Gesundheit
Phytotherapie - eine sinnvolle Ergänzung zu konventionellen und bekannten Therapien?

Pflanzen werden als die ältesten Heilmittel angesehen und bildeten schon vor Jahrtausenden die Basis für die ersten Arzneien. Die traditionelle Pflanzenheilkunde ist ein wichtiges Element traditioneller medizinischer Systeme, wie z.B. Ayurveda oder der traditionellen chinesischen Medizin. In der modernen Phytotherapie wird vielfach auf das Wissen und die Erfahrungen der traditionellen Pflanzenheilkunde zurückgegriffen. Was genau ist Phytotherapie und in welchen Fällen kann man sie sinnvoll anwenden?

Dienstag, 05.03.2019, 10:53 Uhr aktualisiert: 05.03.2019, 10:59 Uhr
Gesundheit: Phytotherapie - eine sinnvolle Ergänzung zu konventionellen und bekannten Therapien?
Pflanzliche Arzneimittel können zusätzlich zu schulmedizinischen Therapieformen eingesetzt werden. Foto: Pixabay.com / silviarita

Moderne Phytotherapie
Phytotherapie (griech. phyton: Pflanze; therapeia: Pflege) oder Pflanzenheilkunde ist die Lehre von der Krankheitsbehandlung mit pflanzlichen Arzneimitteln. 
Die Gesellschaft für Phytotherapie e.V. definiert Phytotherapie als "die Heilung, Linderung und Vorbeugung von Krankheiten und Beschwerden durch Arzneipflanzen, durch deren Teile wie Blüten, Wurzeln oder Blätter, durch Pflanzenbestandteile wie ätherische Öle oder durch Zubereitungen aus Arzneipflanzen (Phytopharmaka) wie Trockenextrakte, Tinkturen oder Presssäfte." Aus Pflanzen isolierte Wirkstoffe, wie z.B. Morphin oder Codein, gelten nicht als Phytopharmaka.
Die moderne Phytotherapie hat ihre Ursprünge in der Volksmedizin, beruht jedoch auf medizinisch-naturwissenschaftlichen Grundsätzen. Diese beinhalten u.a., dass die Wirksamkeit einer Arzneipflanze von der Dosis an bestimmten Pflanzeninhaltsstoffen abhängt. Dadurch grenzt sich die Phytotherapie von anderen Therapien ab, bei denen ebenfalls Pflanzen verwendet werden wie z.B. Homöopathie, Bachblüten etc.

Wo wird die moderne Phytotherapie angewendet?

Viele Befindlichkeitsstörungen sowie leichte bis mittelschwere Erkrankungen (z.B. des Magen-Darm-Trakts und der Atemwege) können in Selbstmedikation mit pflanzlichen Arzneimitteln behandelt werden. Salbei hilft bei Entzündungen der Mundhöhle, Kamille, Kümmel, Fenchel und Pfefferminze wirken krampflösend. Bei Verstopfung helfen Leinsamen oder Flohsamen. Husten wird mit Arzneipflanzen behandelt, die ätherische Öle enthalten, wie Thymian und Eukalyptus. Bei Herz- Kreislauf-Beschwerden können Weißdorn-Präparate Linderung verschaffen. 

Nicht geeignet ist die Phytotherapie für die Behandlung schwerer Erkrankungen (z.B. Diabetes mellitus ) oder in Notfallsituationen.

Die Phytotherapie als sinnvolle Ergänzung zu konventionellen und bekannten Therapieformen

Pflanzliche Arzneimittel können mit Erfolg zusätzlich zu schulmedizinischen Therapieformen eingesetzt werden, um bestimmte Symptome zu lindern. Sogar in medizinischen Leitlinien wird zunehmend auf eine begleitende Phytotherapie gesetzt.

Phytotherapie kann die pharmakologische Behandlung einiger entzündlicher Darmerkrankungen sinnvoll ergänzen. Bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) hat man z.B. positive Einflüsse durch zusätzliche Behandlung mit Curcuma, Flohsamen, Myrrhe und Kamille festgestellt. Auch der Heidelbeere wurde ein heilender Effekt bei entzündlichen Darmerkrankungen attestiert. Bei Reizdarmsyndrom ist eine begleitende Behandlung mit Pfefferminzöl oder Flohsamen hilfreich. Auch bei Bauchschmerzen führt Pfefferminzöl kurzfristig zu einer Linderung. 

Entwicklung neuer pflanzlicher Arzneimittel

Ein Forschungsziel der Phytotherapie befasst sich damit, auf Basis der traditionellen Pflanzenheilkunde neue pflanzliche Arzneimittel und Therapien zu finden. Dazu wird auch das umfangreiche Wissen aus der traditionellen Pflanzenheilkunde herangezogen.

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