Finanzen
Vorsicht vor Bitcoin Betrug im Namen der Höhle der Löwen

Konnte man in der Gründershow „Die Höhle der Löwen“ sein Produkt präsentieren und sogar ein Jury-Mitglieder als Investor gewinnen, so ist das eine recht gute Werbung - schlussendlich wird jede Folge von rund drei Millionen Menschen gesehen. Doch die Bekanntheit der Sendung nutzen nicht nur die kreativen Köpfe, sondern auch Betrüger, die Internetnutzer mit gefälschten Anzeigen wie auch „fabricated content“ auf die falsche Spur locken wollen.

Mittwoch, 20.03.2019, 09:55 Uhr aktualisiert: 20.03.2019, 10:06 Uhr
Finanzen: Vorsicht vor Bitcoin Betrug im Namen der Höhle der Löwen
Fake-Anzeigen werden zu einem immer größerem Problem. Foto: Pixabay.com / TheDigitalArtist

Nur heiße Luft

In den meisten Fällen gehen die Ersteller von Werbeanzeigen folgendermaßen vor: Auf Facebook wird ein Beitrag gepostet, in dem extrem reißerisch auf ein Produkt hingewiesen wird, das schon bei der Sendung „Die Höhle der Löwen“ präsentiert wurde - die Produkte heißen „Bitcoin Revolution“, „Horlaxen“ oder auch „Herzolex“. Natürlich werden die Anzeigen mit Fotos aus der Sendung geschmückt, sodass man plötzlich Judith Williams oder auch Frank Thelen zu Gesicht bekommt, die somit indirekt für die Anzeige werben.

In der Überschrift mag zwar vom „größten Deal“ die Rede sein, am Ende befindet sich hinter derartigen Anzeigen aber kein Produkt, das einmal in einer Episode von „ Die Höhle der Löwen “ präsentiert wurde. Den Machern derartiger Werbeanzeigen geht es nämlich nur darum, dass man Menschen auf die Internetseite lockt, um ihnen in weiterer Folge das Geld aus der Tasche zu ziehen.

Wer selbst immer wieder derartige Anzeigen zu Gesicht bekommt, sollte diese als „Spam“ markieren. Somit steigt zumindest die Wahrscheinlichkeit, dass der Betrag nicht noch mehr Facebook-Nutzern angezeigt wird.

Es gab nie einen Deal

Eine der bekanntesten Fake-Anzeigen befasst sich mit einer Trading-Plattform, die in der Sendung präsentiert wurde und besonders gut ankam. „Der beste Deal in der Geschichte der Sendung“ - doch die Trading-Plattform war nie Teil einer „Die Höhle der Löwen“-Folge.

So fand das Medienportal „Meedia“ heraus, dass es den Deal nie gab. Die „Erfinder“, die angeblich in der Sendung waren und die Plattform präsentierten, sind zudem frei erfunden - auch alle Zitate, die angeführt werden, wurden so nie gesagt.

Am Ende gibt es hier nur die Trading-Plattform. Klickt man auf die Anzeige, so wird man sofort auf die Plattform weitergeleitet, auf der sodann hohe Gewinne versprochen werden: So genügen gerade einmal 200 Euro, um in sieben Tagen reich zu werden - doch auch das ist natürlich ein falsches Versprechen.

Woran erkennt man „fabricated content“?

Jedoch sind es nicht nur Bitcoin-Trader, die versuchen, den Erfolg der Serie für sich arbeiten zu lassen - so gab es immer wieder Anzeigen über Anti-Falten-Cremes oder auch Diätpillen, die die Jury-Mitglieder begeisterten. Am Ende wurde aber auch hier schnell klar, dass derartige Produkte nie in der Sendung präsentiert wurden.

Derartige Anzeigen finden sich immer wieder bei Facebook oder auch auf der Seite von „Zeit online“. Dabei will man nicht nur mit reißerischen Überschriften locken, sondern auch das Gefühl vermitteln, es handle sich tatsächlich um einen Artikel von einer Nachrichtenseite.

Aufgrund der Tatsache, dass das Design sehr wohl an richtige Nachrichtenseiten angelehnt ist, könnte durchaus der Eindruck entstehen, es handle sich um einen Text, der von einem Journalisten geschrieben und von der Redaktion als für in Ordnung empfunden wurde. In der Fachsprache nennt man derartige Texte, die frei erfunden sind, übrigens „fabricated content“.

Wo ist das Impressum?

Doch wie erkennt man die kommerziellen Fake News oder gefälschte Anzeigen?

Handelt es sich um eine Anzeige, so muss diese erkennbar sein - das bedeutet, es muss eine Abgrenzung von redaktionellen zu anderen Inhalten geben, die sich auf der Plattform, etwa Facebook, befinden. Bei Facebook befindet sich unterhalb der Überschrift das Wort „Gesponsert“, bei einer Nachrichtenseite wird irgendwo „Anzeige“ stehen. 

Klickt man dennoch auf den Artikel und landet sodann auf der Produktseite (oder Trading-Plattform), ist es ratsam, nach weiteren Indizien Ausschau zu halten, die womöglich dafür sprechen, dass man besser die Finger von der Seite lassen sollte. So etwa, wenn sich keine Informationen zum Datenschutz finden oder auch kein Impressum vorhanden ist.

Wer unsicher ist, ob es sich um ein seriöses Produkt handelt, kann mitunter auch im Internet nach Erfahrungsberichten suchen.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6483973?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F198%2F711292%2F711820%2F
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