Finanzen
Wie funktioniert der Devisenhandel?

Der Devisenmarkt ist mit einem großen Abstand der weltweit größte Markt. Laut Statistik werden an Werktagen Währungen im Wert von bis zu 4,2 Billionen Euro gehandelt. Zum Vergleich: das Bruttoinlandsprodukt Deutschlands beträgt jährlich drei Billionen Euro.

Dienstag, 03.12.2019, 09:43 Uhr aktualisiert: 03.12.2019, 09:48 Uhr
Finanzen: Wie funktioniert der Devisenhandel?
Foto: Colourbox.de

Unter den Devisen werden ausländische Zahlungsmittel verstanden. Das Forex Trading ist eine Alternative zum Handel mit Kryptowährungen, die deutlich volatiler sind oder aber auch ein Gegensatz zu Aktien.

Nur Dienstleister hatten Zugriff auf den Devisenhandel

Der Devisenhandel (englisch: Foreign Exchange; kurz: Forex FX) war lediglich professionellen Dienstleistern vorbehalten. Darunter zählten institutionelle Investoren oder Banken. Als Marktführer gilt heute die Citigroup mit einem Anteil von 13 Prozent.

Das Ziel der Banken ist es, die Geschäfte vor allem für Firmen, welche im Import- oder Export tätig sind, entsprechend abzusichern. Durchaus kann es zu Devisenschwankungen kommen und hierfür sind die Firmen geschützt. Seit der Jahrtausendwende kann aber nun jeder im Forex Trading starten . Benötigt wird nur ein Computer und ein Internetzugang.

Sollte jeder im Forex Trading tätig sein?

Ob Immobilien, Aktien, Venture Capital, Kryptowährungen oder eben auch Forex Trading. Allesamt ist ein High-Risk-Investment. Wer bereits einen Markt aufgrund des Risikos scheut, sollte auch vom Forex Trading Abstand nehmen. Es gibt gleichermaßen hohe Gewinnchancen und hohe Verlustrisiken.

Laut Experten sollten nur fünf bis zehn Prozent des Netto-Einkommens in Risikoanlagen investiert werden. Dies mindert das Risiko eines hohen Verlustes. Zusätzlich sollte sich immer ein Berater zur Seite geholt werden, der bei den Entscheidungen helfen kann.

Wie funktioniert das Forex Trading?

Auf dem Devisenmarkt werden Währungspaare gehandelt. Es ist theoretisch vergleichbar mit einem Touristen. Dieser verkauft seine Euros und kauft die Urlaubswährung. Dies geschieht an fünf Tagen der Woche rund um die Uhr am Devisenmarkt ebenfalls.

Am häufigsten wird online das Währungspaar Euro/US-Dollar (EUR/USD) gehandelt. Ebenfalls sehr beliebt ist US-Dollar/japanischer Yen (USD/JPY) und US-Dollar/britisches Pfund (USD/GBP). Der Schweizer Franken (CHF), der Kanada-Dollar (CAD) und der Austral-Dollar (AUD) sind ebenfalls sehr beliebt. Eher schwache Währungen werden kaum gehandelt.

Der jeweilige Preis wird sekündlich durch das Angebots- und Nachfrageverhältnis bestimmt. Auf die Wechselkurse haben aber auch politische Entscheidungen, Zinsentscheidungen und Unglücke einen erheblichen Einfluss.

Wie lassen sich Situationen abschätzen?

Die wirtschaftliche und politische Situation hat einen erheblichen Einfluss und somit geschehen durchaus auch unvorhersehbare Schwankungen. Als Beispiel nennen wir die Brexit-Abstimmung, wodurch es über den Tag hinweg beachtliche Schwankungen gab.

Somit ist es von großer Bedeutung, dass sowohl Medien, Börsenmeldungen als auch die Bewegungen im Devisenmarkt beobachtet werden. Im Idealfall geschieht dies bereits über einen längeren Zeitraum, bevor überhaupt investiert wird.

Das klingt im Prinzip sehr einfach, allerdings darf nicht übersehen werden, dass zusätzlich Devisengeschäfte mit einem Hebel von bis zu 500 durchgeführt werden.

Wer bietet Forex Trading an?

Für den Devisenmarkt gibt es keine zentrale Institution oder Börse. Privatanleger benötigen einen Forex-Account, während Banken untereinander vernetzt sind. Da es keine zentrale Stelle gibt, muss jeder darauf achten, dass der Broker sowohl reguliert ist als auch im besten Fall in Europa ansässig ist.

Es gibt unterschiedliche Plattformen, die sich hierfür eignen. Eine Plattform bietet durchaus auch Demo-Konten an und diese sollten genauer angesehen werden. Die Gebühren sind ziemlich identisch. Die Plattform verdient an der Spanne zwischen Nachfrage- und Angebots-Kurses. Der Wert dieser Spanne richtet sich nach Schwankungsintensität und Liquidität.

Können höhere Verluste vermieden werden?

Im Trading gibt es den sogenannten Stop Loss, welcher als Verlustbegrenzung agiert. Die Begrenzung kann zum Beispiel bei 50 Prozent angesetzt werden, somit würde vom Betrag nur die Hälfte verloren gehen, anstatt alles. Beachten sollte jeder Trader auch, dass es unter Umständen nämlich auch eine Nachforderungspflicht gibt. Dieser wird auch als Margin Call bezeichnet.

Fazit: FX ist nichts für Anfänger

Das Forex Trading ist keinesfalls für Anfänger geeignet. Ein entsprechendes Webinar oder Kurse Vorort können helfen, sich mit dieser Thematik auseinanderzusetzen. Durch ein Demo-Account lässt sich außerdem feststellen, ob die Art der Spekulation überhaupt zusagt.

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