Karriere
Kiffen am Feierabend kann zur Kündigung führen

Berlin (dpa/tmn) - «Arbeit ist Arbeit und Schnaps ist Schnaps» - oder? Viele Arbeitnehmer gehen davon aus, dass der Feierabend den Chef nichts angeht. Das stimmt aber nur bedingt. Wenn der Drogenkonsum die Arbeit beeinträchtigen kann, ist das ein Kündigungsgrund.

Montag, 10.09.2012, 10:09 Uhr

In der Regel geht es den Chef nichts an, was Mitarbeiter in ihrer Freizeit machen. Doch wer am Wochenende kifft, kann deshalb gekündigt werden. Das gilt jedenfalls, wenn der Drogenkonsum ein Sicherheitsrisiko ist. Das hat das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg bestätigt (Aktenzeichen: 19 Sa 306/12). Auf das Urteil weist der Deutsche Anwaltverein hin.

In dem Fall hatte ein Verkehrsbetrieb einem Gleisbauer gekündigt. Bei einer betriebsärztlichen Untersuchung hatte das Drogenscreening bei ihm erhöhte Werte für Cannabisstoffe ergeben. Der Mann gab daraufhin zu, in seiner Freizeit am Wochenende Cannabisprodukte zu konsumieren. Gegen die daraufhin ausgesprochene Kündigung klagte der Mann.

Die Richter erklärten die Kündigung aus formalen Gründen zwar für unwirksam. Denn der Arbeitgeber hatte die Kündigung ausgesprochen, ohne den Personalrat ordnungsgemäß zu beteiligen. Allerdings müsse der Verkehrsbetrieb ihn trotz der unwirksamen Kündigung nicht weiter beschäftigen. Als Gleisbauer werde er in einem sicherheitsrelevanten Bereich eingesetzt, so die Richter. Eine Beschäftigung führe wegen seines Cannabiskonsums zu einem Sicherheitsrisiko, das der Arbeitgeber nicht eingehen müsse.

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