Gesundheit
Wie Sport und Libido miteinander zusammenhängen

Athletisch gebauten, durchtrainierten Marathonläufern wird gemeinhin eine überdurchschnittliche sexuelle Leistungsbereitschaft nachgesagt. Bodybuildern hingegen wird diese eher abgesprochen. Zutreffend ist dabei: Einige Sportarten entfachen die Lust – andere hemmen sie eher. Allerdings sind die verbreiteten Annahmen, welche Sportarten für eine höhere Libido sorgen, oft falsch.

Mittwoch, 15.07.2020, 18:55 Uhr aktualisiert: 15.07.2020, 19:00 Uhr
Gesundheit: Wie Sport und Libido miteinander zusammenhängen
Krafttraining oder Ausdauersport – was ist besser für die Libido? Foto: pixabay.com © scottwebb

Mehr Sport für die Libido

Joggen an der frischen Luft oder Kraftsport im Fitnessstudio – Sport ist Geschmackssache. Während die einen sich lieber bei Ausdauersport verausgaben, bevorzugen es andere, schwere Gewichte zu stemmen. Gemeinsam haben Ausdauer- und Kraftsport jedoch: Sie fördern die Gesundheit und helfen dabei, überflüssige Pfunde zu verlieren. Außerdem hilft regelmäßige körperliche Aktivität dabei, Stress effektiv abzubauen.

Ähnliches gilt übrigens auch für Sex. Auch ein aktives Sexualleben fördert die Gesundheit, macht gute Laune und ist förderlich für den Stressabbau. Allerdings gibt es noch weitere, teilweise überraschende Zusammenhänge zwischen Sport und Sex:

Lässt die Lust auf körperliche Nähe in einer langjährigen Partnerschaft langsam nach, kann Sport ein passendes „Gegenmittel“ sein. Schließlich fördert, wer sich regelmäßig bewegt, nicht nur seine Gesundheit, sondern auch die Lust auf Sex. Umgekehrt haben viele Mittel und Kuren zur Förderung der Potenz positive Einflüsse auf sportliche Leistungen .

Ein gewisser Zusammenhang zwischen sportlicher Aktivität sowie sexueller Lust schein also offensichtlich. Allerdings beeinflussen nicht alle Sportarten die Libido gleichermaßen positiv. Dabei ist besonders überraschend, welche Sportarten quasi als natürliche Potenzmittel wirken und welche die Lust eher mindern.

Besserer Sex durch Sport

Sport nimmt nicht lediglich indirekt Einfluss auf das Sexualleben. Schließlich wird durch mehr körperliche Aktivität der Blutgefäßzustand – gerade im Beckenbereich – verbessert. Die bessere Durchblutung des Beckens erhöht die Empfindsamkeit auch im Intimbereich. Das hat direkt eine erhöhte sexuelle Leistungsfähigkeit und ein verbessertes Sexualempfinden zur Folge. Kurz gesagt: Durch Sport wird der Sex faktisch besser.

Allerdings ist diese Verbesserungswirkung nicht bei allen Sportarten gleich stark ausgeprägt. Stattdessen gibt es sogar einige Disziplinen, die eine gegenteilige Wirkung haben können.

Extremer Ausdauersport senkt die Libido

Wie schon gesehen, kann Sport durchaus die sexuelle Lust steigern. Medikamente gegen Impotenz wiederum können die Leistungsfähigkeit beim Sport steigern. Allerdings bedeutet dieser Zusammenhang zwischen Sex und Sport nicht, dass viel immer viel hilft:

Insbesondere Ausdauersport, wenn er extrem oder im Hochleistungsbereich betrieben wird, kann die sexuelle Lust senken. Untersuchungen zufolge senkt die extreme Ausdauersportbelastung nämlich den Testosteronspiegel von Triathleten, Marathonläufern oder Rennradfahrern. Hieraus kann sich ergeben, dass extremer Ausdauersport die Libido deutlich senkt. Schließlich hängen Testosteronproduktion und Libido direkt zusammen.

Allerdings ist hiermit nicht gemeint, dass extremer Ausdauersport die Potenz schmälert. Schließlich wird unter der Libido lediglich die „sexuelle Lust“ oder ein „sexuelles Begehren“ verstanden. Mit der tatsächlichen Leistungsfähigkeit insbesondere des Mannes hat sie hingegen erst einmal nichts zu tun. Dennoch kommt ohne einen ausreichend hohen Testosteronspiegel und eine „intakte“ Libido kein erfülltes Sexualleben zustande.

