Karriere
Digitale Nomaden - ein Modell mit Zukunft?

Wer heutzutage beruflich im Beruf erfolgreich sein will, benötigt dafür schon seit geraumer Zeit keine große Organisation im Rücken. Um als Entrepreneur erfolgreich durchzustarten, reichen inzwischen häufig bereits Laptop und Smartphone vollkommen aus. Das haben viele erkannt, die mit den Tools der digitalen Welt zu Unternehmern in eigener Sache werden. Ein Paradebeispiel dafür sind digitale Nomaden (“digital nomads“), die in der Arbeitswelt eine immer größere Rolle einnehmen. Kein Wunder, denn die Aussichten dieses Modells sind äußerst gut.

Mittwoch, 26.02.2020, 13:05 Uhr aktualisiert: 26.02.2020, 14:50 Uhr
Karriere: Digitale Nomaden - ein Modell mit Zukunft?
Foto: Colourbox.de

Auslöser Digitalisierung

Treiber der Entwicklung ist die Digitalisierung, die in den letzten Jahren rasant an Fahrt aufgenommen hat. In gewisser Weise hat der Technologiesprung Internet-Nomaden überhaupt erst möglich gemacht: Vor Etablierung von Smartphone, WLAN und Co. benötigten die meisten Menschen einen stationären Computer, um arbeiten zu können.

Das hat sich grundlegend geändert: Die breite Palette leistungsfähiger Notebooks, Tablets und Smartphones bildet dabei die Basisausstattung der digitalen Nomaden. In Kombination mit quasi überall vorhandener Onlineanbindung ermöglichen sie die ortsunabhängige Ausübung verschiedenster Tätigkeiten.

Für unterschiedlichste Berufsbilder geeignet

Darunter fallen grundsätzlich alle Arbeiten , die per Computer oder Smartphone erledigt werden können: Ob Redakteur oder Web-Designer, Onlinehändler oder IT-Spezialist, Architekt oder Finanz- und Immobilienfachmann: Dank Laptop und 4G oder gar 5G-Netzanbindung bieten sich all diese Berufsfelder als potentielle Aufgaben für digitale Nomaden an.

Diese mobile Workforce kann ihre Arbeit dabei sowohl als selbstständige Unternehmer, Freelancer auf Projektbasis oder im Angestelltenverhältnis erledigen. Damit die zeitliche sowie finanzielle Abrechnung und Kontrolle der vereinbarten Tätigkeiten funktioniert, gibt es inzwischen eine Vielzahl an Online-Tools, mit deren Hilfe digitale Zeiterfassungssysteme oder anderen Formen des Projekt-Controllings per Click gesteuert und vom Auftraggeber minutiös überwacht werden können.

Auf diese Weise ist es für die Internet-Nomaden und ihre Kunden belanglos geworden, wo und wann die Tätigkeiten erledigt werden. Deshalb sind viele Entrepreneure  dazu übergegangen, physische Büros gegen Home Offices oder mobile Arbeitsplätze einzutauschen. Das Bild des morgens und abends im tropischen Urlaubsparadies in einem Bungalow am Strand arbeitenden, zwischendurch zum surfen, wandern oder schwimmen gehenden digitalen Nomaden ist deshalb gar nicht so abwegig.

Tatsächlich hat sich sogar eine Vielzahl an Anbietern genau auf die Zielgruppe eingerichtet, indem sie ihrer Kundschaft an attraktiv gelegenen Orten die Infrastruktur für die Arbeit zur Verfügung stellen. Da die Entrepreneure ihre Hardware meist dabei haben, reicht oftmals das Angebot stabiler Internetverbindungen sowie einem Schreibtisch und Stuhl, um den Umworbenen einen voll funktionsfähigen, sofort nutzbaren Arbeitsplatz bereitzustellen.

Trend zu virtuellen Teams

Ein Trend, der die Entstehung von Modellen rund um mobile Arbeit beflügelt, ist die zunehmende Verbreitung von rein virtuellen Teams . Dies ist hauptsächlich auf Fortschritte bei der digitalen Vernetzung zurückzuführen. Denn dank Skype und anderen Messenger-Diensten ist die globale Kommunikation inzwischen sehr viel einfacherer, stabiler und günstiger geworden. Da über diese Systeme auch große Datenmengen ausgetauscht und in Echtzeit parallel bearbeitet werden können, ist es heutzutage egal, ob die an einem Projekt Beteiligten in einem gemeinsamen Büro oder über die Welt verstreut sitzen.

Auf diese Weise bilden sich immer häufiger virtuelle Teams, in denen sich mobile Dienstleister auf Projektbasis zusammenfinden. Dazu müssen sich die Beteiligten persönlich nicht kennen oder sehen, denn sie werden einzig aufgrund ihrer Qualifikation für eine Aufgabe ausgewählt. Unter Leitung eines Team-Managers arbeiten diese digital zusammengeführten Gruppen an einem Projekt, um sich nach dessen Beendigung wieder zu zerstreuen und in neuen virtuellen Teams zusammenzufinden.

Plattformen für Projekte und Networking

Gleichzeitig bilden sich online immer neue Plattformen, die die mobilen Dienstleister mit Unternehmen und ihren Projekten verbinden. Gegen eine Provision von rund 5 bis 25 % des Honorars übernimmt der Plattformbetreiber die Kontaktanbahnung und Rechnungsstellung und sichert eine zeitnahe Überweisung der Beträge zu; etwas, dass viele Freelancer im klassischen Arbeitsalltag schmerzlich vermissen dürften.

Doch die Plattformen vermitteln nicht nur Jobs, sondern eigenen sich für die Akteure auch als ideale Basis zum Aufbau eigener Netzwerke. Denn Beziehungen und Kontakte sind auch in der virtuellen Arbeitswelt für viele Beteiligte unerlässlich, wenn es darum geht, mit Projektangeboten versorgt zu werden.

Daneben hat diese Form der Teambildung auch für Unternehmen viele positive Aspekte. So können sie auf diese Weise den Bestand fest angestellter Spezialisten im Haus reduzieren, da sie diese bei Bedarf variabel hinzubuchen können. Darüber hinaus können sie angesichts der großen Auswahl sicherstellen, dass sie für jedes Projekt die passenden Experten ins Boot holen, was die Qualität der abgelieferten Arbeit signifikant steigert. Unternehmen profitieren deshalb gleichermaßen von geringeren Fixkosten und einem besseren Output, was ihrer Produktivität zugute kommt.

Fazit: Rosige Aussichten

Angesichts der kontinuierlich weiter fortschreitenden Digitalisierung stehen die Chancen digitaler Nomaden äußerst gut. Denn neben optimalen Voraussetzungen für die Bearbeitung ihrer Aufgaben spricht die zunehmende Akzeptanz dieser Form der digitalen Arbeit für die Entrepreneure in eigener Sache. Da immer mehr Unternehmen, unter ihnen auch global agierende Großkonzerne, die Vorteile des variablen Geschäftsmodells erkannt haben, spricht viel dafür, dass die Anzahl der über diesen Weg ausgeschriebenen Projekte über alle Branchen hinweg künftig stark zunehmen wird. Der Vorteil für die Akteure: Alles, was sie zum Start benötigen, sind außer dem Mut, den Schritt in die Unabhängigkeit zu wagen, meist nur ein Laptop oder Smartphone sowie eine stabile Netzverbindung.

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