Finanzen
Wie die Deutschen zu Bitcoin stehen

Der Deutsche liebt sein Sparbuch, sein Tagesgeld- und auch sein Festgeldkonto. Er mag es, wenn alles nach Plan läuft - frei von Schwankungen und somit auch vollkommen unaufgeregt und ruhig. Dass die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (kurz: EZB) dem Sparer hier einen Strich durch die Rechnung gemacht hat, scheint den Deutschen nicht einmal zu stören. Anders kann man sich die Liebe zu den traditionellen Produkten und die Ablehnung gegenüber Aktien wie Fonds nicht erklären.

Freitag, 26.04.2019, 10:48 Uhr aktualisiert: 26.04.2019, 10:56 Uhr
Finanzen: Wie die Deutschen zu Bitcoin stehen
Kryptowährungen erfreuen sich momentan wieder wachsender Beliebtheit. Foto: Pexels.com / Jason Appleton

Doch wie sieht es aus, wenn es um den Bitcoin geht? Eine Umfrage, die Ende 2018 durchgeführt wurde, gibt einen recht guten Einblick, ob der Deutsche ein Fan von Kryptowährungen ist oder nicht. Die Antworten sind nicht gerade überraschend.

Mehr als die Hälfte haben zumindest gewusst, was eine Kryptowährung ist

Das Team des Marktwächters Finanzen hat 2018 eine Online-Umfrage gestartet, um in weiterer Folge herauszufinden, ob der Deutsche ein Fan der Kryptowährung Bitcoin ist oder nicht.

55 Prozent der Befragten gaben an, den Begriff „Kryptowährung“ zu kennen - interessant war jedoch der Umstand, dass ihn nur jeder dritte Teilnehmer erklären konnte. Rund jeder Zehnte, der wusste, was der Begriff Kryptowährung bedeutet, könnte sich zumindest vorstellen, Geld in den Bitcoin oder in eine andere digitale Währung zu investieren. 11 Prozent waren unentschlossen, 77 Prozent hingegen kritisch und eher ablehnend eingestellt.

Aufgeschlossen waren die jüngsten Teilnehmer der Befragung: 28 Prozent der 18- bis 29-Jährigen gaben an, sich ein Investment vorstellen zu können. Das heißt, die Jungen haben sehr wohl ein Interesse an Produkten, die durchaus als chancenreich bezeichnet werden können.

Die Skepsis überwiegt

Das wohl wichtigste Argument, um Geld in den Bitcoin zu investieren? Die Chance auf Spekulationsgewinne - der Meinung waren zumindest 26 Prozent. 70 Prozent der Befragten, die wussten, was Kryptowährungen sind, gaben zudem an, ein Investment wäre riskant oder sogar sehr riskant. Aber auch diese Einschätzung scheint vom Alter abhängig zu sein: Die 30- bis 39-Jährigen haben die Anlage nur zu 54 Prozent als riskant oder sehr riskant eingestuft.

„Jeder, der sein Geld in den Bitcoin steckt, muss wissen, dass es sich um einen grauen Kapitalmarkt handelt. Es gibt keine Regulierung und es gibt auch keinen Anlegerschutz“, so Wolf Bandes, der Teamleiter von Marktwächter Finanzen. „Wichtig ist, dass man nicht leichtfertig investiert. Jüngere Anleger müssen besonders vorsichtig sein. Schlussendlich reichen die Risiken bis zum Totalverlust, sodass am Ende kein Cent des investierten Geldes übrig bleibt. Auch beobachten wir seit längerer Zeit, dass es in den sozialen Medien zwielichtige Anbieter gibt, die junge Verbraucher anlocken. Man muss also besonders vorsichtig sein.“

Bei Kryptowährungen scheint dasselbe wie beim Mobile Payment zu gelten - die Skepsis überwiegt. Der Deutsche bleibt einfach kritisch, wenn es um neue Möglichkeiten der Bezahlung oder Veranlagung geht.

Folgt bereits 2019 das Comeback des Bitcoin?

Doch wie gefährlich ist ein Investment in den Bitcoin tatsächlich? Befasst man sich mit der Geschichte des Bitcoin, so wird schnell klar, dass es einige Höhen wie auch Tiefen gab. Zu Beginn des Jahres 2017 bewegte sich der Bitcoin im Bereich der 1.000 US Dollar. Zwölf Monate später, also im Dezember, erreichte man fast die 20.000 US Dollar-Marke. 2018 folgte sodann die Talfahrt: Von über 19.000 US Dollar stürzte der Bitcoin auf 8.500 US Dollar (Februar) und sodann auf 3.300 US Dollar (Dezember) ab - innerhalb eines Jahres musste ein Verlust von 80 Prozent verbucht werden.

Mitunter sind es genau solche Geschichten, die am Ende auch dafür sorgen, dass die Deutschen keine Lust auf den Bitcoin haben. Aber Totgesagte leben länger - nun sieht es ganz danach aus, als würde der Bitcoin ein Comeback feiern . Seit geraumer Zeit befindet sich nämlich die Kryptowährung wieder im Aufwind : Von Januar bis April konnte der Bitcoin-Preis von 3.400 US Dollar auf 5.500 US Dollar steigen - folgt man einigen Prognosen, so könnte gegen Jahresende wieder die 20.000 US Dollar-Grenze erreicht werden. Zudem sind auch einige Experten wie auch namhafte Analysten überzeugt, der Bitcoin würde sich gerade erst am Anfang seiner Reise befinden.

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