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Alles zum Thema Minijobs – Was geringfügig Beschäftigte beachten müssen!

Der Kellner beim örtlichen Italiener ist so nett gewesen? Der schmackhafte Wein im Glas wurde erst letztes Jahr von fleißigen Erntehelfern an einem sonnigen Herbstmorgen gepflückt? Das Nutella-Regal im Supermarkt war gestern noch leer und erfreut den hungrigen Schokoladenfreund heute bereits wieder mit vollen Reihen? Dann waren dies höchstwahrscheinlich die Heinzelmännchen unter den Beschäftigten – Die Minijobber.

Montag, 30.09.2019, 09:27 Uhr aktualisiert: 30.09.2019, 09:32 Uhr
Karriere: Alles zum Thema Minijobs – Was geringfügig Beschäftigte beachten müssen!
Foto: pixabay.com

Kurze Definition: Was macht einen Minijob aus?

Ein Minijob wird oft auch als geringfügige Beschäftigung bezeichnet. Geringfügig bedeutet, dass es bei diesem Job eine bestimmte Zeit- und Verdienstgrenze gibt. Wer einen Minijob ausübt, ist von Steuern und Sozialabgaben befreit, unterliegt aber deshalb einer Verdienstgrenze und darf nicht mehr als 450 Euro verdienen. Diese Grenze wurde 2013 von 400 Euro auf 450 Euro erhöht. Wenn der Verdienst monatlichen Schwankungen unterliegt, greift die Jahreseinkommensgrenze: Bei einem Minijob liegt diese bei 5.400 Euro. Dies bedeutet im Umkehrschluss, dass es legitim ist, mehrere Minijobs parallel auszuführen, solange die oben genannte Verdienstgrenze im Jahr eingehalten wird. Wer über diese Jahreseinkommensgrenze kommt, muss Steuerabgaben zahlen. Um die Lohnabrechnung im Überblick zu behalten, lohnt es sich als Arbeitgeber, ein professionelles Programm zu nutzen, damit der Angestellt den Status des geringfügig Beschäftigten nicht zu verlieren droht. Auch für Minijobber gilt der gesetzliche Mindestlohn von 9,19 Euro pro Stunde.

Es winkt der Vorteil: Keine Sozialabgaben

Minijobber sind gut abgesichert : Bei einem Minijob sind keine Sozialabgaben zu leisten, denn der Arbeitgeber führt eine Pauschale von 30% ab, welche Renten- sowie Krankenversicherung und Steuern beinhaltet. Für den Minijobber bedeutet dies, dass sein Nettoeinkommen auch dem Bruttoeinkommen entspricht. Sie haben dennoch die gleichen Rechte auf Entgeltfortzahlung bei Urlaub und Krankschreibung wie Vollzeitbeschäftigte.

Wer bereits einer Hauptbeschäftigung nachgeht, kann mit dem Minijob abgabenfrei etwas hinzuverdienen. Auch hierbei gilt: Wird die oben genannte Jahreseinkommensgrenze überschritten, werden Steuern fällig. Die Sozialabgaben übernimmt der Arbeitgeber der Hauptbeschäftigung.

Für jeden das Richtige: Es gibt verschiedene Minijob-Modelle

Man unterscheidet Minijobs grob in kurzfristige und 450 Euro- Jobs, im gewerblichen oder privaten Bereich. Im Folgenden werden die einzelnen Modelle kurz erklärt:

