Arbeiten oder im Bett bleiben?
Krankheit nicht als Schwäche sehen

Viele Arbeitnehmer plagt schnell das schlechte Gewissen und sie schleppen sich trotz nicht auskurierter Erkrankung zur Arbeit. Mediziner raten jedoch, dem Körper die Zeit zur Genesung zu geben, die er braucht.

Freitag, 28.12.2018, 11:33 Uhr aktualisiert: 28.12.2018, 11:36 Uhr
Nicht auskurierte Erkrankungen machen weniger leistungsfähig und schaden der Gesundheit. Im Krankheitsfall soll die Krankschreibung deshalb auch zur Erholung genutzt werden.
Nicht auskurierte Erkrankungen machen weniger leistungsfähig und schaden der Gesundheit. Im Krankheitsfall soll die Krankschreibung deshalb auch zur Erholung genutzt werden. Foto: Maurizio Gambarini

Heidelberg (dpa/tmn) - Kranke Arbeitnehmer sollten sich auskurieren. Zur Arbeit zu gehen, um zu zeigen, dass man nicht schwach ist - das sei eine «fatale Einstellung», sagt Matthias Bradatsch in der Zeitschrift « BG RCI.magazin » (Ausgabe 11/12 2018).

Der Facharzt für Arbeitsmedizin der Berufsgenossenschaft der Chemischen Industrie sieht eine Tendenz, trotz Krankschreibung zur Arbeit zu gehen. Zu funktionieren sei in der Arbeitswelt oft wichtiger als gesund zu werden. Der Mediziner betont jedoch, dass man dem Köper für die Genesung die Zeit zugestehen muss, die er dafür braucht. Sonst sei man bei der Arbeit weniger leistungsfähig und schade seiner Gesundheit.

Damit sich Arbeitnehmer besser schützen, spielt dem Arzt zufolge auch die Organisation im Betrieb eine Rolle: Beschäftigte bleiben bei Krankheit zum Beispiel eher zuhause, wenn es Vertretungsregelungen gibt. Auch der Zugang zu einem Betriebsarzt sei wichtig.

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