Gesundheit
Fußpilz erkennen und behandeln

Nach dem Schwimmbadbesuch bringen viele Menschen ein unangenehmes „Souvenir“ mit nach Hause: Fußpilz. Schätzungsweise 70 Prozent aller deutschen Bundesbürger sind im Laufe ihres Lebens mindestens einmal davon betroffen. Somit gilt Fußpilz inzwischen als stille Volkskrankheit, der gesellschaftlich zu wenig Aufmerksamkeit zuteilwird. Dabei sind gesunde Füße besonders wichtig, da sie uns wortwörtlich durchs Leben tragen. Der nachfolgende Artikel verrät Ihnen, woran Sie Fußpilz erkennen – und wie Sie den lästigen Begleiter im Zweifelsfall schnell wieder loswerden.

Freitag, 05.02.2021, 03:56 Uhr aktualisiert: 05.02.2021, 13:59 Uhr
Gesundheit: Fußpilz erkennen und behandeln
Foto: Colourbox

Was versteht die Wissenschaft unter Fußpilz?

Fußpilz (medizinisch auch Tinea pedum genannt) bezeichnet eine Pilzinfektion an den Füßen, die chronisch verläuft. Häufig entsteht Fußpilz an den Zehenzwischenräumen, Fußsohlen oder auch am Fußrücken. Sobald sich der Pilz ebenfalls auf die Fußnägel ausbreitet, sprechen Mediziner von Nagelpilz. Insgesamt lässt sich Fußpilz den Hautpilz-Erkrankungen (Dermatomykosen) zuordnen.

Welche Ursachen liegen Fußpilz zugrunde?

Fußpilz als ernst zu nehmende Krankheit breitet sich überall dort aus, wo die menschliche Haut vorgeschädigt ist. An verletzten oder rissigen Stellen dringen die Zellfäden der Pilze in die Hornhautschicht ein – und breiten sich von dort weiter aus. Da sich manche Hefepilze als körpereigene Zellen tarnen, können sie die Abwehrzellen des Körpers überlisten und ungehindert an ihnen andocken. Je weiter die Pilze wachsen, desto stärker reagiert das Immunsystem auf die fremden Krankheitserreger. In diesem Stadium treten erste Symptome in Erscheinung.

Weiterhin gibt es gewisse Risikofaktoren, die Pilze an den Füßen begünstigen. Diese lieben es warm und feucht, weshalb Sportler und Schwimmer besonders oft unter ihnen leiden. Ältere Menschen haben generell ein höheres Risiko, an Fußpilz zu erkranken. Auch Menschen mit geschwächtem Immunsystem oder Durchblutungsstörungen sind anfälliger für Pilze, da ihre natürliche Hautbarriere dauerhaft geschwächt ist. Weiterhin erkranken Aktive, die etwa in Schwimmbädern oder Hotels barfuß laufen, häufig an dieser Art Pilz. Als „Risikogruppen“ gelten zudem Allergiker, Diabetiker und Menschen, die Schweißfüße haben oder eine familiäre Vorbelastung aufweisen.

Welche Pilze lösen Fußpilz aus?

Fußpilz überträgt sich auf direktem oder indirektem Wege. Selbst über Wochen und Monate bleiben die Pilzsporen mehr oder minder aktiv, um sich weiterzuverbreiten. Bei den meisten Erregern handelt es sich um Fadenpilze der Bezeichnung Trichophyton rubrum, seltener lösen Hefe- oder Schimmelpilze die Erkrankung aus. Während Fadenpilze in der Lage sind, menschliche Hornsubstanz zu spalten, schaffen Schimmelpilze dies nicht und sind somit auf „Mitstreiter“ angewiesen. Hefepilze hingegen lieben feuchte Stellen und finden sich deshalb vermehrt auf Körperfalten oder im Mundraum. 

Woran lässt sich Fußpilz erkennen?

Fußpilz macht sich durch juckende und gerötete Stellen bemerkbar. Auch schuppige Haut ist ein Indiz dafür, dass die Füße von schädlichen Pilzen befallen sind. Oftmals entsteht Fußpilz zunächst in den Zehenzwischenräumen, von wo aus sich dieser immer weiter ausbreitet. Je fortgeschrittener die Erkrankung ist, desto stärker werden die Symptome. Langsam bildet die Haut Risse, nässt und schmerzt selbst bei leichten Bewegungen. Spätestens dann, wenn sich weißliche Schuppen von der Haut ablösen, ist schnelles Handeln erforderlich.

Wichtig zu wissen: Die Medizin unterscheidet zwischen verschiedenen Fußpilz-Formen. So entsteht der Interdigitale Fußpilz zumeist am dritten und vierten Zeh. Daneben gibt es einen verhornten Fußpilz (squamös-hyperkeratotische Form), der besonders die Fersen und Fußballen befällt. Sehr selten geht der Fußpilz mit trockenen Bläschen einher, die Spannungsgefühle und anhaltenden Juckreiz auslösen. Kompliziert wird es, sobald sich der Pilz auf andere Körperbereiche ausbreitet. Neben Knöcheln können auch Haare und Nägel befallen sein, zudem gelangen die Erreger beispielsweise durch unzureichende Hygiene und Handkontakt ins Gesicht oder auf andere Körperstellen. Ein weiteres Problem besteht in den abgelösten Hautschuppen, die leicht im eigenen Haushalt verbreitet werden – und mit ansteckenden Pilzen behaftet sind.

Fußpilz behandeln: So werden Sie rasch wieder gesund

Bei Symptomen sollten Sie als Betroffener schnellstmöglich den Haus- oder Hautarzt hinzuziehen. Diese erkennen die Krankheit meist schon anhand einer Blickdiagnose, überprüfen ihre Vermutung aber mit der mikroskopischen Untersuchung einzelner Hautschuppen. Liegt ein „positiver“ Befund vor, bestimmt der Mediziner zunächst die Pilzart, um anschließend eine geeignete Therapie anzuordnen:

  • Antientzündliche Ernährung entzieht manchen Pilzen die Lebensgrundlage. Es ist diesbezüglich vor allem anzuraten, konsequent Zuckerverzicht zu üben sowie auf säurebildende Lebensmittel zu verzichten. 
  • Zusätzlich dazu erhalten Betroffene pilzhemmende Medikamente. Dazu gehören in erster Linie Gels und Cremes als Antipilzmittel (Antimykotika), die auf die betroffenen Hautstellen aufgetragen werden. Bei schweren Infektionen verschreibt der Arzt Tabletten und Antibiotika. Häufig kommen auch sogenannte Breitband-Antimykotika zum Einsatz, die gegen eine Vielzahl an Pilzen wirken. Wichtig ist hierbei, die Mittel konsequent über einen längeren Zeitraum anzuwenden, damit die Infektion zurückgeht. Experten raten bei Fußpilz davon ab, ausschließlich Hausmittel zur Behandlung einzusetzen . Diese ersetzen keine medizinische Therapie und schaffen es nicht, den Fußpilz von allein wieder in den Griff zu bekommen.
  • Wichtig ist und bleibt, Fußpilz mit einfachen Maßnahmen vorzubeugen. Das bedeutet, Füße mit eigenen Pflege-Utensilien einzureiben, atmungsaktive Kleidungsstücke zu tragen und die Füße gut trocken zu halten. Weiterhin ist es angebracht, überschüssige Hornhaut regelmäßig zu entfernen und bei starken Schweißfüßen besonders penibel auf die Hygiene zu achten .
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