Schließlich stellt das Hormon Testosteron quasi das „Entscheider-Hormon“ für sexuelle Lust dar. Sowohl bei Männern als auch bei Frauen ist Testosteron nämlich für die Lust auf Sex verantwortlich. Ist es – etwa durch extrem betriebenen Ausdauersport – nur in geringen Mengen vorhanden, schwindet die sexuelle Lust.

Mehr Testosteron sorgt für eine höhere Libido

Wie schon gesehen, kann extremer Ausdauersport zu einer Senkung des Testosteronspiegels führen. Diese Senkung der Testosteronausschüttung wiederum hat nicht selten verminderte sexuelle Lust zu Folge. Im Umkehrschluss können daher die Sportarten, die eine vermehrte Testosteronproduktion fördern, die Libido verbessern.

Für viele überraschend ist dabei, welche Sportarten es sind, die die Testosteronproduktion anregen:  Insbesondere kurzes, intensives Training wie etwa das Krafttraining im Fitnessstudio, Sprints oder Intervallläufe führt nämlich zu einer Verbesserung der Testosteronwerte. Anders als oft angenommen, ist es deshalb gerade nicht Krafttraining, dass das Sexinteresse oder die sexuelle Leistungsfähigkeit verringert.

Ebenfalls „erlaubt“ und libido-förderlich ist moderater Ausdauersport. Joggen oder Nordic Walking verbessern nämlich die Durchblutung auch der Sexualorgane. Auch dieses Training kann so mehr Lust auf Körperlichkeit machen.

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Extremer Ausdauersport kann die Testosteronwerte senken. Foto: pixabay.com © skeeze

Besser gar kein Sport für die Libido?

Wer nun meint, kein Sport sei der einfachste und sicherste Weg zu einer intakten Libido, irrt: Untersuchungen zeigen nämlich, dass gerade sportliche Männer oft viel höhere Testosteronwerte zeigen als unsportliche. Das bedeutet: Die Sportverweigerung ist keinesfalls der Königsweg zu einem gesunden Sexleben. Stattdessen ist es moderates Ausdauer- oder sonstiges kurzes, aber Intensives Training, das die Libido fördert.

Mit Extremsport zu einer erhöhten Testosteronproduktion?

Eine gesteigerte Testosteronproduktion ist für viele Grund genug, die Sportschuhe öfter anzuziehen. Doch muss es dabei immer Joggen oder Krafttraining sein? Oder können vielleicht auch abenteuerlichere Sportarten wie Snowboarden oder Klettern der Libido auf die Sprünge helfen?

Selbstverständlich hat, wer sich in einem sportlichen Wettkampf misst oder eine Felswand erklimmt, in diesem Moment kein Interesse an Sex. Schließlich setzt die extreme Situation den Körper unter Stress.  Dass die sexuelle Lust dann gegen null tendiert, ist völlig normal. Sind Körper und Geist nach der Extremsituation jedoch wieder entspannt, läuft die Produktion des Hormons Testosteron quasi zu Hochformen auf. Außerdem ist der psychologische Effekt des Trainings nicht zu unterschätzen: Während der Abenteuersport-Einheit werden nämlich Glückshormone freigesetzt, die ebenfalls die Lust steigern können.

Außerdem geht mit abenteuerlichen Sportarten seltener ein Impotenz-Risiko einher. Obwohl für eine Steigerung von Gesundheit und Libido eigentlich jede körperliche Aktivität geeignet ist, gibt es auch „potenzmindernde“ Sportarten:

Prinzipiell haben Männer, die wöchentlich rund drei bis vier Stunden Sport treiben, ein geringeres Impotenz-Risiko. Amerikanische Studien belegen dabei, dass sich das Risiko von Erektionsstörungen durch regelmäßige Bewegung um etwa 30 Prozent senken lässt. Anders sieht das allein bei denjenigen aus, die lange Radtouren, stundenlanges Reiten oder ähnliche Sportarten lieben. Durch Sport, bei dem Nerven und Blutgefäße rund um den Penis länger „abgedrückt“ werden, kann die Potenz nämlich leiden.

Insgesamt lässt sich aber sagen: Bewegung fördert die Testosteronproduktion und steigert die Libido. Wer dabei auf extremen Ausdauersport oder mehrere stundenlange Radtouren verzichtet, tut seinem Sexuallaben und seiner Gesundheit garantiert etwas Gutes.

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