Fitness-Trends 2015
Von A wie alltagsrelevant bis Z wie zeitsparend

Münster - An die Spitze der weltweiten Fitness-Trends setzt sich dieses Jahr das Training mit dem eigenen Körpergewicht. Geräte spielen zwar weiter eine Rolle, aber der Trend geht eindeutig in Richtung natürlicher und ganzheitlicher Trainingsmethoden. Das macht die Übungen variantenreicher und flexibler, ob Sie drinnen oder draußen, alleine oder gemeinsam trainieren wollen. Lesen Sie sich schon einmal warm.

Montag, 02.02.2015, 12:02 Uhr

Fitness-Trends 2015 : Von A wie alltagsrelevant bis Z wie zeitsparend
Training mit dem eigenen Körpergewicht wie zum Beispiel Liegestütze sind der weltweit größte Fitnesstrend 2015. Foto: colourbox.de

In Fitness-Studios und Sportvereinen machen Geräte Platz für das gute alte Zirkeltraining , Liegestütz und Klimmzüge. In aufregenden neuen Kursen verpackt, macht es allen Altersgruppen Spaß. 

Trend 1: Minimalistisch

Training mit dem eigenen Körpergewicht ist der weltweite Fitness-Trend Nummer eins in diesem Jahr. „Tatsächlich benutzen Menschen ihr eigenes Körpergewicht seit Jahrhunderten als eine Art des Widerstandstrainings“, heißt es in einer Studie des American College of Sports Medicine zu den Fitness-Trends 2015. Dafür wurden 3402 Fachleute der Fitnessbranche in kommerziellen, nicht-kommerziellen, klinischen und betrieblichen Einrichtungen rund um den Globus befragt.

Neu verpackt in modernen Programmen hat die Fitnessbranche das Training mit dem Eigengewicht aber erst in den letzten Jahren wiederentdeckt. Es besticht durch seine Einfachheit, Variabilität und Effektivität. Übungen wie Liege- oder Seitstütz, Klimmzüge oder Sit-ups können bei minimalem Geräteeinsatz überall ausgeführt werden. Sämtliche Variationen sind denkbar: schräge Sit-ups, asymmetrische Klimmzüge, Liegestütze in verschiedenen Schwierigkeitsgraden. „Da gibt es so viele Variationen, die sind alle top“, sagt der Leiter des Instituts für Sportmedizin in Münster , Prof. Dr. Dr. Stefan-Martin Brand .

 

Der Trend geht aber hin zu natürlichen Mitteln. 

Alexander Richter

Sport mit Hilfe von High-Tech-Geräten wie zum Beispiel dem vibrierenden Power Plate sind dagegen auf dem absteigenden Ast. Das heißt Trend-Scout Alexander Richter zufolge zwar nicht, dass Methoden wie die Rüttelplatte nicht funktionieren oder weiter verwendet würden. „Der Trend geht aber hin zu natürlichen Mitteln“, so der Produktentwickler bei dem internationalen Clubbetreiber Fitness First. 

Alexander Richter spürt den neusten Fitness-Trends nach und entwickelt neue Kurse.

Alexander Richter spürt den neusten Fitness-Trends nach und entwickelt neue Kurse. Foto: Fitness First

Trend 2: Hochintensiv

Vom Thron gestoßen hat das Eigengewichttraining den Top-Trend vom letzten Jahr: High Intensity Intervall Training (HIIT). Dabei wird abwechselnd für 30, maximal 45 Sekunden bei hoher Belastung trainiert und dann pausiert. „HIIT ist Kraftausdauertraining, nur noch intensiver und mit starkem Nachbrenn-Effekt“, erklärt Richter. Der 33-Jährige trainiert selbst am liebsten am Limit. Über Handy-Apps verabredet er sich zu „Crossfit“ mit Gleichgesinnten und tritt gegen sie an. Crossfit ist das angeblich härteste Training der Welt: hochintensiv, ständig variierend, basierend auf funktionellem Ganzkörpertraining und mit Elementen aus Gewichtheben, Turnen, Gymnastik und Leichtathletik. 

Trend 3: Alltagsrelevant

Trainingsangebote sollen zunehmend alltagsrelevant sein. Das schafft funktionelles Training, ebenfalls einer der größten Trends 2015. Es trainiert den Körper ganzheitlich durch dreidimensionale Bewegungen. Denn was bringt ein dicker Bizeps, wenn der Rücken nicht mitmacht? Deshalb kommt funktionelles Training unter anderem in Programmen für ältere Menschen vor. Mit Kleingeräten wie Säcken, Gummi­rohren, Bällen, Springseilen oder Kurzhanteln führen die Teilnehmer komplexe, mehrere Muskelgruppen ansprechende Bewegungen aus, die die tiefe Rumpfmuskulatur stärken und die Beweglichkeit in alle Richtungen erhöhen. Das schafft Gleichgewicht und schützt vor Stürzen und Verletzungen. Doch auch bei anspruchsvolleren Trainingsmethoden wie bei Bootcamps ist funktionelles Training voll angesagt.

 

Wer glaubt, gar keine Zeit zu finden, trainiert am Samstag und Sonntag intensiv je 60 bis 90 Minuten lang. 

