Gesundheit
Wundermittel CBD – ist der Hype gerechtfertigt?

CBD liegt im Trend. Längst haben auch die Apotheken nachgezogen und so ist es für Kunden kein Problem mehr, CBD-Präparate in Apotheken zu erwerben. Wem der Online-Handel also zu unsicher ist, der kann diesen traditionellen Weg des Kaufs wählen. Ein Meilenstein in dieser Entwicklung war die Legalisierung spezieller CBD-Zigaretten in der Schweiz im Jahre 2017. Nach dieser Entscheidung setzte ein CBD-Tourismus in das Alpenland ein, der durchaus vergleichbar mit dem alltäglichen Sturm in die Coffeeshops in den Niederlanden ist.

Dienstag, 14.04.2020, 11:13 Uhr aktualisiert: 14.04.2020, 11:16 Uhr
Gesundheit: Wundermittel CBD – ist der Hype gerechtfertigt?
Foto: Unsplash.com

In der Schweiz liegt der THC-Grenzwert auch deutlich höher als in Deutschland, nämlich bei 1 % statt 0,2 %. Trotzdem ist es aufgrund verschiedener Verfahren kein Problem, auch den deutschen Grenzwert einzuhalten. Die Produktvielfalt ist deshalb auch in Deutschland breit gefächert. Ein spektakuläres Beispiel dafür stellt dieser Artikel vor: Deutscher Rapper gründet CBD Marke . Wir möchten uns deshalb der Frage zuwenden, ob der Hype um CBD gerechtfertigt ist bzw. ob das Cannabidiol den hohen Erwartungen standhält.

CBD ist Gegenspieler von THC

Zunächst ist bei CBD wichtig zu wissen, dass das Cannabidiol nichts mit der berauschenden Wirkung zu tun hat, die man für gewöhnlich mit Cannabis assoziiert. Diese geht nämlich von THC aus. THC ist wie CBD eines von 113 bislang entdeckten Cannabinoiden der Hanfpflanze. CBD ist sogar in vielerlei Hinsicht der Gegenspieler von THC, da das Pyhtocannabinoid an vielen Stellen im menschlichen Nervensystem Prozesse hemmt, die THC aktiviert. Doch was genau löst CBD im menschlichen Körper aus?

Zentrale Verflochtenheit mit dem Nervensystem

Der renommierte israelische Wissenschaftler und Arzt Raphael Mechoulam entdeckte im Jahre 1986 das Endocannabinoid System (ESC) des Menschen. Das ECS ist vielseitig in grundlegende Abläufe im Zentralen Nervensystem (ZNS) eingebunden und beeinflusst zusätzlich die Funktionalität von Körperorganen und des Immunsystems. Beispiele von vielen sind die Regulation des Schlafverhaltens, die Steuerung der Körpertemperatur, der Appetit, bewusste und unbewusste gedankliche Prozesse, Stimmung, Ängste, Zellproliferation und Vorgänge rund um den Stoffwechsel.

Außerdem fördert CBD durch seine Verankerung im Nervensystem den Durchfluss der Neurotransmitter. Das alles ist der Hintergrund für die überraschend vielseitige Wirkung von CBD, das auch nach offiziellen Studienergebnissen eine Lösung für völlig unterschiedliche Krankheitsbilder von Asthma Bronchiale über Morbus Crohns bis zur Zwangsstörung ist. 

CBD gegen Schmerzen

Schwerpunkte bei der Behandlung unterschiedlicher Krankheitsgruppen mit CBD sind Entzündungen und Schmerzen. Der Einsatz von CBD in der Schmerztherapie könnte in den nächsten Jahren sogar an Bedeutung weiter zunehmen, denn was den Einsatz von CBD gegen Schmerzen angeht, so wirkt CBD auf die Vanilloid-Rezeptoren und damit auf die Sinnesorgane der Zellen, die unmittelbar mit der Unterdrückung der Schmerzleitungen zu tun haben.

Zahlreiche Medikamente basieren noch heute auf dem Vanilloid-System. Noch vor 70 Jahren lag der Anteil dieser Gruppe der Schmerzmittel sogar bei 80 %. Studien weisen darauf hin, dass CBD sehr gut gegen chronische Schmerzen eingesetzt werden kann. Erfolge wurden in diesem Zusammenhang bei Fibromyalgie, Juckreiz, Polyneuropathie, Migräne und Arthritis nachgewiesen, sodass Cannabis als Schmerzmittel eine wirksame Ibuprofen Alternative ist.

CBD gegen Entzündungen

CBD ist hochgradig im menschlichen Immunsystem konzentriert. Hier entfaltet es einen Großteil seiner antioxidativen, antiallergenen und entzündungshemmenden Wirkung. Entzündungen werden nämlich im Immunsystem als körpereigene Reaktionen auf gefährliche Reize gesteuert. Hier hilft CBD dabei, diese Prozesse in die richtigen Bahnen zu lenken. Die antoxidative Wirkung von CBD wirkt zudem als Schutzschild gegenüber Entzündungen, die von Bakterien verursacht werden. Eine Londoner Gesundheitsstudie erkannte in einem Versuch mit Mäusen einen Rückgang von Infektionen um 50 %. Schließlich wird als eine weitere Ursache für die entzündungshemmende Wirkung von CBD die Ausschüttung des Botenstoffs Adenosin vermutet. Dieser fördert nämlich mit Dopamin und Noradrenalin zwei weitere Neurotransmitter, zu deren Funktionalität die Eindämmung von Entzündungen gehört.

Generell ist die entzündungshemmende Wirkung von CBD breit gestreut, da es gegen unterschiedliche Entzündungen wirkt. Anerkannt ist seine heilsame Wirkung zum Beispiel bei der Arthritis (Entzündungen in den Knorpeln), Migräne (Entzündungsreaktion des Gehirns), Asthma bronchiale (Entzündungen der Atemwege) und dem Reizdarm (Entzündungen am Darm). Gerade hier entwickelt sich CBD immer mehr als sanfte Alternative zu den üblichen „chemischen Keulen“.

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