Sonderveröffentlichung

Finanzen
Belege für die Steuer – am besten das ganze Jahr über sammeln

Wer seine Belege regelmäßig sammelt und sortiert, erleichtert seinem Steuerberater die Arbeit und spart unter Umständen richtig viel Geld.
 

Montag, 16.03.2020, 10:45 Uhr aktualisiert: 16.03.2020, 10:50 Uhr
Finanzen: Belege für die Steuer – am besten das ganze Jahr über sammeln
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Seit 2017 muss man seine Belege nicht mehr zusammen mit der Steuer abgeben, was eine enorme Erleichterung sowohl für den Bürger als auch für den Finanzbeamten bedeutet. Die Nachweise über Ausgaben und Einnahmen sollte man aber dennoch zu Hause aufbewahren, sodass man sie dem Finanzamt auf Verlangen vorzeigen kann. Auch die elektronische Speicherung ist zulässig. Wer glaubt, nun besser schummeln zu können, muss erst den Algorithmus des Finanzamts austricksen, was nicht leicht werden dürfte. Denn sobald es Abweichungen gibt, schlägt das Programm Alarm und das Finanzamt klingelt an der Tür.

Belege sammeln spart Zeit

Steuerbetrug ist natürlich strafbar und dann wird es richtig teuer. Da geht man lieber den legalen Weg und versucht so, bei der Steuer zu sparen. Da die wenigsten Bürger das Glück haben und einen Lottojackpot knacken, ist das auch nötig. Das Sammeln, Sortieren und Beschriften der Belege gehört einfach dazu. Nur so hat man bei der Steuererklärung alles schnell und parat und behält den Überblick.

Kosten, die jedes Jahr in der gleichen Höhe auftauchen, müssen nicht jedes Mal belegt werden.

Pauschale geltend machen oder Einzelbelege sammeln?

Es gibt bestimmte Pauschalen wie etwa die der Werbungskosten, die mit 1.000 Euro pro Jahr bei jedem Arbeitnehmer berücksichtigt werden. Liegen die tatsächlichen Ausgaben darunter, dann fährt man mit der Pauschale am besten. Gibt man mehr als 1.000 Euro aus, kann man diese nur geltend machen, wenn man die einzelnen Belege auf Verlangen vorweisen kann. In der Regel weiß man zu Beginn des Jahres aber noch nicht, wie sich die Kosten entwickeln werden. Belege sammeln lohnt sich also auf jeden Fall. Dazu zählen Rechnungen, Quittungen und Kassenzettel, die man lückenlos beschriften sollte.

So lange muss man die Belege aufbewahren

Nur, weil man die Quittungen und Belege nicht mehr automatisch mit abgeben muss, ist man dennoch nicht von ihnen befreit. Das Finanzamt kann bis zu zehn Jahre im Nachhinein Beleg anfordern und einen Steuerbescheid im Zweifelsfall auch nachträglich noch ändern. Wenn das zu Ungunsten des Verbrauchers geht, ist es sehr ärgerlich, aber rechtens.

 

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Foto: Pixabay.com

Welche Nachweise und Belege müssen aufgehoben werden?

Die folgenden Belege müssen immer griffbereit parat liegen, falls das Finanzamt Nachfragen hat:

  • Wenn man wegen der Arbeit verreisen musste. Wird man vom Chef auf Reisen geschickt, muss man für den erhöhten Aufwand natürlich entschädigt werden. Immerhin soll es keine Strafe für das eigene Portemonnaie werden, nur weil man sich unterwegs teurer als zu Hause versorgen musste. Das Thema ist recht komplex, doch es gibt kompetente Seiten mit spannenden Informationen zum Weiterlesen. Dort erfährt man mehr über den Verpflegungsmehraufwand und die korrekte Abrechnung von Reisekosten.
  • Nachweise über Lohnersatzleistungen. Dazu zählen das Arbeitslosengeld, das Kurzarbeitergeld aber auch das Elterngeld. Bekommt man eine solche Leistung bewilligt, ergeht ein Bescheid, den man auf dem Postweg erhält. Diese Bescheide sollte man unbedingt sorgfältig aufbewahren und abheften. Sie werden zwar von der zuständigen Behörde an das Finanzamt übermittelt, sicher ist jedoch sicher. Übrigens gilt bei Lohnersatzleistungen der Progressionsvorbehalt . Das heißt, die Leistungen sind zwar eigentlich steuerfrei, werden jedoch zum Arbeitseinkommen des betreffenden Jahres hinzugezählt und erhöhen dadurch eventuell den Steuersatz und damit auch die Steuer, die dann jedoch nur auf den Lohn anfällt.
  • Kapitalerträge und Zinsabschläge. Das klassische Sparbuch hat bei vielen Verbrauchern an Beliebtheit verloren, heute investiert man ganz modern in Fonds und andere Kapitalanlagen. Erzielt man hier Gewinne, müssen diese natürlich versteuert werden. Die entsprechenden Belege, welche von der Bank in der Regel automatisch verschickt werden, sollte man aufbewahren.
  • Spenden. Es ist eine schöne Sache, Geld oder benötigte Dinge zu spenden und der Gesetzgeber schafft hier einen interessanten Anreiz, indem er diese Dinge als relevant für die Steuerzahlungen macht. Allerdings muss die Organisation oder der Verein, für den man gespendet hat, auch eine korrekte Spendenquittung ausstellen. Das können Privatpersonen zum Beispiel nicht tun. Es gibt auch Aufwandsspenden und Vergütungsspenden , wenn man sich persönlich für eine bestimmte Sache einsetzt und seine Arbeitszeit spendet. Diese können auch geltend gemacht werden.
  • Außergewöhnliche Belastungen. Dazu zählen die Kosten für Krankheit, Pflege- und Pflegeheimkosten. Da man am Anfang eines Jahres meist nicht weiß, wie viel Kosten man hierfür aufwenden muss, sollten alle relevanten Quittungen gesammelt werden. Das sind etwa Zuzahlungen zu Medikamenten, Fahrten mit dem Taxi zum Arzt und Ähnliches.
  • Nachweis über die Behinderung. Als Nachweis eigenen sich der Schwerbehindertenausweis oder ein Feststellungsbescheid, die vom Versorgungsamt ausgestellt werden.
  • Nachweis über die Unterhaltsbedürftigkeit. Verwandte sind füreinander unterhaltspflichtig. Bekommt man Unterhalt gezahlt oder zahlt ihn selbst, hebt man die Nachweise auf.
  • Altersvorsorge. Belege über die Riester-Rente oder andere Aufwendungen bekommt man automatisch zugeschickt und hebt diese dann auf. Das gilt auch für Belege über vermögenswirksame Leistungen.
  • Besondere Werbungskosten. Werbungskosten sind alle Kosten, die mit dem Job zusammenhängen. Zieht man aus beruflichen Gründen um oder richtet sein Arbeitszimmer neu ein, um nur zwei Beispiele zu nennen, sollten die Belege gesammelt werden.

Was tun, wenn einmal Belege fehlen?

Nicht immer bekommt man einen Beleg und manchmal gehen Papiere auch verloren. Dann kann man auch einen Eigenbeleg ausstellen, der jedoch glaubhaft sein muss. Wenn das nicht zu oft passiert, akzeptiert das Finanzamt diese in der Regel problemlos. Sammeln, sortieren und aufbewahren ist jedoch die bessere Methode.

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