Sonderveröffentlichung

Gesundheit
Wenn Gelenke schmerzen: Was hilft wirklich bei Arthrose?

Konservative und operative Behandlungsmethoden bei Schmerzen in den Gelenken

Freitag, 18.09.2020, 02:14 Uhr aktualisiert: 18.09.2020, 14:51 Uhr
Gesundheit : Wenn Gelenke schmerzen: Was hilft wirklich bei Arthrose?
Arthrose ist vor allem im Knie sehr schmerzhaft! Foto: Pixabay - Sabine van Erp

Unter Arthrose versteht die Wissenschaft eine Gelenkkrankheit, welche den Zustand eines Gelenks nach Zerstörung der Knorpelschicht und den damit begleitenden Knochenveränderungen beschreibt. Bei fortschreitender Arthrose entzündet sich das Gelenk in immer kürzeren Zeitabständen, schwillt an und schmerzt. In letzter Konsequenz führt die häufigste aller Gelenkkrankheiten zur Bewegungsunfähigkeit der betroffenen Zone. Arthrose kann jedes Gelenk befallen. Am häufigsten jedoch tritt sie in den Händen, der Hüfte oder den Knien auf.

Schätzungen ergeben, dass bei ca. 50 % aller Arthrose-Patienten langjährige Überbelastung die Ursache dafür ist, dass sie an Schmerzen in den Gelenken leiden. 30 % der Fälle sind durch Unfälle begründet und immerhin bei 20 % wird von einer angeborenen Fehlform der Gelenke ausgegangen. Arthrose hat einen langjährigen Verlauf und beginnt in der Regel mit einem Knorpelschaden. Mit der Zeit werden die Gelenke immer weiter abgenutzt und im Spätstadium reiben die Knochen schmerzhaft direkt aufeinander.

Symptome und Krankheitsverlauf

Die ersten arthrotischen Symptome sind Schmerzen in den Gelenken, welche nach ungewohnten Tätigkeiten auftreten. Anfangs sind die Arthrose-Beschwerden nicht genau lokalisierbar und beeinträchtigen die Alltagsaktivitäten kaum. Bei fortlaufender Erkrankung treten die Symptome häufiger auf und äußern sich oft durch den sogenannten Anlaufschmerz. Dieser tritt nach einer längeren Ruhephase auf und verschwindet nach kurzer Zeit wieder. Im späteren Krankheitsstadium macht sich der Schmerz auch nachts bemerkbar (Ruheschmerz).

In der Spätphase der Erkrankung verändert sich die Gelenkstruktur. Die Zusammenarbeit der Muskeln wird eingeschränkt. Der Knorpelabrieb wird verstärkt und blockiert plötzlich den Bewegungsablauf, wenn er in den Gelenkspalt gelangt. Spätestens jetzt sollte über ein künstliches Gelenk nachgedacht werden. Entgegen vieler Versprechungen ist die Krankheit nach heutigem Wissensstand weder heilbar noch existiert eine Wunderwaffe gegen Arthrose. Allerdings gibt es eine Vielzahl von Maßnahmen, welche den Krankheitsverlauf verzögern und die Leiden mindern.

Konservative Behandlungsmethoden bei Arthrose

Präventive Maßnahmen sind rar gesät. Absehbare und lang andauernde Überbelastungen können die Ursache sein und sollten daher vermieden werden. Ist der Knorpel beschädigt, gilt es, das betreffende Gelenk zu entlasten und vor Fehl- und Überbelastungen zu schützen. In späteren Stadien können mechanische Hilfsmittel wie der Handstock, Unterarm-Gehstützen und Pufferabsätze zu einer weniger schmerzhaften Fortbewegung beitragen.

Physiotherapie bzw. Krankengymnastik fördert gezielt die Beweglichkeit der Gelenke und verringert damit die Beschwerden. Entscheidend dabei ist, dass die Patienten die vorgeschriebenen Übungen zu Hause weiterführen. Auch physikalische Therapien mit Wärme, Kälte oder Strom lindern die Symptome der Krankheit.

Bei der medikamentösen Behandlung sind vor allem entzündungshemmende Schmerzmittel zu nennen. Diese helfen allerdings nur kurzfristig und bekämpfen ebenso wie schmerzlindernde Salben und Gels nur die Symptome. Zeitweise Erfolge werden mit der direkten Einspritzung von Hyaluronsäure erzielt. Diese verbessert die Viskosität der Gelenkflüssigkeit. Nicht schaden kann die Einnahme von angeblich knorpelaufbauenden Medikamenten. Schlüssige Beweise über die Erfolgsaussichten sind allerdings noch nicht erbracht, obwohl Patienten über einschneidende Verbesserungen des Krankheitsbilds berichten.

Fachärzte sowie weiterführende Informationen zu gängigen Behandlungsmethoden finden Sie auf dem Gelenkexperten Portal .

Sport und angepasste Ernährung versprechen Besserung

Bessere Erfolgsaussichten erzielen Verhaltensanpassungen und eine Ernährungsumstellung. Oberstes Ziel ist dabei eine Gewichtsreduzierung, denn jedes Gramm belastet vor allem bei Knie- und Hüftarthrose die Gelenke. Dies gelingt vor allem mit dem Einbau von gelenkschonenden Sportarten wie Radfahren oder Schwimmen in den Lebensrhythmus. Dadurch wird die Durchblutung der gelenkumgebenden Muskulatur gefördert, was mit einer Stärkung des Gelenks gleichzustellen ist.

Eine ausgewogene Ernährung kann auf Arthrose abgestimmt werden. Dabei raten die Ernährungsexperten zum verstärkten Konsum von Beta-Carotin-haltigen Salaten, Kohl- und Knollengemüsen. Lauch, Zwiebeln, Knoblauch und Möhren sind ebenso auf die Speisekarte zu setzen wie Kaltwasserfische, Kräuter und Olivenöl. Weniger zu empfehlen sind fettreiche Milchprodukte, Weißmehl und geschälter Reis. Auch frittierte Speisen sind zu meiden. Fettes Fleisch und Wurst gelten als entzündungsfördernd.

Operative Lösungen

Erst bei Ausschöpfung der konservativen Methoden ist an einen chirurgischen Eingriff zu denken. Bei der Arthroskopie (Kniespiegelung) werden kleine Knochensplitter aus dem Gelenk entfernt, während bei der sogenannten Mikrofrakturierung der Knochen gezielt angebohrt wird, um die Knorpelbildung zu fördern.

Bei geringen Schäden kann eine Knorpeltransplantation Erfolge zeitigen. Oft ist eine Gelenkumstellung oder eine Versteifung sinnvoll. Als letzter Schritt ist dem Patienten nur noch mit einem Kunstgelenk zu helfen, um schmerzfrei zu leben.

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