Finanzen
Finanzielle Engpässe geschickt überbrücken – so geht’s

Nicht nur, doch gerade bei Familien kommen finanzielle Engpässe immer mal wieder vor. Sei es, weil gerade mehrere Geräte auf einmal einen Defekt aufweisen, das Auto kaputtgeht oder aber, weil zu allem Überfluss auch noch die Klassenfahrt bezahlt werden muss. Unter dem Strich werden nun Rechnungen fällig, doch das Geld ist knapp. Aber was können betroffene Familien tun, um weder in Verzug zu geraten, noch echte Probleme zu erhalten, den Lebensunterhalt zu bestreiten? Dieser Artikel gibt einige Tipps.

Mittwoch, 03.04.2019, 09:42 Uhr aktualisiert: 03.04.2019, 09:46 Uhr
Finanzen: Finanzielle Engpässe geschickt überbrücken – so geht’s
Innerhalb einer Familie, kann es oftmals ganz schön teuer werden! Foto: Unsplash.com / Priscilla Du Perez

Kurzfristige Finanzierungen

Sie sind immer dann nützlich, wenn das Ende der finanziellen Misere in Sicht ist, aber die Rechnungen nicht weiter aufgeschoben werden können. Wurden auf einen Schlag mehrere Reparaturen fällig, steht aber bald das sichere Urlaubsgeld an, sind diese Optionen ideal. Einige Möglichkeiten:

-      Minikredit – wie der Name schon vermuten lässt, handelt es sich um geringe Kreditsummen, die meist nicht mal die 1.500 Euro übersteigen. Je nach Anbieter sind die Kredite zudem auf eine kurze Laufzeit ausgelegt: Drei Monate sind das Maximum. Dafür lohnen sie sich jedoch, denn auch wenn die Zinsen höher als bei typischen Krediten liegen, fallen sie aufgrund der kurzen Laufzeit kaum ins Gewicht. Die Kredite lohnen sich für alle, die a) wissen, dass ein Geldeingang in der Höhe ansteht oder b) zwar eine Summe auf drei Raten, nicht aber auf einen Schlag zahlen können.

-      Konsumentenkredit – auch diese gibt es mit geringen Summen. Der Vorteil an dieser Variante ist, dass die Laufzeit länger ist und somit auch nicht so hohe Raten gezahlt werden müssen. Über Vergleiche im Internet finden Familien sehr günstige Angebote, die teils gar Minuszinsen ausweisen. Doch Vorsicht: Die Vergleichsübersicht sagt nicht immer die tatsächlichen Kosten. Der Zinssatz wird nach der eigentlichen Anfrage berechnet, denn hierzu ist eine Abfrage der Bonität notwendig.

-      Dispokredit – die meisten Menschen haben automatisch den Dispokredit auf dem Konto, der auch als geduldete Überziehung bekannt ist. Für sehr kurzfristige Engpässe kann der Dispo durchaus genutzt werden, doch sollte er so schnell wie nur möglich ausgeglichen werden. Die Zinsen für den Überziehungskredit sind oft höher als die anderer Kredite. Zudem ist es für viele Menschen schwer, wieder aus den »roten Zahlen« herauszukommen. Wer schon länger im Dispo ist, der sollte wirklich über einen Konsumentenkredit nachdenken und diesen nicht nur für den finanziellen Engpass nutzen, sondern auch dazu, den Dispo endlich auszugleichen.

Generell ist es für viele Bürger einfacher, einen Ratenkredit abzubezahlen, als einen Dispokredit. Wer zudem bereits einen negativen SCHUFA-Eintrag oder ähnliche Negativeinträge bei Auskunfteien aufweist, dürfte kaum eine herkömmliche Finanzierung erhalten. Wenn dringend Geld benötigt wird, kann ein Kredit ohne Schufa  eine interessante Lösung darstellen. Solche Darlehen sind jedoch nur zur Überbrückung von Liquiditätsengpässen geeignet.

Wo lässt sich schnell Geld einsparen?

Hin und wieder gelingt es auch, finanzielle Engpässe mit Einsparungen auszugleichen. Die Grundlage ist natürlich, dass die Zahlungsverpflichtung sich nur auf einen geringen Betrag bezieht und dass überhaupt Spielraum gegeben ist. Einige Ideen:

-      Wocheneinkauf – beim Einkauf lässt sich durchaus Geld sparen, was wiederum genutzt werden kann, um der Zahlungsverpflichtung nachzukommen. Natürlich sollte nun niemand den halben Monat von Toast und Nudeln leben, doch wer nun gezielt mit einer Liste einkaufen geht und zugleich die Preise vergleicht, nicht zu Markenartikeln greift und ausschließlich kauft, was unbedingt benötigt wird, der spart einen guten Betrag.

