Schmerzmedizin
Können Antikörper Migräne vorbeugen?

Migränebetroffene können womöglich bald aufatmen. Bisher wurde der lähmende Schmerz lediglich mit Schmerzmitteln betäubt. Neue Medikamente, sogenannte CGRP-Antikörper, setzen jedoch in der Migräne-Vorbeugung an.

Montag, 11.03.2019, 12:34 Uhr aktualisiert: 11.03.2019, 12:36 Uhr
CGRP-Antikörper sind eine neue Waffe im Kampf gegen Migräne. Sie setzen beim Rezeptor des Schmerz-Botenstoffs an oder fangen den Schmerz-Botenstoff selbst ab.
CGRP-Antikörper sind eine neue Waffe im Kampf gegen Migräne. Sie setzen beim Rezeptor des Schmerz-Botenstoffs an oder fangen den Schmerz-Botenstoff selbst ab. Foto: Oliver Killig

Frankfurt/Main (dpa) - Schmerztherapeuten sehen die Antikörper-Therapie gegen Migräne als großen Gewinn für chronische Kopfschmerzpatienten.

Die neuen Medikamente seien zwar «kein Allheilmittel, aber ein super Pfeil im Köcher der Behandlung von Migräne», sagte Astrid Gendolla anlässlich des Deutschen Schmerz- und Palliativtags in Frankfurt (7. bis 9. März). Die Kopfschmerzexpertin aus Essen ist Vizepräsidentin der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin.

CGRP Antikörper

Mit den sogenannten CGRP-Antikörpern sei «eine neue Ära angebrochen», sagte Gendolla: «Zum allerersten Mal haben wir Substanzen, die spezifisch zur Migräne-Vorbeugung wirken.» Es gebe zwei neue Medikamentengruppen, erklärte Gendolla: Die eine setze beim Rezeptor des Schmerz-Botenstoffs an. Ein erster Wirkstoff sei im November zugelassen worden. Eine andere fange den Schmerz-Botenstoff selbst ab. Zwei solche Substanzen würden im Laufe dieses Jahres in Deutschland zugelassen.

«Was ist das bessere Konzept? Sie werden niemanden auf der Welt finden, der das ehrlich beantworten kann, denn wir wissen es nicht», sagte Gendolla. In der Wirksamkeit seien sie vergleichbar und auch die Nebenwirkungen seien bei beiden gleich gering. Sie warnte aber davor, daraus zu schließen, dass Migräne jetzt heilbar sei. Es gebe auch Patienten, die nicht auf diese Therapie ansprächen und noch keine Langzeiterfahrungen.

Herkömmliche Schmerzbehandlung

Wer bei Beschwerden zum Schmerzmittel greift, sollte auf die richtige Dosierung achten. Zu hoch sollte sie natürlich nicht sein - zu niedrig aber auch nicht. Denn unter Umständen wirkt das Mittel dann nicht richtig, gleichzeitig treten aber trotzdem Nebenwirkungen auf, heißt es in der «Apotheken Umschau» (Ausgabe A3/2019). Die jeweilige Tagesdosis sollte man aber auf keinen Fall überschreiten. Halten Schmerzen länger als drei bis vier Tage an, sollten sich Betroffene unbedingt ärztlichen Rat suchen.

Je nach Wirkstoff des Schmerzmittels gibt es verschiedene Dinge zu beachten: Bei Ibuprofen müssen vor allem Herzpatienten aufpassen. Denn wer gleichzeitig Blutverdünner mit Acetylsalicylsäure (ASS) nimmt, sollte es mindestens 30 Minuten vor oder 8 Stunden nach dem Ibuprofen einnehmen. Und bei der Einnahme von ASS als Schmerzmittel gilt: Nicht auf nüchternen Magen schlucken - denn das kann die Magenschleimhaut schädigen. Gut verträglich ist in der Regel Paracetamol. Allerdings sollten Menschen mit Leberproblemen unbedingt auf den Wirkstoff verzichten, da er die Leber schwer schädigen kann.

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