Gesundheit
Bei Migräne häufen sich Komplikationen in der Schwangerschaft

Bislang gab es kaum aussagekräftige Studien dazu, ob und wie stark Migräne die Schwangerschaft beeinflusst. Dies konnten dänische Forscher von der Uniklinik Aarhus mit einer großen Registeranalyse nun ändern. Laut der Analyse treten bei bis zu der Hälfte der migränekranken Frauen häufiger Komplikationen während der Schwangerschaft und Geburt auf. Außerdem häufen sich Fieberkrämpfe und Atemnot bei den Kindern.

Donnerstag, 22.08.2019, 04:46 Uhr aktualisiert: 22.08.2019, 07:51 Uhr
Gesundheit: Bei Migräne häufen sich Komplikationen in der Schwangerschaft
Foto: pixabay.com

Rund 50 Prozent mehr Bluthochdruck

Das dänische Forscherteam wertete Patientendaten zwischen 2005 und 2012 aus. In diesem Zeitraum lagen rund 23.000 Schwangerschaften von Frauen, die an Migräne leiden oder Medikamente dagegen einnehmen. Ihnen stellten sie jeweils zehn Schwangerschaften Frauen gleichen Alters ohne Migräne gegenüber.

Frauen mit Migräne erkrankten im Vergleich etwas häufiger an Bluthochdruck, Asthma und Depressionen. Berücksichtigten die Forscher diese und weitere Einflüsse wie das Rauchen, die Einnahme von Schmerzmitteln und den Body-Mass-Index, entwickelten migränekranke Frauen rund 50 Prozent häufiger einen Bluthochdruck in der Schwangerschaft. Zudem kam es bei ihnen 42 Prozent häufiger zu einer Schwangerschaftsvergiftung oder -krämpfen und 10 Prozent wahrscheinlicher zu einer Fehlgeburt.

Kopfschmerz-Attacken, die bis zu 72 Stunden andauern

In Deutschland leiden acht Millionen Menschen an Migräne, davon rund 1,6 Millionen unter einer schwer belastenden Form. Die Erkrankung äußert sich in wiederkehrenden starken Kopfschmerzen , die zwischen 3 und 72 Stunden andauern. Sie schränken die Betroffenen privat und beruflich massiv ein. Leichte und mittelschwere Formen werden akut mithilfe von Schmerzmitteln wie Ibuprofen oder Diclofenac behandelt. Bei mittelschweren und schweren Migräne-Formen kommen sogenannte Triptane zum Einsatz. Außerdem gibt es bei schweren Verläufen die Möglichkeit zur Prophylaxe mit Antikörpern, wie dem seit Ende 2018 zugelassenen Wirkstoff Erenumab.

Komplikationen betreffen Mutter und Kind

Die dänische Studie zeigt, dass Migräne nicht nur die Gesundheit der Mütter beeinflusst: Ihre Kinder wiesen 20 Prozent häufiger ein niedriges Geburtsgewicht auf und kamen etwa ein Drittel häufiger vor der 32. Woche der Schwangerschaft zur Welt – rund ein Fünftel mittels Kaiserschnitt. Im ersten Monat nach der Geburt mussten die Babys von migränekranken Frauen häufiger in eine Klinik oder auf die Intensivstation. Die Forscher sehen eine mögliche Ursache für die Komplikationen während Schwangerschaft und Geburt in dem genetisch bedingten Bluthochdruck. Dieser tritt vermehrt bei migränekranken Frauen auf.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6865200?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F198%2F711292%2F711821%2F
Die Wiesmann-Legende lebt
Sportwagen geht in Produktion: Die Wiesmann-Legende lebt
Nachrichten-Ticker