Nach Jobpause
So gelingt der Weg zurück ins Arbeitsleben

Münsterland -

Vor allem nach der Elternzeit fällt vielen Menschen der Wiedereinstieg in den Beruf schwer. Ist das eigene Fachwissen noch aktuell? Wo gib es Möglichkeiten zur Weiterbildung? Die Agentur für Arbeit gibt Antworten.

Freitag, 06.09.2019, 12:54 Uhr aktualisiert: 06.09.2019, 14:59 Uhr
Vor allem nach der Elternzeit fällt vielen der Wiedereinstieg in den Beruf schwer.
Vor allem nach der Elternzeit fällt vielen der Wiedereinstieg in den Beruf schwer. Foto: Colourbox

Wir konnten vielen Frauen ganz unkompliziert helfen“, freut sich Andrea Mick von der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster, als sie die Lesertelefonaktion beendet. Frauen und Männer, die nach längerer Jobpause in Familienzeit wieder in den Beruf zurück wollen, hatten sich bei der gemeinsamen Aktion unserer Zeitung und der Arbeitsagenturen über unterschiedlichste Themen informiert.

„In den drei Stunden Lesertelefonaktion haben wir viel erreicht“, berichtet Karin Hartmann . Wie Andrea Mick ist auch sie Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt. „Wir haben die Lesertelefonaktionen in den vergangenen Jahren bereits regelmäßig durchgeführt“, berichtet sie.

„Es ist immer eine schöne Möglichkeit für Interessierte, ohne festen Beratungstermin eine kompetente Ansprechpartnerin zu erreichen, die mit den typischen Anliegen von Rückkehrern vertraut ist“, ergänzt Andrea Mick.

Sorgen um das Fachwissen

Die Expertinnen der Arbeitsagentur beobachten immer wieder, dass viele Frauen Hemmungen haben, sich an die Bundesbehörde zu wenden: „Sie denken, dass es dort Beratung nur für Empfänger von Arbeitslosengeld gibt, doch dem ist bei weitem nicht so.“ Neben den möglichen Gesprächen, die die Vermittlungsfachkräfte anbieten, richte die Arbeitsagentur auch regelmäßig Veranstaltungen für Wiedereinsteiger in den Job aus.

Ansprechpartner im Münsterland

Bei der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster gibt es gleich mehrere Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt. Ansprechpartnerin für die Kreise Borken und Coesfeld ist Karin Hartmann, Andrea Mick ist für Münster und den Kreis Warendorf zuständig, Gabriele Lange kümmert sich um den Kreis Steinfurt. Erreichbar sind die Beauftragten für Chancengleichheit in den Arbeitsagenturen unter der Servicenummer: 0800/45 555 00.

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Beantworteten die Fragen (v.l.): Andrea Mick, Janina Mauel und Karin Hartmann, Expertinnen der Agentur für Arbeit.

Beantworteten die Fragen (v.l.): Andrea Mick, Janina Mauel und Karin Hartmann, Expertinnen der Agentur für Arbeit. Foto: Wolfgang Kleideiter

In den Telefonaten zeigte sich immer wieder, dass sich Frauen nach längerer Pause auf dem Arbeitsmarkt oft nur noch sehr wenig zutrauen. Die Arbeitsbedingungen und -methoden ändern sich so schnell, da scheint das alte Fachwissen auf den ersten Blick nicht mehr viel wert zu sein.

Individuelle Beratung

Andere Anruferinnen hatten Sorge, dass sie keine Berufsausbildung schaffen, wenn sie gleichzeitig für die Erziehung kleiner Kinder verantwortlich sind. Die Mitarbeiterinnen der Arbeitsagenturen konnten da Sorgen nehmen: Sie klärten über Teilzeit-Ausbildungsprogramme auf und gaben Tipps zu Wegen, die wieder in den Beruf führen können.

„Viele Anruferinnen haben wir in unsere Häuser eingeladen, wo wir dann mehr Zeit für die individuelle Beratung haben“, sagt Janina Mauel, Arbeitsvermittlerin in der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster. Sie fügt hinzu: „Da können wir dann gemeinsam erörtern, ob schon ein Bewerbungstraining reicht oder ob eine Weiterbildung sinnvoll ist.“

Beauftragte für Chancengleicheit am Arbeitsmarkt

Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt sind Ansprechpartner in übergeordneten Fragen der Frauenförderung, der Gleichstellung von Frauen und Männern am Arbeitsmarkt sowie der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Sie bieten ein umfangreiches Informationsangebot und beraten Wiedereinsteigende nach einer Familienphase zu Fragen der Berufsausbildung, des beruflichen Einstiegs und Fortkommens sowie zu flexiblen Arbeitszeiten. Dafür muss man nicht konkret auf Stellensuche oder arbeitslos gemeldet sein. Auch wer in den Überlegungen zum beruflichen Wiedereinstieg steckt, kann unterstützt werden.

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Die Gründe für den Neustart

Die Motivation der Anruferinnen war sehr unterschiedlich: Da gibt es finanzielle Engpässe nach einer Scheidung, oder eine notwendige Neuorientierung, weil der einmal erlernte Beruf in seiner alten Form nicht mehr existiert. Viele möchten auch einfach wieder ins Arbeitsleben zurück, um dort Bestätigung und finanzielle Unabhängigkeit zu erreichen.

„Der Weg zurück in den Beruf lohnt sich und ist bei der derzeitigen Situation am Arbeitsmarkt so erfolgversprechend wie schon lange nicht mehr“, erläutert Andrea Mick. Für diejenigen, die es nicht geschafft haben, das Expertentelefon zu nutzen empfiehlt Sie, direkt in der Agentur für Arbeit einen Gesprächstermin zu vereinbare

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