Gesundheit
Schmerzhafte Zahnlöcher: Wie lässt sich Karies vorbeugen?

Karies mutet an wie eine typische Zivilisationskrankheit unserer Zeit: Weil wir immer mehr verarbeitete Lebensmittel mit verstecktem Zucker essen, werden unsere Zähne schnell löchrig. Tatsächlich wurden selbst die Höhlenmenschen nicht von den Zahnschmerzen verschont. 

Montag, 23.02.2015, 12:02 Uhr

Gesundheit : Schmerzhafte Zahnlöcher: Wie lässt sich Karies vorbeugen?
Regelmäßige Kontrolle ist ein wichtiger Aspekt bei der Vorbeugung von Karies Foto: colourbox.de

Bei Ausgrabungen in Marokko zeigten 15.000 Jahre alte Gebisse , dass es um die Zahngesundheit nicht gut bestellt war. Doch wie lässt sich Karies effektiv vorbeugen?

Schädliche Bakterien: Zucker lässt Säure entstehen

Karies und Zucker bilden bekanntermaßen eine unheilvolle Allianz: Nach dem Verzehr von Süßem bilden sich Säuren, die den Zahnschmelz zunächst mit weißen Flecken überziehen. Diese werden allmählich dunkler, bilden Löcher und sorgen am Ende für die bekannten Zahnschmerzen. So erscheint es auch wenig überraschend, dass Mediziner der Ernährung eine wichtige Rolle zuschreiben. Wer über den Tag verteilt regelmäßig Süßigkeiten zu sich nimmt, erhöht die Gefahr von Karies deutlich. Kleinkinder sind dabei besonderen Gefahren ausgesetzt, denen sich die Eltern oft gar nicht bewusst sind. Die Zähne sollten nicht ständig den Säureattacken ausgesetzt sein. Steht aber ständig Saft aus der Nuckelflasche zur Verfügung, ist aber genau dies der Fall. Weiterhin leisten viele Fertignahrungs - und Kinderlebensmittel der Karies indirekt Vorschub: Sie müssen in der Regel kaum gekaut werden. Durch das Kauen reinigen sich die Zähne aber selbst - mechanisch gesehen hat der Vorgang Ähnlichkeiten zum Zähneputzen. Ein weiterer wichtiger Unterschied zu den Erwachsenenzähnen besteht zudem in der Härte des Zahnschmelzes. Die Milchzähne bringen den gefährlichen Säuren weitaus weniger Widerstand entgegen und zeigen schneller Löcher.

Wirksame Kontrolle: Eltern sollten das Zähneputzen überwachen

Fehler sind darüber hinaus auch häufig bei der Mundhygiene zu verorten: Fachleuten zufolge ist hierbei weniger die Häufigkeit, als vielmehr die Gründlichkeit das Problem. Wer seine Zähne viermal täglich oberflächlich putzt, schützt sie weniger vor Karies, als dies mit zwei gründlichen Reinigungsgängen der Fall wäre. Ebenso sollte die Wirkung von Mundwassern nicht überschätzt werden - wirklich effektiv lässt sich dem Säurefilm nur mit einer Zahnbürste zuleibe rücken. Für Kinder bis zum Schulalter bedeutet dies, dass die Eltern noch nachputzen sollten. Die Sprösslinge selbst zeigen meist wenig Einsicht zur gründlichen Zahnpflege.

Umstrittenes Fluorid

Weniger einig sind sich die Mediziner bei der Verabreichung von Fluorid : Die stärkende Wirkung für den Zahnschmelz ist zwar hinlänglich bewiesen. Gerade Kleinkinder sollten aber nicht zu viel der Salze aufnehmen, weil hierbei die Gefahr einer toxikologischen Wirkung besteht. Zudem steht Fluorid in Verdacht, das Wachstum der Milchzähne zu hemmen. Während Kinderärzte eher die Fluoridvergabe in Tablettenform anraten, sehen Zahnärzte wie bei Erwachsenen fluoridhaltige Zahnpasten im Vorteil. Letztere bergen aber das Risiko, dass das Kind durch das Verschlucken einer Überdosierung ausgesetzt ist. Abseits dieser Diskussion bleibt aber eines ohne Zweifel: Den besten Schutz vor Karies bieten eine gesunde Ernährung in Verbindung mit gründlichem Zähneputzen.

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