  • 450-Euro-Minijobs im gewerblichen Bereich
    Sobald ein Minijob nicht in einem Privathaushalt ausgeübt wird, gilt er als gewerblich und unterliegt den Regelungen einer geringfügigen Beschäftigung: Das Arbeitsentgelt darf die Verdienstgrenze von 450 Euro nicht überschreiten, dafür zahlt der Arbeitgeber pauschale Abgaben.  Minijobber haben hier die Wahl, sich vom Rentenversicherungsbeitrag befreien zu lassen. Diese Regelungen gelten, unter Berücksichtigung der Jahreseinkommensgrenze, auch, wenn mehrere geringfügige Beschäftigungen ausgeübt werden. Steuerfreie Einnahmen wie beispielsweise die sog. Übungsleiterpauschale oder Ehrenamtspauschale zählen nicht zum sozialversicherungspflichtigen Arbeitsentgelt
  • 450-Euro-Minijobs in Privathaushalten
    Im Privathaushalt sind Minijobber ebenso anzutreffen wie an der örtlichen Supermarktkasse. Statt Tomatensoße über das Band zu ziehen, betreuen sie dann Kinder, Haustiere oder hilfsbedürftige ältere Menschen. Gerne werden auch Haushalts- oder Gartenarbeiten übernommen. Hierbei gilt ebenso die monatliche 450-Euro-Grenze. Der private Arbeitgeber zahlt jedoch deutlich weniger pauschale Abgaben, nämlich insgesamt nur knapp 15 %. Auch hier ist es dem Minijobber freigestellt, ob er sich von der Rentenbeitragspflicht befreien lassen möchte
  • Kurzfristige Minijobs
    Für diese Art des Minijobs ist es für die Höhe der Abgaben unerheblich, ob der Arbeitgeber ein Privathaushalt oder ein Unternehmen ist. Ein kurzfristiger Minijob ist auf maximal zwei Monate begrenzt, sofern er an fünf Tagen in der Woche ausgeübt oder auf 50 Tage im Jahr begrenzt wird. Diese Zeitbegrenzung ist vertraglich geregelt oder aufgrund des Jobprofils, wie beispielsweise Saisonarbeit, ersichtlich. Auch hier ist es möglich, mehrere kurzfristige Minijobs anzunehmen, Der Minijobber muss hierbei beachten, dass die Jobs aufs Jahr zusammengerechnet werden und er die 50 Tage nicht überschreiten darf. Andernfalls wird er sozialversicherungspflichtig. Kurzfristige Minijobber sind von der Rentenversicherung befreit. Das Besondere ist, dass der Arbeitgeber im Vergleich zu anderen Minijobs hier keine Pauschalen zur Sozialversicherung zahlen muss.

Achtung: Sozialversicherungspflichtig wird, wer den Minijob zur Sicherung des Lebensunterhalts ausübt. Ausgenommen sind Schüler und Studenten sowie Rentner, denn dann liegt keine Berufsmäßigkeit vor, da sie einer anderen Hauptbeschäftigung nachgehen.

Unbedingt zu beachten: 7 wichtige Infos zum Minijob!

  1. Sonderzahlungen
    Vorsicht ist geboten, wenn der Arbeitgeber zusätzlich zu den 450 Euro noch Weihnachts- oder Urlaubsgeld bezahlt. Dann kann es passieren, dass das Beschäftigungsverhältnis beitragspflichtig wird, denn die Entgelte werden aufs Jahr hochgerechnet. Werden die 450 Euro monatlich nicht voll ausgeschöpft, ist eine gelegentliche Überschreitung der Beitragsgrenze kein Problem, solange in der Summe die Jahresgrenze von 5.400 Euro nicht überschritten wird.  
  2. Krankheitsfälle und Urlaub
    Auch Minijobber haben das Recht auf Lohnfortzahlung bis zu sechs Wochen im Krankheitsfall oder bei gesetzlichen Feiertagen. Sie erhalten außerdem Erholungsurlaub von mindestens 20 Tagen bzw. 24 Werktage bei einer 6-Tage-Woche.
  3. Fulltime- und Minijob
    Wer einer Hauptbeschäftigung nachgeht, ist bereits sozialversicherungspflichtig und kann problemlos zusätzlich einen Minijob ausüben, um seine Haushaltskasse aufzubessern.
  4. Für Studenten: Überleben mit einem Minijob
    Für Studenten gelten grundsätzlich die gleichen Minijob-Regelungen wie für alle anderen Beschäftigten. Vorsicht ist nur geboten, wenn der Verdienst die Grenze von 450 Euro überschreitet, da es dann beim BAföG zu Kürzungen kommen kann . Auch beachten sollte man die Sonderregelungen für Werkstudenten.
  5. Nicht Beitragsfrei: Auszubildende im Minijob
    Auszubildende sind nicht versicherungsfrei, selbst wenn sie weniger als 450 Euro monatlich verdienen. Hier gilt eine besondere Beitragsverteilung für Auszubildende. Wird die Geringverdienergrenze von 325 Euro im Monat während des Ausbildungsverhältnisses nicht überschritten, muss der Arbeitgeber alle Beiträge zahlen.
  6. Statt Flaschensammeln: Rentner und Minijobs
    Bei Rentnern liegt generell die Hinzuverdienstgrenze bei 450 Euro. Wird die Rente als Teilrente in Anspruch genommen, gibt es individuelle Regelungen. Sobald ein Rentner die Regelaltersgrenze erreicht hat, darf er in unbegrenzter Höhe hinzuverdienen.  
  7. Arbeitslose und Minijobs
    Ist jemand bei der Agentur für Arbeit als arbeitsuchend gemeldet, gilt er als berufsmäßig beschäftigt, hat allerdings die Option, nebenbei eine geringfügige Beschäftigung auszuüben. Wenn Arbeitslosengeld in Anspruch genommen wird, gelten bestimmte Einkommensgrenzen, die bei der Agentur für Arbeit zu erfragen sind.  
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