Karriere
Frische Ideen in NRW: Dies sind die innovativsten Start-ups in Münster

Die nordrhein-westfälische Stadt Münster genießt vor allem den Ruf als schöne Studentenstadt. Dass die Großstadt mit rund 331.000 Einwohnern auch in Sachen Gründergeist einiges zu bieten hat, zeigen die innovativen Start-ups, die in dieser Region noch in den Kinderschuhen stecken oder sich bereits fest auf dem Markt etablierten.

Freitag, 06.07.2018, 09:29 Uhr

Karriere: Frische Ideen in NRW: Dies sind die innovativsten Start-ups in Münster
In Münster stehen die angehenden Gründer nicht alleine da, sondern werden auf Wunsch von diversen Vereinen und Netzwerken unterstützt, um sich erfolgreich auf dem Markt zu beweisen. Foto: Pixabay.com © rawpixel (CC0 Creative Commons)

Aus diesen Gründen bringt Münster mehr Start-ups als andere Städte hervor

Karlsruhe, Stuttgart oder Dresden sind prinzipiell größer und einwohnerreicher als die Stadt nördlich des Ruhrgebiets. Dennoch lassen sich viele junge Unternehmen in Münster nieder oder werden dort gegründet. Insgesamt nimmt der Anteil der Menschen, die sich entscheiden, ein eigenes Unternehmen aufzubauen, laut der aktuellen Studie von „Startup-Monitor“ das dritte Jahr in Folge zu und steigt auf 14,6 Prozent. Viele der Gründer wählen die Stadt Münster aufgrund ihrer günstigen Standortbedingungen: Die Start-up-Szene hat sich hier in den letzten Jahren positiv entwickelt. Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Universität, welche dank der fundierten Ausbildung national und international einen hervorragenden Ruf genießt.

Diese spannenden Start-ups kommen aus Münster

  • „4Tree“ ist ein Unternehmen, das seit 2010 existiert. Dessen Gründer entwickelten eine Analysetechnologie, die es ermöglicht, die Kundendaten von stationären Handelsunternehmen zu analysieren. Im letzten Jahr wurde das Unternehmen von der bekannten Beratungsfirma McKinsey übernommen.
  • „Flaschenpost“ ist ein innovatives Start-up aus der Logistik-Branche. Die Gründer um den Geschäftsmann Dieter Büchl verfolgen ein simples Konzept: Sie liefern Getränke innerhalb von 90 Minuten ohne Liefergebühr zu günstigen Preisen an. Die Auswahl im eigenen Shop ist riesig und reicht von spritzig-erfrischenden Limonaden bis zu Weinen und Spirituosen.
  • In puncto Innovation macht diesem Start-up höchstens der hochmoderne 3D Druck eines Unternehmens wie Visiotech Konkurrenz: „Tapdo“ versteht sich als technikversiertes Unternehmen, das sich darauf spezialisiert, hochwertige Software zu entwickeln. Markus Sudhoff und Manuel Prätorius arbeiten an einem intelligenten Fingerabdruck-System. Mit dem intelligenten Knopf sollen die Anwender in der Lage sein, technische Geräte wie das Smartphone mit dem eigenen Fingerabdruck schnell und ablenkungsfrei zu steuern.
  • Dieses Start-up hat seinen Sitz mittlerweile in die Metropole Düsseldorf verlegt, stammt aber ursprünglich aus Münster. „Lawyered“ versteht sich als intelligente Jobbörse speziell für Fachmänner und Fachfrauen aus dem juristischen Bereich.
  • Eine bessere Work-Life-Balance für Angestellte und Selbstständige: Dafür macht sich das Team des Startups „Stressfrei“ stark. Das Team um Gründer Niklas Brüning vermittelt verschiedene Services an die Arbeitnehmer, um sie von ihren alltäglichen Pflichten nach der Arbeit zu entlasten. Zu den Angeboten gehören unter anderem ein Reinigungsservice oder ein Programm zur Kinderbetreuung. Für Senioren bietet das Unternehmen eine individuelle Betreuungsmöglichkeit und vermittelt häusliche Pflegekräfte. Sie stehen den Angehörigen bei der Pflege der älteren Menschen zur Seite. Ein weiteres Angebot aus dem Hause „Stressfrei“ ist ein zuverlässiger und – wie der Name vermuten lässt – stressfreier Umzugsservice.
  • Die InfluencerDB widmet sich den modernen Social-Media-Kanälen, allem voran Instagram. Sie setzen sich für einen aktiveren Austausch zwischen den Unternehmen und den Meinungsmachern, den Influencern, ein. Dabei analysieren sie die erfolgreichsten Instagram-Accounts und zeigen den Kunden, wie sie ihr persönliches Follower-Netzwerk analysieren und ausbauen.
  • Photovoltaikanlagen sind das Steckenpferd des Start-ups „Milk the Sun“. Die Gründer haben es sich zum Ziel gemacht, die Kosten für die Transaktionen zu senken und die Preise für Photovoltaikanlagen auf dem Markt einheitlicher zu gestalten.
  • Zu überregionaler Bekanntheit brachte es das Team von Fabian Deventer, Artjem Weissbeck und Johannes Theobald von „Kapten & Son“. Im Jahr 2014 begannen die drei kreativen Macher, Uhren und Schmuck online zu verkaufen. Seitdem ist das Unternehmen kontinuierlich gewachsen und verkauft mittlerweile außerdem Rucksäcke, Sonnenbrillen und andere Accessoires. Zahlreiche Influencer unterstützten „Kapten & Son“ beim Marketing via Instagram.
  • Ein Start-Up im medialen Bereich ist seltener zu finden als Unternehmen, die sich auf das E-Commerce-Geschäft oder technische Erfindungen spezialisieren. „Perspective Daily“ ist solch eine Ausnahme. Lediglich einen Artikel pro Tag veröffentlichen die qualifizierten Autoren in ihrem Online-Magazin. Mittlerweile zählt die Community einige Tausend Mitglieder, die nicht nur aus journalistischer Sicht die Welt verändern wollen.
  • Das Unternehmen „Grünspar“ verkauft leistungsstarke Energiespar-Produkte wie beispielsweise LED-Leuchten, Wasserspar-Duschköpfe oder effiziente, energieschonende Trockner und Waschmaschinen. Aktuell arbeiten rund 40 Mitarbeiter dafür, den Strom in Deutschland „grüner“ zu gestalten. 2014 veröffentlichten die Gründer des Unternehmens, Martin Ferfers und Sebastian Kotzwander, eine mobile App für Endkunden, die ihren Stromverbrauch optimieren möchten. Die Kunden erhalten über das Smartphone Energieberichte und können mit den regionalen Stadtwerken vereinfacht Kontakt aufnehmen.
  • Eine smarte Lösung für alle Dokumente verspricht das 2011 gegründete Unternehmen namens „Fileee“. Mit einem sogenannten Premium-Paket können die Kunden ihre Dokumente online komfortabel verwalten und digitalisieren. Weitere wertvolle Features wie einen Kalender und eine größere Speicherkapazität kündigten die Unternehmer bereits an.
bild

