Finanzen
Brauchen Selbstständige ein Geschäftskonto?

Ist es für GründerInnen und UnternehmerInnen sinnvoll oder überflüssig, ein separates Geschäftskonto zu haben? Diese Frage stellen sich viele am Anfang und auch im späteren Verlauf der Selbstständigkeit. Eine gesetzliche Verpflichtung zu einem speziellen Geschäftskonto besteht nicht. Das gilt zumindest für Einzelunternehmen oder Personengesellschaften. Eine GmbH, eine UG oder eine AG müssen hingegen ein spezielles Firmenkonto einrichten, daran führt kein Weg vorbei.

Dienstag, 09.10.2018, 11:39 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 09.10.2018, 04:32 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Dienstag, 09.10.2018, 11:39 Uhr
Finanzen: Brauchen Selbstständige ein Geschäftskonto?
Unternehmen brauchen auf jeden Fall ein Bankkonto, die Frage ist oft: Muss es ein separates Geschäftskonto sein? Foto: Pixabay © geralt (CC0 Creative Commons)

Saubere Trennung von privat und Geschäft

Den geschäftlichen Zahlungsverkehr können UnternehmerInnen ohne Weiteres auch über ihr privates Girokonto abwickeln. Das kann jeder selbst entscheiden, sofern die Richtlinien der Bank dem nicht entgegenstehen. Denn es gibt Banken, die es verbieten, den geschäftlichen Zahlungsverkehr über das private Bankkonto abzuwickeln. Es sollte aber gut überlegt sein. Am Jahresende, wenn die Steuererklärung ansteht, heißt es, alle geschäftlichen Transaktionen sauber von den privaten zu trennen. Das kann nicht nur sehr zeitaufwendig werden, sondern auch ziemlich unprofessionell wirken. Da empfiehlt es sich, sich direkt eine Bank für das Geschäftskonto zu suchen. Es lohnt sich wirklich, sich darüber bei verschiedenen Banken zu informieren. Einen entsprechenden Geschäftskontovergleich gibt es hier. Für junge UnternehmerInnen gibt es Banken mit besonders günstigen Konditionen, bis hin zum komplett kostenfreien Girokonto.

Es kann eine Kostenfrage sein

Bei manchen Banken besteht die Möglichkeit, einfach ein sogenannten Subkonto zum bereits bestehenden Konto zu eröffnen. Ob es sinnvoller ist, ein weiteres Girokonto, ein Unterkonto oder doch ein eigenes Konto für die geschäftlichen Bankgeschäfte zu eröffnen, hängt für viele von den Kosten ab. Bei der Wahl des richtigen Kontos gilt es einiges zu bedenken. Da sind zum einen die direkten Kosten, also die Kontoführungsgebühr sowie die Gebühren für Transaktionen. In manchen Branchen muss ein Geschäftskonto sehr flexibel sein. Beispielsweise benötigen Selbstständige auch dann Liquidität, wenn die Kunden verspätet zahlen. So kann ein Konto schnell einmal in die roten Zahlen rutschen, manchmal auch über den vereinbarten Dispositionsrahmen hinaus. Dabei entstehen dann natürlich höhere Zinszahlungen. Die Bank toleriert zwar die Überziehung, lässt sich das allerdings mit einem wesentlich höheren Zinssatz bezahlen. Das geht ins Geld und zehrt nachhaltig die Gewinne auf. Hier sollten UnternehmerInnen bei der Planung lieber etwas großzügiger sein und den Dispokreditrahmen etwas weiter fassen. Weitere Fragen zu Dispositionskredit und Überziehung beantwortet die BaFin – Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht – hier.

Darauf sollten Selbstständige achten

Die Frage lautet: Was macht ein wirklich gutes Girokonto aus? Diese Frage gilt eigentlich grundsätzlich bei der Auswahl einer Bank, auch im privaten Bereich. Es existieren primäre Kostenfaktoren, wie die Grund- oder Kontoführungsgebühren, Kosten für Kontobewegungen, also beispielsweise Überweisungen, Lastschriften sowie Daueraufträge, und natürlich die Zinsen für eine eventuelle Überziehung des Kontos. Wird für jede einzelne Transaktion eine Gebühr fällig, kann sich das schnell zur Kostenfalle entwickeln. Somit kann ein Konto mit einer etwas höheren Grundgebühr unter Umständen günstiger sein, wenn die Kontobewegungen gratis sind. Die Nebenkosten sollten ebenfalls kalkuliert werden. Kosten für die Ausstellung der Giro- oder Kreditkarte oder für den Versand der Kontoauszüge summieren sich über das Jahr in der Regel auch. Weniger wichtig, aber dennoch nicht zu vernachlässigen ist die Guthabenverzinsung. Sie ist im Girobereich minimal, aber bei vielen Banken gibt es überhaupt keine Zinsen für das Guthaben.

Für Ausstellung und Versand von Kontokarten fallen meistens Gebühren an.

Für Ausstellung und Versand von Kontokarten fallen meistens Gebühren an. Foto: Pixabay ©AKuptsova (CC0 Creative Commons)

Weitere Gründe für ein separates Geschäftskonto

Jeder Selbstständige muss Steuern bezahlen. Bei der Steuerverwaltung ist ein Konto für eventuelle Abbuchungen und Erstattungen anzugeben, das ist von großer Bedeutung. Auf diesem Konto sollten sämtliche Anteile aus Umsatz- und Einkommensteuer gesammelt werden, sodass bei Fälligkeit der Steuerzahlung das Geld auch tatsächlich vorhanden ist. Die Steuerbehörde ist insbesondere bei Umsatzsteuerzahlungen nicht besonders gnädig. So können schnell finanzielle Schwierigkeiten entstehen, wenn das Konto leer ist oder Nachzahlungen nicht richtig kalkuliert waren. Es kann hilfreich sein, ein Tagesgeldkonto einzurichten, um das Geld dort zu deponieren. Was Unternehmer im Zusammenhang mit Vor- und Umsatzsteuer wissen müssen, ist hier beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie erklärt.

Bei Fälligkeit der Umsatzsteuer ist das Finanzamt nicht sehr gnädig.

Bei Fälligkeit der Umsatzsteuer ist das Finanzamt nicht sehr gnädig. Foto: Pixabay © stevepb (CC0 Creative Commons)

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6110945?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F198%2F711292%2F711820%2F
Magen-Darm-Probleme: 16 Personen auf Ferienfreizeit erkrankt
Gesundheitsamt sucht Ursache: Magen-Darm-Probleme: 16 Personen auf Ferienfreizeit erkrankt
Nachrichten-Ticker