-      Auto – hier kann über das Tanken gespart werden. Wer allgemein weniger fährt und lieber das Auto stehen lässt, der kann sich nun zusätzliche Euro ersparen. Freilich funktioniert dies nur in städtischen Gebieten und ist für Pendler keine akzeptable Lösung. Die kurzfristige Anschaffung von Fahrkarten käme am Ende mindestens auf denselben Betrag.

-      Unternehmungen – gerade mit Kindern ist das natürlich schwierig, doch wer unbedingt sparen muss, der sollte überlegen, welche Freizeitaktivitäten aktuell durchgeführt werden müssen. Sind Ausflüge geplant? Die können durchaus nach hinten geschoben werden. Zudem gibt es in jeder Region unzählige Ausflugsangebote, die kaum etwas oder gar nichts kosten. Wie wäre es mit einem Besuch im städtischen Tiergarten?

Auf der anderen Seite ist mit dem finanziellen Engpass auch die Zeit gekommen, um überflüssige Güter abzugeben. Sind die Kinder nicht schon aus zig Kleidungsstücken herausgewachsen? Wer einmal die Schränke ausräumt und etliche der Gegenstände abgibt, die ohnehin nicht gebraucht werden, der schafft nicht nur Platz, sondern kann auch noch Geld dafür erhalten. Viele Second-Hand-Läden geben gerade für Kleidung gerne einige Euro.

Finanzielle Reserve für die Zukunft aufbauen

Die beste Möglichkeit, mit einem finanziellen Engpass umzugehen, ist die, es gar nicht zu diesem kommen zu lassen. Doch gerade Familien mit Kindern haben oft nicht die Einkünfte, dass sie größere Beträge einsparen können. Dennoch gilt auch hier:

-      Monatsanfang – jeden Monatsanfang sollte ein fester Betrag auf ein zusätzliches Konto, Sparbuch oder Tagesgeldkonto überwiesen werden. In der Regel gelingt es jedem, zumindest 20,00 Euro zu überweisen. So baut sich der Notgroschen zwar langsam auf, aber stetig.

-      Verträge überdenken – wann wurde zuletzt ein Vertragsvergleich für Handy, Strom oder die Kfz-Versicherung durchgeführt? Wenn möglich, sollte in einen günstigeren Tarif gewechselt werden. Die Einsparung wird nun ebenfalls aufs Sparkonto übertragen. Im Endeffekt fällt das Sparen so gar nicht auf.

-      Haushaltsbuch – auch die Führung eines Haushaltsbuchs hilft beim Ansparen eines Notgroschens. Das Haushaltsbuch zeigt, wenn gut geführt, auf, wofür unnütze Gelder ausgegeben werden und in welchen Bereichen durchaus ein Einsparpotenzial vorliegt.

In der Regel wird gesagt, dass jeder Haushalt einen Notgroschen von drei bis sechs Monatsausgaben besitzt. Drei Monate sollte tatsächlich jede Familie ansparen. Wer gleichzeitig die Kosten reduziert, der benötigt natürlich wiederum weniger, da die Kostenlast schließlich sinkt.

Groschen

Der sprichwörtliche Notgroschen kann helfen, in Zukunft keine prekären Finanzsituationen mehr zu erleiden – hier zahlt sich Beharrlichkeit aus. Foto: Pixabay.com / Olichel

Fazit – auf Vermeidung sparen

Selbstverständlich bieten Mini- oder Ratenkredite ebenso wie der Dispo eine gute Option, um einen finanziellen Engpass schnell aus der Welt zu schaffen. All diese Optionen kommen jedoch wieder mit Kosten einher, denn ein Kredit muss in der Folge abbezahlt werden, wodurch das verfügbare Guthaben sinkt. Daher ist es sinnvoll, monatlich Geld beiseite zu legen und gleichzeitig zu schauen, in welchen Bereichen Einsparungen möglich sind. Der angesparte Notgroschen dient dabei nicht allein als finanzielles Polster, er beruhigt auch die eigenen Sorgen. Wer weiß, dass er notfalls Geld in der Hinterhand hat, der ist in brenzligen Situationen wesentlich weniger gestresst und kann der Zukunft beruhigter entgegensehen.

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