Krankenversicherung
Durchschnittlicher Krankenkassenbeitrag steigt leicht

Steigende Kosten treiben den Geldbedarf der Krankenkassen in die Höhe - also könnten die Beiträge steigen. Doch auch auf ihre teils hohen Rücklagen dürften die Kassen zurückgreifen. Was das für Versicherte bedeutet, unterscheidet sich von Kasse zu Kasse.

Dienstag, 29.10.2019, 13:45 Uhr aktualisiert: 29.10.2019, 13:52 Uhr
Mitglieder der gesetzlichen Krankenkassen müssen sich auf steigende Beiträge einstellen. Gründe sind laut Ministerium die gestiegenen Ausgaben der Kassen.
Mitglieder der gesetzlichen Krankenkassen müssen sich auf steigende Beiträge einstellen. Gründe sind laut Ministerium die gestiegenen Ausgaben der Kassen. Foto: Jan Woitas

Berlin (dpa) - Mitglieder der gesetzlichen Krankenkassen müssen sichauf steigende Krankenkassenbeiträge einstellen. Bei vielen könnte derBeitrag aber auch sinken.

Der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz wird im kommenden Jahr um0,2 Prozentpunkte auf 1,1 Prozent angehoben, wie dasBundesgesundheitsministerium nun mitteilte. Grunddafür: Die Ausgaben steigen stärker als die Einnahmen. Allerdingslegt jede Krankenkasse selbst fest, wie hoch ihr tatsächlicherZusatzbeitrag ausfällt. Auch Beitragssenkungen seien bei Kassen mithohen Finanzreserven möglich, betonte das Ministerium. Die Höhe desdurchschnittlichen Zusatzbeitrags wird jährlich neu festgelegt undspiegelt als Orientierungsgröße den Finanzbedarf der Kassen insgesamtwieder.

Gründe für wachsende Ausgaben sind laut Ministerium Verbesserungen inder Versorgung, medizinischer Fortschritt und das steigendeLebensalter der Menschen. Allerdings seien die Finanzreserven in denvergangenen Jahren auf über 20 Milliarden Euro gestiegen. Mehr alsdie Hälfte der Kassen verfüge über Betriebsmittel und Rücklagen, diehöher sind als die Ausgaben eines Monats. In diesem Fall dürfen sieihre Zusatzbeiträge nicht anheben. Einige Kassen, derenFinanzreserven deutlich über eine Grenze von einer Monatsausgabehinausgehen, müssen diese ab 2020 innerhalb der kommenden drei Jahreschrittweise abbauen.

Errechnet wird der durchschnittliche Zusatzbeitrag auf Basis eineroffiziellen Schätzung. Die Einnahmen des Gesundheitsfonds sollen imkommenden Jahr demnach bei 240,2 Milliarden Euro liegen - dieAusgaben der Kassen bei rund 256,8 Milliarden Euro.

Die gesetzlichen Kassen haben inzwischen beträchtliche Reservenangespart. Allein von 2015 bis 2019 legten die Gesamtreserven von14,5 Milliarden auf 21,2 Milliarden Euro zu. Ob der Gesamtbeitragalso tatsächlich steigt oder eher fällt, hängt von der Finanzlagejeder einzelnen Krankenkasse ab.

Seit 1. Januar diesen Jahres teilen sich Arbeitgeber und Arbeitnehmersowohl den variablen Zusatzbeitrag zur gesetzlichenKrankenversicherung als auch den allgemeinen, festen Beitrag von 14,6Prozent je zur Hälfte. Davor mussten die Arbeitnehmer denZusatzbeitrag alleine schultern.

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