätzen.

Wofür wird der Bonitätsscore überhaupt benötigt?

Mit dem Score wird die Kreditwürdigkeit eines Vertragspartners ermittelt. Dadurch versuchen sich Kreditinstitute, aber auch kleinere Händler wie Online-Shops, Dienstleister oder Stromanbieter so gut wie möglich abzusichern und vor Zahlungsausfällen zu schützen.
Der Bonitätsscore ist im Grunde ein Wahrscheinlichkeitswert, der sich aus den vorliegenden Bonitätsdaten zusammensetzt und die Wahrscheinlichkeit eines Zahlungsausfalles einschätzt. Ist die Bonität niedrig, so ist auch der Scorewert klein.

Woraus bildet sich der Bonitätsscore?

Woraus genau sich der Bonitätsscore eines jeden einzelnen zusammensetzt, ist ein streng gehütetes Geschäftsgeheimnis jeder Auskunftei und wird durch mathematisch-statistische Verfahren ermittelt. Gerade durch diese Undurchsichtigkeit ist der Bonitätsscore für viele ein Mysterium. Fakt ist, dass Negativmerkmale wie etwa Inkassoverfahren, Vollstreckungsbescheide und Insolvenzverfahren der Bonität erheblich schaden. Aber auch kleinere finanzielle „Vergehen“ wie wiederholt unpünktliche Zahlungen, ein hoher Dispokredit oder mehrere parallel laufende Kredite schaden dem Bonitätsscore. Da die Auskunfteien nicht zu jedem einzelnen Bürger sämtliche Daten gespeichert haben, kommen noch allgemeine Personendaten hinzu. Zu solchen Basiswerten gehören der Name, das Geschlecht, das Geburtsdatum, die Anschrift und die Wohndauer beziehungsweise Häufigkeit der Wohnortwechsel. Bei Kreditvergaben spielt außerdem die Dauer des Arbeitsverhältnisses eine Rolle. Mithilfe solcher Daten werden statistische Vergleichsgruppen geschaffen, anhand derer dann die Bonität einer Person berechnet wird, über die sonst keine weiteren aussagekräftigen Daten vorliegen.  

Aber wie genau kann man seinen Bonitätsscore verbessern?

Den Score und somit seine Bonität aktiv verbessern, ist tatsächlich möglich:

1. Bewusstsein über eigene Bonität wecken

Wer seine Bonität kennt und regelmäßig prüft, ist klar im Vorteil und kann sich auf zukünftige Kreditverhandlungen besser vorbereiten. Laut §34 des Bundesdatenschutzgesetzes hat jeder Bürger einmal jährlich das Recht auf eine kostenlose Selbstauskunft. Anhand dieses Dokuments sieht er genau, welche Daten über ihn gespeichert wurden und kann sie falls notwendig korrigieren lassen. Tatsächlich sind ein Drittel aller Bonitätsdaten fehlerhaft, unvollständig oder veraltet, was dazu führen kann, dass die Bonität zu Unrecht schlecht bewertet wird und im schlimmsten Fall sogar Vertrags- oder Kreditverhandlungen negativ beeinflusst.. Die eigene Bonitätsauskunft regelmäßig zu überprüfen, ist also sehr wichtig. Selbstauskünfte einzuholen, hat übrigens keinen Einfluss auf die Bonität.

2.  Rechnungen immer pünktlich zahlen

Alle Rechnungen immer pünktlich zu zahlen, beweist Verantwortungsbewusstsein und Zuverlässigkeit und wirkt sich positiv auf den Bonitätsscore aus.

3. Ungenutzte Konten und Kreditkarten kündigen

Eine übersichtliche Anzahl an Kreditkarten und Konten signalisiert geordnete Finanzen. Mit jedem Girokonto steigt das Risiko auf hohe Dispokredite.

4. Die Löschfristen im Blick haben

Sollte es jemals zu einem Negativmerkmal kommen, wirkt sich das negativ auf die Bonität aus. In diesem Fall gilt: Schulden schnell zurückzahlen, die Löschfristen der Auskunfteien im Blick behalten und nach Ablauf der Frist von allen Auskunfteien prüfen, ob der Eintrag aus der Bonitätsauskunft auch tatsächlich entfernt wurde.

5. Umschulden = laufende Kredite zusammenführen

Eine Umschuldung verschafft nicht nur eine gute Übersicht über die eigenen Finanzen, sondern hilft auch der Bonität. Bei laufenden Dispokrediten lassen sich sogar kräftig Zinsen sparen. Die Neuverhandlung der Konditionen und der neue Rückzahlungsplan werden an die finanzielle Situation angepasst, Zahlungsausfälle reduziert und somit hebt sich auch der Bonitätsscore.

6.  Bei Kreditverhandlungen auf Konditionsanfragen bestehen

Interessiert man sich bei einer Bank für ein bestimmtes Kreditangebot, prüft die Bank immer noch einmal selbst die individuelle Bonitätsauskunft. Wichtig ist es in diesem Fall, immer auf den Vermerk Konditionsanfrage (KK) zu bestehen. Diese ist nämlich im Gegensatz zur Kreditanfrage bonitätsneutral.

Wer sich aktiv informiert, Rechnungen pünktlich zahlt und mit Bedacht an das Thema Bonität herangeht, kann seinen Bonitätsscore schnell verbessern. Relevant werden solche Punkte immer dann, wenn man finanzielle Investitionen erledigen möchte und seine Kreditwürdigkeit nachweisen muss. Sich schon einige Zeit vorher mit seinem Bonitätsscore auseinanderzusetzen, ist also von großem Vorteil und kann auf lange Sicht dabei helfen, Geld zu sparen. Kostenfreie Einsicht in den eigenen Score erhält man auf bonify.de.

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