Finanzen
Betriebskostenabrechnung richtig prüfen

Einmal im Jahr haben Mieter in der Regel die Betriebskostenabrechnung im Briefkasten, mit der Vermieter die durch die Verwaltung der Immobilie entstehenden Nebenkosten abrechnen. Im günstigsten Fall erhält der Mieter eine Rückzahlung, nicht selten ist aber auch eine Nachzahlung fällig. Gerade dann möchte man natürlich prüfen, ob die Betriebskostenabrechnung auch stimmt, oder ob einem zu Unrecht Kosten geltend gemacht werden. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie eine Betriebskostenabrechnung richtig prüfen.

Freitag, 23.04.2021, 04:12 Uhr aktualisiert: 23.04.2021, 08:24 Uhr
Finanzen: Betriebskostenabrechnung richtig prüfen
Buchhalterin mit Zusatzmaschine Foto: de.depositphotos.com

Was ist eigentlich eine Betriebskostenabrechnung?

Wer eine Wohnung oder ein Haus gemietet hat, zahlt mit der Warmmiete auch die Betriebskosten, die durch die Nutzung der Immobilie entstehen. Die mit der Warmmiete beglichenen Betriebskosten sind jedoch nur eine pauschale Vorauszahlung, hinterher wird geschaut, welche Betriebskosten wirklich angefallen sind. Dies geschieht in der Betriebskostenabrechnung. Abgerechnet werden die Betriebskosten je nach Art entweder durch die Ermittlung des tatsächlichen Verbrauchs oder durch eine Aufteilung auf alle Mietparteien. Um zu überprüfen, ob alles ordnungsgemäß abgerechnet wurde, sollten Sie die Betriebskostenabrechnung prüfen . Folgende Betriebskosten gibt es unter anderem:

  • Strom
  • Heizung
  • Wasser
  • Müllabfuhr
  • Straßenreinigung
  • Gebäude- und Haftpflichtversicherung
  • Treppenhausreinigung
  • Bereitstellung von Kabel-TV
  • Pflege der Grünanlagen
  • Hausmeisterkosten
  • Grundsteuer

Alle möglichen Nebenkosten, die in der jährlichen Abrechnung aufgeführt sein dürfen, sind in der Betriebskostenverordnung verzeichnet und lassen sich dort nachlesen.

Betriebskostenabrechnung prüfen

Fristen checken

Vor der Überprüfung der Betriebskostenabrechnung sollten Sie zunächst darauf achten, dass diese Ihnen fristgerecht zugegangen ist. Binnen 12 Monaten nach Ende des Abrechnungszeitraums muss die Abrechnung in Ihrem Briefkasten sein , ansonsten müssen Sie der Forderung einer Nachzahlung in der Regel nicht nachkommen. Anders verhält es sich, wenn Ihnen eine Rückzahlung zusteht – diese dürfen Sie auch nach Ablauf der besagten Frist anfordern. Gehen Sie von einer Rückzahlung bei der Betriebskostenabrechnung aus und wird Ihnen diese nicht zugestellt, sollten Sie diese bei Ihrem Vermieter anfordern.

Achten Sie bei der Prüfung der Betriebskostenabrechnung darauf, dass der Abrechnungszeitraum maximal 12 Monate beträgt und schauen Sie sich die abgerechneten Nebenkosten genau an. Es dürfen nur die im Mietvertrag vereinbarten Betriebskosten abgerechnet werden. Häufig finden sich in Mietverträgen Formulierungen wie „alle Betriebskosten“ oder „die Betriebskosten“. In diesem Fall dürfen in der Abrechnung alle Nebenkosten aufgeführt werden, die der Vermieter laut Gesetz auf den Mieter umlegen kann.

Alle Posten überprüfen

In der Betriebskostenabrechnung müssen die einzelnen Posten verständlich benannt werden. Außerdem müssen darin die Gesamtkosten genannt sein, die dem Vermieter für den jeweiligen Posten entstehen, sowie die Art und Weise, wie diese auf einzelne Mieter umgelegt werden. Dies geschieht mithilfe des Verteilerschlüssels, der im Mietvertrag steht. Ist im Mietvertrag nirgends von einem Verteiler- oder Umlageschlüssel die Rede, muss der Vermieter die Betriebskosten anhand der Wohnfläche auf die Mietparteien verteilen. Der Rest ist einfache Mathematik: Rechnen Sie für jeden Posten nach, ob die Abrechnung stimmt. Tipp: Jeder Posten muss überprüfbar sein. Der Vermieter darf nicht etwa unter „sonstige Nebenkosten“ irgendetwas berechnen, von dem gar nicht klar ist, um was es sich eigentlich handelt.

Stimmt die Betriebskostenabrechnung soweit, kann es immer noch sein, dass die Gesamtsummen einzelner Posten zu hoch sind. Wenn der Vermieter zum Beispiel einen Hausmeister einstellt und diesem ein fürstliches Gehalt zahlt, das weit über dem üblichen Verdienst von Hausmeistern liegt, müssen Sie dafür nicht anteilig aufkommen. Betriebskosten müssen laut Bundesgesetzbuch immer wirtschaftlich sein. Kommen Ihnen einzelne Punkte zu hoch berechnet vor, können Sie sich nach den in der jeweiligen Branche üblichen Preisen erkundigen. Allerdings müssen Sie nachweisen können, dass die Kosten tatsächlich überteuert sind, um diese nicht bezahlen zu müssen.

Belege einsehen und Widerspruch einlegen

Kommt Ihnen nach der Überprüfung der Betriebskostenabrechnung noch etwas komisch vor, ist es gut zu wissen, dass Sie ein Recht darauf haben, die Originalbelege der Vermieters zu sehen. Bei begründetem Verdacht einer falschen Abrechnung dürfen Sie sogar die Verbrauchsdaten ihrer Mitmieter überprüfen. Sind Sie sicher, dass die Betriebskostenabrechnung nicht stimmt, können Sie binnen 12 Monaten Widerspruch einlegen. Beachten Sie jedoch, dass Nachzahlungen binnen 30 Tagen zu zahlen sind. Ein möglicher Weg wäre hier, innerhalb der 30 Tage eine Teilzahlung in Höhe der berechtigten Summe zu leisten und gleichzeitig Widerspruch einzulegen.

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