Finanzen
Nachhaltiges Investment: Diese Gütesiegel können bei der Auswahl helfen

Immer mehr Menschen legen auf einen  verantwortungsbewussten Umgang mit der Umwelt wert. So ist es für viele mittlerweile selbstverständlich geworden, nachhaltig hergestellte Kleidung und Fleisch aus artgerechter Tierhaltung zu kaufen sowie den Plastikkonsum zu reduzieren. Ein Wandel ist auch im Bereich Geldanlagen und Investments spürbar: Anleger suchen zunehmend nach ethisch und ökologisch, aber auch wirtschaftlich unbedenklichen Investitionsmöglichkeiten.

Montag, 12.08.2019, 10:17 Uhr aktualisiert: 12.08.2019, 10:30 Uhr
Finanzen: Nachhaltiges Investment: Diese Gütesiegel können bei der Auswahl helfen
Foto: flickr.com

Wenig verwunderlich ist vor diesem Hintergrund, dass das Anlagevolumen nachhaltiger Investments laut des Forums Nachhaltige Geldanlagen e. V. (FNG) vergangenes Jahr mit etwa 171 Milliarden Euro einen Rekordwert erreicht hat . Insgesamt ist fast jeder zweite Privatanleger heutzutage an nachhaltigen Finanzprodukten interessiert. Das Problem: Bislang ist der Markt der Sustainable Investments etwas unübersichtlich. Zudem wissen viele Anleger nicht, wie sie nachhaltige, sichere Geldanlagen erkennen können. Doch gänzlich auf sich alleine gestellt sind Interessierte dennoch nicht. Gütesiegel und Beratungsgespräche bei den richtigen Ansprechpartnern können Abhilfe schaffen.

Wer sein Geld nachhaltig anlegen möchte, sollte sich im Klaren darüber sein, dass Investitionen in Unternehmen, die etwa der Umwelt schaden, Kinderarbeit fördern oder der Rüstungsindustrie angehören, mit dem Nachhaltigkeitsgedanken nicht vereinbar sind. Kapitalanlagen, bei denen das Geld der Investoren an derartige Unternehmen fließt, gilt es demnach zu meiden. Bislang gibt es in Deutschland jedoch keine einheitliche Zertifizierung für nachhaltige Investments. Anleger müssen zum einen auf ihr Bauchgefühl vertrauen – zum anderen gibt es verschiedene Labels, die sie als Orientierungshilfe nutzen können.

Das derzeit wohl bekannteste Gütesiegel ist das seit 2016 jährlich verliehene FNG-Siegel. Es gilt als Qualitätsstandard für nachhaltige Geldanlagen im deutschsprachigen Raum. Grundvoraussetzung für die Vergabe des Siegels ist, dass mindestens 90 Prozent des Fond-Portfolios die ESG-Kriterien erfüllen (Environmental, Social, Governance – Umwelt, Soziales und Nachhaltige Unternehmensführung).

Der Vermögensverwalter UBS hat es sich zum Ziel gesetzt, Kunden bei der Zusammenstellung eines nachhaltigen Portfolios gewissenhaft zu unterstützen und in den nächsten fünf Jahren fünf Milliarden US-Dollar im Impact Investing anzulegen. Damit möchte UBS zur Erreichung der  Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen beitragen.

Seit 2017 haben Anleger zudem die Möglichkeit, bei der Auswahl ihrer Investments ein Klima-Rating für Fonds und ETFs zurate zu ziehen: Climetrics wurde von der Non-Profit-Organisation Carbon Disclosure Project (CDP) und dem Corporate-Governance-Beratungsunternehmen Institutional Shareholder Services (ISS) ins Leben gerufen. Das Klima-Rating bewertet die Fonds anhand deren Einfluss auf den Klimawandel und berücksichtigt zudem, inwiefern sich die Fondsgesellschaft selbst für den Umweltschutz einsetzt.

Ebenfalls seit 2017 können sich Aktionäre und jene, die es werden wollen, am Gobal Challenges Index orientieren. Dieser wurde von der Börse Hannover entwickelt und listet Unternehmen auf, die sich nachweislich für den Umweltschutz und die Überwindung gesellschaftlicher Ungerechtigkeiten einsetzen. Entsprechend stehen hier Unternehmen hoch im Kurs, die sich beispielsweise für den Schutz der Artenvielfalt, eine gerechte Trinkwasserversorgung oder für die Bekämpfung des Klimawandels einsetzen.

Gütesiegel, Ratings, Indizes und Beratung durch erfahrene Finanzdienstleister – all diese Hilfestellungen machen es Anlegern leichter, die Nachhaltigkeit eines Finanzprodukts einzuschätzen und ihr Portfolio entsprechend ihrer persönlichen Vorstellungen und Anlagementalität zu gestalten.

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