Gesundheit
Studie: Schlafstörungen erhöhen Schlaganfall-Risiko

Schlafstörungen und Schlaganfälle bilden oft ein Gespann. Forscher sehen deshalb die Notwendigkeit, Schlafstörungen besser auf den Grund zu gehen - und sie geben Hinweise für besseren Schlaf.

Donnerstag, 04.08.2016, 05:08 Uhr

Wer regelmäßig unruhig schläft und damit an Schlafstörungen leidet, hat ein erhöhtes Schlaganfall-Risiko. Das belegt eine Studie.
Wer regelmäßig unruhig schläft und damit an Schlafstörungen leidet, hat ein erhöhtes Schlaganfall-Risiko. Das belegt eine Studie. Foto: Malte Christians

Essen (dpa) - Neurologen haben wachsende Hinweise auf einenZusammenhang zwischen Schlafstörungen und Schlaganfall . «Wir wissenseit ein paar Jahren, dass Schlafstörungen ein Risikofaktor fürSchlaganfälle sind», sagt der Neurologe Prof. Dirk Hermann von derUniversitätsklinik Essen.

Zusammen mit einem Schweizer Kollegen hatHermann nun eine Übersichtsstudie im Fachjournal «Neurology»(Onlineausgabe) veröffentlicht. Diese zeigt deutlich, dassSchlafstörungen wie Schlaflosigkeit, zu viel Schlaf und Atemaussetzerdas Schlaganfall-Risiko erhöhen. Auch die Erholung nach Schlaganfällen werde behindert.

«Obwohl Schlafstörungen nach einem Schlaganfall häufig vorkommen,werden nur sehr wenige Schlaganfall-Patienten auf diese getestet»,sagte Hermann. «Die Ergebnisse unserer Übersichtsstudie zeigen, dasssich dies ändern sollte.» So könne bei Schlafstörungen eher einweiterer Schlaganfall folgen. Nach Schlaganfällen brauche das Gehirnzudem ausreichend Schlaf, um Nervenzellkontakte neu auszubilden. DieNeurologen fordern vor allem, Schlafstörungen zu ergründen und zubehandeln. Das werde bisher zu wenig gemacht.

Um Schlafaussetzer zu vermeiden, raten die Forscher zu speziellenAtemmasken, die einen Kollaps der Atemwege verhindern. Dadurch würdenAtemaussetzer vermieden. Medikamentös könnten bei Schlafstörungenniedrigdosierte Antidepressiva helfen. Hier seien aber Fachärztegefragt. Zu viele Tabletten seien insgesamt schädlich. Eineunkontrollierte Einnahme von Schlafmitteln könne abhängig machen,warnt Hermann.

Nützlich für gesunden Schlaf sind auch der Verzicht am Abend aufKoffein, Alkohol, schweres Essen und exzessiven Sport. Schlafproblemein der Nacht sollten auch nicht durch einen Mittagsschlaf ausglichenwerden. Lesen sollte im Bett auch nur, wer leicht einschläft.

Schlafprobleme sind weit verbreitet. Bei Patienten nach Schlaganfallkommen sie besonders häufig vor. Der Leiter des Schlafzentrums in derHephata-Klinik in  Schwalmstadt-Treysa , Prof. Geert Mayer , schreibtim Fachblatt «Der Nervenarzt» (6/2016), dass schlafbezogeneAtmungsstörtungen häufig unerkannt Schlaganfällen vorausgehen. «Siekönnen einer von mehreren Risikofaktoren für den Schlaganfallsein oder erst während des akuten Schlaganfalls auftreten.»

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4204023?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F198%2F711292%2F711821%2F4843274%2F4843279%2F
Nachrichten-Ticker