Gesundheit
Effektive Wege, um Sodbrennen schnell loszuwerden

Viele Menschen leiden nach einer üppigen Mahlzeit unter Sodbrennen. Der Magen ist überfüllt und weiß nicht wohin mit all den Leckereien. Und nachdem es zu seinem Job gehört, sich gelegentlich zu öffnen, tut der Schließmuskel das und eine Portion Mageninhalt fließt zurück in die Speiseröhre. Das ist normal. Man hätte ihn ja nicht so überfüllen müssen.

Dienstag, 09.07.2019, 07:58 Uhr aktualisiert: 09.07.2019, 08:03 Uhr
Gesundheit: Effektive Wege, um Sodbrennen schnell loszuwerden
Unter Sodbrennen leidet man oft, weil zu viel Magensäure vorhanden ist. Foto: Pixabay.com / derneuemann

Etwa ein Fünftel der Bevölkerung der westlichen Länder leidet immer wieder unter Sodbrennen. Das ist lästig, aber meist nicht schlimm. Wer aber ständig Sodbrennen hat, könnte an GERD, der gastroösophagealen Refluxkrankheit leiden, deren Leitsymptom Sodbrennen ist. Das sollte man ärztlich abklären, um zu verhindern, dass sich aus dem anfangs harmlosen Sodbrennen ernsthaftere Erkrankungen entwickeln.

Langfristig darf man Sodbrennen nicht auf die leichte Schulter nehmen. Wer aber nur gelegentlich unter den lästigen Beschwerden leidet, für den gibt es etliche gut wirksame Hausmittel, um das lästige Brennen schnell wieder loszuwerden.

Was ist Sodbrennen eigentlich?

Sodbrennen ist der Rückfluss von Magensaft oder Mageninhalt in die Speiseröhre. Es äußert sich durch saures Aufstoßen oder ein Brennen hinter dem Brustbein. Auch Schmerzen und Brennen im Hals, Schluckbeschwerden oder ein Kloßgefühl im Hals können mit Sodbrennen verbunden sein. Die Beschwerden treten nach dem Essen auf und verschlimmern sich oft im Liegen oder wenn man sich bückt.

Und woher kommt Sodbrennen?

Der Übergang zwischen Speiseröhre und Magen ist von einem Muskel verschlossen, der sich normalerweise nur öffnet, um den Nahrungsbrei passieren zu lassen, der aus der Speiseröhre kommt. Wenn der Magen aber zu stark gedehnt wird, beispielsweise nach einem üppigem Essen, kann sich der Verschluss vorübergehend lockern.

Der aufsteigende Mageninhalt enthält saure Verdauungssäfte, die die Schleimhaut der Speiseröhre angreifen. Das spüren wir als Sodbrennen . Bei längerer Einwirkung kann die Speiseröhre sich auch schmerzhaft entzünden. Wenn das wirklich oft passiert und relativ große Mengen transportiert werden, spricht man von einer Refluxkrankheit oder kurz Reflux.

Nicht jeder leidet gleichermaßen unter Sodbrennen. Es gibt einige Faktoren, die die Entstehung von Sodbrennen begünstigen. Es kann zum Beispiel eine angeborene Schwäche des Schließmuskels sein. Bei einem Zwerchfellbruch kann es sein, dass ein Teil des Magens oberhalb des Zwerchfells zu liegen kommt. Dadurch ist der Magenverschluss weniger fest, denn das Zwerchfell unterstützt den Schließmuskel bei seiner Arbeit.

Auch ein ungünstiger Lebenswandel, mit wenig Bewegung, einem hohen Konsum von Genussmitteln wie Alkohol oder Zigaretten, eine Ernährung die überwiegend aus fettigen Speisen besteht oder Übergewicht zählen zu den häufigsten Ursachen, da Sie die Entstehung von Sodbrennen begünstigen können.

Viele Betroffene wissen auch, dass Stress ein auslösender Faktor für ihre Beschwerden ist.

Was kann man nun gegen Sodbrennen tun?

Unter Sodbrennen leidet man oft, weil zu viel Magensäure vorhanden ist. Medikamente gegen Sodbrennen zielen dementsprechend darauf ab, die Säureproduktion im Magen zu reduzieren (Säureblocker) oder die Säure zu binden (Antazida).

  • Antazida neutralisieren die überschüssige Säure im Magen.