Stefan-Martin Brand

Trend 4: Das gute alte Zirkeltraining

Zwar ist und bleibt das zielgerichtete Krafttraining isolierter Muskelgruppen ein Klassiker, auch 2015. Gerade im Reha-Sport und für Anfänger zum Aufbau einer Muskelbasis sind Geräte unverzichtbar. Allerdings trainieren sie den Körper nicht ganzheitlich (siehe funktionelles Training), Zudem müssen Geräte nach jeder Übung neu eingestellt werden. Das kostet Zeit. Das gute alte Zirkeltraining schafft da Abhilfe. Als moderne Kreisvariante mit raffinierten Kleingeräten feiert es ein Comeback.

Teilnehmer absolvieren in kleinen Gruppen und unter fachlicher Anleitung reihum verschiedene Kraftübungen. Da wird gesprungen, gehoben, sich gedreht und gebeugt. Zwischendurch treiben Kardioeinheiten wie ein kurzer Sprint oder Hock-Streck-Sprünge den Puls in die Höhe und trainieren die Kondition. Das kann, muss aber nicht, so fordernd wie HIIT sein.

 

Kurz und knackig, das reicht für die allgemeine Fitness völlig aus. 

Alexander Richter

Trend 5: Zeitsparend

Das dynamische Zirkeltraining vereint einen weiteren Trend: Eine Runde dauert nur 30 bis 45 Minuten inklusive Aufwärmen und Cool-down. „Kurz und knackig, das reicht für die allgemeine Fitness völlig aus“, sagt Alexander Richter. Verkürzte Trainingseinheiten sind der Tatsache geschuldet, dass viele Menschen aus Zeitmangel sonst gar nicht erst ins Fitnessstudio gehen würden. Wer „nicht gerade für den Marathon trainiert“, müsse danach nicht einmal mehr aufs Laufband, sagt Trend-Scout Alexander Richter. Je nach Zielsetzung reichten „schon drei Einheiten pro Woche aus, um sich fit und wohl zu fühlen“.

Eine Erkenntnis, der sich auch Sportmediziner Stefan-Martin Brand weitestgehend anschließt. Medizinischen Leitlinien zufolge bestehe das ideale Training aus fünf Mal 30 Minuten schnellem Gehen pro Woche, zum Beispiel Nordic Walking oder Joggen, sowie zwei Mal 20 bis 30 Minuten Krafttraining. „Wer glaubt, gar keine Zeit zu finden, trainiert am Samstag und Sonntag intensiv 60 bis 90 Minuten lang“, so der Leiter des Instituts für Sportmedizin. Besser wenig Sport als gar keinen, ist die Devise.

Der Leiter des Instituts für Sportmedizin in Münster, Stefan-Martin Brand, schwört auf Kraftausdauertraining.

Der Leiter des Instituts für Sportmedizin in Münster, Stefan-Martin Brand, schwört auf Kraftausdauertraining.

Trend 6: Ganz persönlich

Wer sich so gar nicht motivieren kann oder keine Zeit für die Kurse im Fitnessstudio hat, dem könnte ein Personal Trainer helfen. Es gibt gute Gründe für die immer beliebter werdende 1:1-Betreuung: Effektivität, zeitliche Flexibilität und bestmögliche Motivation, so der Arbeitgeberverband für die Fitness-Wirtschaft. Doch dazu braucht es auch das nötige Kleingeld. Wem ein Personal Trainer zu teuer ist, der teilt ihn sich mit ein, zwei oder drei anderen – ein weiterer Fitnesstrend 2015. Kleingruppen bieten fast eine ebenso intensive Betreuung. Ein guter Coach und der Spaß mit anderen spornen zum Weitermachen an. „Man quält sich lieber, wenn andere es auch machen“, weiß Arzt Stefan-Martin Brand. 

Yoga-Lehrerin Dashama zeigt am 16.01.2015 in Düsseldorf (Nordrhein-Westfalen) Übungen auf einem SUP-Board der Firma Starboard. Bei der neuen Sportart SUP-Yoga geht es um Übungen auf dem Wasser.

Yoga-Lehrerin Dashama zeigt am 16.01.2015 in Düsseldorf (Nordrhein-Westfalen) Übungen auf einem SUP-Board der Firma Starboard. Bei der neuen Sportart SUP-Yoga geht es um Übungen auf dem Wasser. Foto: dpa

Trend 7: Yoga immer wieder neu

Ausprobiert

Unsere Mitarbeiterin Julia Kwiatkowski nimmt Yoga-Stunden bei Youtube

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Anders als Pilates oder Zumba, die zu den Absteigern 2015 gehören, schafft es Yoga, sich immer wieder neu zu erfinden. Ob als Iyengar Yoga, Ashtanga, Vinyasa Yoga, Kripalu Yoga, Anuara Yoga, Kundalini Yoga oder Sivananda Yoga – die indische Lehre findet immer neue Anhänger, ob in speziellen Yogaschulen, in Fitnessstudios oder im Internet. Gerade aufgrund eines steigenden Bedürfnisses nach Stress­abbau und Entschleunigung bleibt Yoga ein Supertrend. „Jeder nimmt sich Zeit zur Aktivierung, aber nicht zum Runterkommen“, sagt Alexander Richter. Als Gegenpart zur Beschleunigung sind deshalb Programme für mehr Ausgeglichenheit stark nachgefragt. 

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