Gesundheit
Zahnzusatzversicherung. Wichtige Absicherung oder unnötiger Luxus?

Als sinnvolle Investition wird die Zahnzusatzversicherung beschrieben. Der Grund dafür liegt in der gesetzlichen Krankenversicherung, denn: Die Leistungen für Zahnreparaturen, Zahnersatz und andere dentale Behandlungen seitens der Krankenkasse gehen immer weiter zurück. Was bleibt ist die Tatsache, dass diejenigen ohne Zahnzusatzversicherung einen Großteil der Kosten für ein Zahnimplantat selbst berappen müssen.

Donnerstag, 28.07.2016, 04:07 Uhr

Gesundheit : Zahnzusatzversicherung. Wichtige Absicherung oder unnötiger Luxus?
Stellt der Zahnarzt bei der routinemäßigen Untersuchung fest, dass eine Brücke oder ein Implantat nötig wird, kann das richtig teuer werden. Da die gesetzliche Krankenversicherung weniger bezahlt, springt hier die Zahnzusatzversicherung ein – wenn sie rechtzeitig abgeschlossen wurde. Foto: pixabay.com © rgerber (CC0 Public Domain)

Da die Zahnersatzkosten schnell im fünfstelligen Bereich liegen, gilt eine Zahnzusatzversicherung heute längst als wichtige Absicherung , um die Gesundheit zu erhalten. Und das ohne, dass sich Verbraucher in den finanziellen Ruin stürzen müssen. Worauf potenzielle Versicherungsnehmer bei der Wahl der Zahnzusatzversicherung achten sollten, ist Thema in diesem Beitrag.

Das wird für zahnmedizinische Behandlungen aufgewendet

Im KZBV Jahrbuch 2015 der Bundeszahnärztekammer und der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung wurden diese Zahlen veröffentlicht, die aufzeigen, wohin das meiste Geld fließt:

-          57,3 Prozent entfallen auf konservierende und chirurgische Behandlungen ohne Individualprophylaxe. Im Jahr 2014 machte das 7.462 Millionen Euro aus.

-          24,6 Prozent entfallen auf den Zahnersatz. Im Jahr 2014 machte das 3.201 Millionen Euro aus.

-          7,8 Prozent entfallen auf kieferorthopädische Leistungen. Im Jahr 2014 machte das 1.024 Millionen Euro aus.

Kleinere Positionen in der Statistik sind die Individualprophylaxe, die Parodontalbehandlung sowie sonstige zahnmedizinische Behandlungen. Da aber der Anteil der Zahnmedizin an den Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung sichtlich sinkt, wie diese Statistik zeigt , wird auch deutlich, dass Patienten immer stärker mit den Kosten für Zahnarztleistungen direkt konfrontiert werden – und das bei steigenden Beitragssätzen . Ein Beispiel: Im Jahr 1997 hatte die Zahnmedizin noch einen Anteil von 10,08 Prozent an den Ausgaben der gesetztlichen Krankenversicherung. Im Jahr 2014 waren es nur noch 6,73 Prozent.

Transparente Informationen zur Zahnzusatzversicherung

Da es auch im Bereich Zahnzusatzversicherung nicht nur eine Versicherungsvariante gibt, sondern mehrere Anbieter mit verschiedenen Leistungsportfolios, ist es ratsam, im Vorfeld Informationen einzuholen. Die beliebtesten Tests im Bereich der Zahnzusatzversicherung sind hier abgebildet . Dabei wurde sowohl der Test aus Stiftung Warentest , aus Focus-Money, aus der WaizmannTabelle und der Test von DISQ unter die Lupe genommen. Praxisnah und kundenfreundlich können Interessierte hier ablesen, wie hoch die Kostenerstattung bei den sehr guten Tarifen ist und wie hoch die monatlichen Kosten für die Zahnzusatzversicherung liegen (beim Test der Stiftung Warentest). Die anderen Tests basieren auf Testurteilen in bekannter Schulnotenform.

Der Weg zur Zahnzusatzversicherung

Als Faustformel gilt: Die Zahnzusatzversicherung sollte nicht zu früh abgeschlossen werden, sonst werden Beiträge geleistet, obwohl der eigentliche Leistungsfall noch in weiter Ferne liegt. Zu spät dürfen Privatpersonen allerdings auch nicht in die Überlegungen zur Zahnzusatzversicherung einsteigen, denn wenn der Zahnarzt bereits zu einer Behandlung geraten hat, dann muss das beim Versicherungsabschluss angegeben werden. Häufig ist es dann nicht mehr möglich die bereits benannte Therapie in der Versicherung abzubilden. Darüber hinaus gilt: Wer auffallend schlechte Zähne hat, könnte eine Ablehnung riskieren.

Leistungsfälle binnen der ersten drei Monate der Vertragslaufzeit sind bei einigen Versicherungen nicht gedeckt. Anschließend gelten für einen begrenzten Zeitraum auch begrenzte Leistungssummen. In der Praxis bedeutet das: Eine Komplettsanierung des Gebisses ist nicht in der erste Periode der Vertragslaufzeit möglich – oder nur mit sehr hohen Beitragskosten verbunden. Die unausgesprochene Altersgrenze wird vielfach auf 40 Jahre gesetzt. Bis dahin sollten Privatpersonen sich für den Abschluss einer Zahnzusatzversicherung entschieden haben.

Die Zahnzusatzversicherung fällt in die Kategorie der Zusatz- und Ergänzungsversicherungen

Die Zahnzusatzversicherung ist eine freiwillige Versicherung, die den Versicherten davor bewahrt, mit hohen Kosten für zahnärztliche Behandlungen konfrontiert zu werden. Das heißt auch, dass die Zahnzusatzversicherung als Ergänzung zur gesetzlichen (Pflicht-)Krankenversicherung fungiert. Und damit ist die Zahnzusatzversicherung kein Einzelfall. Häufig gibt es sogar Kombiangebote für den Zahnersatz und beispielsweise Sehhilfen. Der Verbrauchertipp lautet an dieser Stelle: Interessierte sollten nicht nur Einzelversicherungen prüfen, sondern auch Kombiversicherungen auf den Prüfstand stellen. Vielleicht könnte es hier zu sinnvollen Synergieeffekten kommen.

Abbildung 1: pixabay.com © rgerber ( CC0 Public Domain )

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