Sonderveröffentlichung

Karriere
Individualität ist Trumpf: Karriereplanung hat heute viele Gesichter

Die lineare Karriereleiter beschreitet heute kaum noch jemand – stattdessen verlaufen immer mehr Berufsbiografien mit Abzweigungen und Umwegen. Das bringt mehr Individualität in die Arbeitswelt, bedeutet jedoch nicht, dass Karriereplanung überflüssig wird. Im Gegenteil: Konstruiert wird eine Karriere nicht mehr auf dem Reißbrett, sondern parallel zum Realisieren, wobei Berufstätige kontinuierlich ihre Bedürfnisse prüfen und die Fahrtrichtung korrigieren.

Dienstag, 21.04.2020, 15:34 Uhr aktualisiert: 21.04.2020, 15:41 Uhr
Karriere: Individualität ist Trumpf: Karriereplanung hat heute viele Gesichter
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Was bedeutet Karriereplanung eigentlich?

„Wo sehen Sie sich in 5 Jahren?“ – diese typische Frage aus einem Bewerbungsgespräch kann eigentlich nur ein Bewerber authentisch beantworten, der sich schon vor Berufseinstieg Gedanken um den weiteren Verlauf seiner Karriere macht. Vor 20 bis 30 Jahren war das keine große Kunst. Einmal eine Richtung eingeschlagen, strebte die Mehrheit aller Arbeitnehmer an, Schritt für Schritt auf der Leiter nach oben zu klettern - manchmal sogar im selben Betrieb. Jede Stufe entsprach hier einem Plus an Verantwortung und Gehalt.

Heutzutage sind Karrierepläne dagegen modularer. Sie vereinen Gehaltsvorstellungen und angestrebte Positionen mit dem individuellen Lebensmodell und natürlich dem individuellen Empfinden von Sinnhaftigkeit. Hier heißt es also nicht mehr: Wie komme ich am schnellsten zu Firma X und dort geradewegs in die Führungsetage?

Künftig gilt vielmehr: Welche Jobwechsel, Zusatzqualifikationen und Spezialisierungen bringen mich am Ende in die Position, in der das Gleichgewicht zwischen Geld, Zeit, verantwortungsvoller Aufgabe und Familienplanung stimmt?

Wann beginnt die Karriereplanung?

Eigentlich kann die Karriereplanung gar nicht früh genug beginnen, wenn man bedenkt, wie konkret die Berufsziele manch eines Fünfjährigen sind. Zwar erfüllen sich die wenigsten Menschen im Erwachsenenalter tatsächlich ihren Kinderwunsch, Feuerwehrmann oder Astronaut zu werden, doch zeigen sich bereits in der Grundschule besondere Interessen und Begabungen, die es zu fördern gilt.

Denn meist wird die schulische Laufbahn stark von den individuellen Interessen beeinflusst: Ob der Einzelne eher sozial oder technisch orientiert ist, kristallisiert sich oft schon früh etwa durch die Lieblingsfächer heraus. Kein Schüler ist falsch beraten, wenn er sich möglichst früh darüber informiert, wie er seine Talente am Arbeitsmarkt gewinnend einsetzen kann und wo dieser Weg im Idealfall hinführt.

Doch das heißt nicht, dass alle Älteren, die sich umorientieren wollen, etwas verpasst hätten. Im Gegenteil: Der Mensch entwickelt sich auf seinem individuellen Lebensweg kontinuierlich und verändert dabei seine Interessengebiete und Prioritäten. Eine Karriereplanung aus jungen Jahren sollten Berufstätige deshalb regelmäßig überprüfen und bei Bedarf flexibel abwandeln.