In der studentischen Stadt Münster entstehen viele neue, junge Start-ups voller innovativer Ideen. Foto: Pixabay.com © KarinKarin (CC0 Creative Commons)

Nordrhein-westfälische Landesregierung spricht sich für eine attraktivere Beteiligung der Mitarbeiter aus

In Münster und anderen Städten im Bundesland Nordrhein-Westfalen soll das Gründen zukünftig noch attraktiver werden. Die Pläne der regionalen Landesregierung sehen vor, die steuerliche Freigrenze für Mitarbeiter anzuheben. Sie soll den Plänen zufolge von aktuellen 2360 Euro auf stolze 5000 Euro steigen. Die Landesregierung aus CDU und FDP sieht weiterhin vor, einen steuerliche Gutschrift einzuführen und diese mit der monatlichen Lohnsteuer zu verrechnen. Start-ups sollte es mit diesen Maßnahmen leichter fallen, ihren finanziellen Pflichten nachzukommen.

Die ersten Schritte zu einem eigenen Unternehmen in Münster

Kreative Macher sind in der geistreichen Stadt Münster nicht gezwungen, die ersten Schritte auf dem Weg zu einem erfolgreichen Start-up alleine zu gehen. In der Stadt gibt es einige Förderer und Netzwerke, die neue Gründer unter ihre Fittiche nehmen und mit gezielten Seminaren und Angeboten fördern. Interessenten erhalten beispielsweise beim Gründernetzwerk „Münster gründet!“ Unterstützung bei der Suche nach persönlichen Beratern. Weiterhin bietet die Initiative für aktive Gründer zahlreiche Informationsveranstaltungen an, zu denen die einmal jährlich stattfindende Gründerwoche „Münster gründet!“ gehört. Nach der Gründung sind die qualifizierten Experten weiterhin für die ortsansässigen Unternehmen da. Insgesamt bietet die Stadt ehrgeizigen Menschen also die besten Voraussetzungen für einen erfolgreichen Wachstumsprozess des eigenen Start-ups.

Anzeige
Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5881439?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F198%2F711292%2F711748%2F
Personal bald knapper als Geld
Die Eckdaten für den städtischen Haushalt des Jahres 2019 wurden am Mittwoch im Rat vorgestellt.
Nachrichten-Ticker