Antazida sind basische Verbindungen, die den pH-Wert im Magen durch Reaktion mit der Magensäure anheben. Carbonate wie Calciumcarbonat oder Magnesiumcarbonat und Hydroxide wie Magnesiumhydroxid oder Oxide wie Aluminiumoxid sind gängige Wirkstoffe.

  • Säureblocker verhindern, dass die Magensäure überhaupt gebildet wird.

Von den Säureblockern gibt es zwei verschiedene Wirkstoffklassen: Protonenpumpenhemmer und H2-Antagonisten. Protonenpumpenhemmer hemmen ein Enzym, die so genannte Protonenpumpe, in den Belegzellen der Magenschleimhaut, das zur Säurebildung Protonen in den Magen abgibt. H2-Antagonisten konkurrieren mit dem Gewebshormon Histamin um die Bindungsstellen auf der Oberfläche der Belegzellen. Histamin regt die Produktion von Magensäure an. Wird es durch die Konkurrenz aus dem Verkehr gezogen, wird auch weniger Magensäure produziert.

Säureblocker und Antazida erhält man nur für maximal zwei Wochen rezeptfrei in der Apotheke. Größere Packungen sind dann rezeptpflichtig, denn man möchte vermeiden, dass die Patienten zu lange an sich selbst „herumdoktern“. Wenn Sodbrennen länger anhält sollte man daher besser einen Arzt konsultieren.

Selbsthilfe gegen Sodbrennen

Es ist oft auch gar nicht nötig, Medikamente gegen Sodbrennen einzunehmen, denn es gibt unzählige gut wirksame Hausmittel, die die Beschwerden effizient vertreiben und sich daher bestens für eine Behandlung eignen:

Manchmal hilft schon ein Glas Wasser. Die Flüssigkeit verdünnt die Säure und spült die aufgestiegene Masse zurück in die Speiseröhre.

Es muss nicht immer Wasser sein. Eine Tasse Kamillentee, oder Melissen-, Kümmel-, Anis- Fencheltee wirken zusätzlich noch beruhigend auf den Magen.

In das Wasser dürfen Sie auch eine Messerspitze Natron geben. Natron ist der Klassiker unter den Hausmitteln gegen Sodbrennen. Natron ist ein stark alkalisches Salz, das die Magensäure chemisch neutralisiert.

Heil- oder Kieselerde wirken wegen ihres Silikatgehaltes gegen Sodbrennen. Die kleinen Heilerdekörnchen verfügen über eine große innere Oberfläche und saugen Magensäure und Giftstoffe auf wie ein Schwamm.

Frisch gepresster Kartoffelsaft enthält Stärke, die hilft, die Säure zu neutralisieren. Das funktioniert auch, wenn man einfach ein Stück altbackenes Weißbrot kaut. Die Stärke wird von der Magensäure zu Zucker gespalten. Dabei verbraucht sich die Säure. Weißbrot hat noch den zusätzlichen Vorteil, dass es die Säure mechanisch aufsaugt. Auch andere stärkehaltige Lebensmittel, wie Bananen oder Haferflocken, eignen sich für diesen Trick.

Haferflocken kommen ohnehin ein in Form von Haferschleim gegen Magenbeschwerden zum Einsatz. Sie enthalten nicht nur reichlich neutralisierende Stärke, sondern auch reichlich Silizium, das ebenfalls Säure bindend wirkt.

Kerne, Nüsse und Samen bilden einen Schutzfilm auf der Magenschleimhaut. Zerkauen Sie einen Esslöffel voll beliebiger Nüsse - Flohsamen, Leinsamen, Cashewkerne, Haselnüsse, Mandeln, Kürbis- oder Sonnenblumenkerne – gründlich, bis sich ein leicht flüssiger Brei bildet. Schlucken Sie davon kleine Portionen und die Magensäure wird dahin zurück transportiert, wo sie herkommt und wo sie hingehört.

Egal, ob sie sich für Kartoffelsaft, Natron oder Nussbrei entscheiden. Es hilft immer, wenn Sie das flüssige Mittel während einer Rollkur einnehmen. Dazu nehmen Sie Ihr Hausmittel schluckweise ein und verändern zwischen den Schlucken Ihre Liegeposition. So kann sich der Wirkstoff gleichmäßig auf der Magenschleimhaut verteilen.

Ein überraschend wirksames Mittel gegen Sodbrennen ist Kaugummi kauen. Es hat eine ähnliche Wirkung wie Wasser trinken. Es regt den Speichelfluss an und hilft dadurch, die Säure in den Magen zurück zu spülen.

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