Die 4 Phasen der Karriereplanung

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Auch wenn der alte Begriff „Karriereleiter“ einen progressiven Anstieg von Geld und Geltung suggeriert – die wenigsten Berufslaufbahnen verlaufen in einer Ideallinie. Stattdessen gibt es Altersstufen, in denen die Mehrheit der Berufstätigen Zweifel und Brüche erlebt. Daher ist es sinnvoll, die Karriereplanung an diese biografischen Meilensteine angelehnt in vier Phasen zu gliedern:

1. Einstiegszeit bis Mitte 20

Nach Abschluss der Ausbildung oder des Studiums zeigen sich junge Menschen offen und orientierungssuchend. Wer seine Qualifikation auf dem Papier in der Tasche hat, startet nicht selten berufliche Experimente, um herauszufinden, was Spaß macht und wo die persönlichen Perspektiven liegen.

2. Karrierezeit ab Mitte 20

Arbeitnehmer sind in dieser Phase hoch motiviert und aufgrund der geringen familiären Einbindung auch zeitlich und örtlich sehr flexibel. Konsequenterweise hat der berufliche Erfolg bei den meisten Menschen dieser Altersgruppe eine sehr hohe Priorität und wird mit voller Leistung verfolgt.

3. Ausrichtungszeit ab Mitte 30

Hier wächst der Anspruch, dass sich der Job an die individuellen Lebensumstände anpassen sollte. Im Alter von Mitte 30 haben viele Arbeitnehmer eine Familie gegründet und sich für einen permanenten Wohnsitz entschieden. In puncto Jobangebote zeigen sich viele jetzt anspruchsvoller und kritischer. Das ist der richtige Zeitpunkt für eine berufliche Spezialisierung.

4. Sinnzeit ab Mitte 40

Wer schon früh einen detaillierten Karriereplan erstellt hat, der sollte jetzt an der anvisierten Zielposition angekommen sein. Doch meistens kommt es anders, als man denkt: Mit den persönlichen und biografischen Entwicklungen kommen frühere Karriereziele oft nicht mit und erscheinen ab einem gewissen Punkt überholt. Während ein hohes Gehalt zuweilen zweitrangig erscheint, werden die persönliche Anerkennung und der Wunsch, etwas zu bewegen, immer wichtiger. In dieser Phase wollen sich viele Berufstätige noch einmal völlig neu orientieren.

Welche Voraussetzungen sollte die Karriereplanung erfüllen?

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Ohne Karriereplan laufen Berufstätige Gefahr, Zeit und Energie zu verschwenden, ohne dass sie jemals eine befriedigende Position erreichen. Doch auch ein fest gefasster Plan ist nicht immer von Vorteil – er sollte einige Kriterien erfüllen, um mit dem realen Leben mitzuhalten.

Das beginnt beim Ziel: Hat der Planende dieses enorm hochgesteckt, kann es Versagensängste und Selbstzweifel fördern. Besser definieren Berufstätige für sich individuelle Zwischenziele und Etappen, die leichter zu erreichen sind als die Zielposition. Damit garantieren sie sich selbst periodische Erfolgserlebnisse und stärken ihr Gefühl der Selbstwirksamkeit.

Karriereplanung heißt: aktiv werden

Niemand wird heutzutage mehr automatisch befördert: Einen Karriereplan zu verfolgen heißt, aktiv daran zu arbeiten und selbstbewusst neue Verantwortungsbereiche zu fordern. Schlussendlich sollte der Plan nicht wie eine Autobahn wirken, sondern parallele Wanderwege und Haltebuchten verzeichnen, die sich zum Pausieren nutzen lassen, wenn es nötig ist.

Immerhin kann die persönliche Biografie mit zwingenden Ortswechseln oder ungeplantem Familienzuwachs durchaus Überraschungen präsentieren, die Improvisationstalent verlangen. Der Karriereplan von heute ähnelt damit weniger einer Linie, denn einem verzweigten Baum.

Die eigenen Bedürfnisse vorher genau ergründen

Die häufig gestellte Frage „Welcher Beruf passt zu mir?“ überspringt einen wichtigen Schritt. Bevor man überhaupt im Stande ist, einen realistischen Karriereplan zu erstellen, sollte man sich mit den eigenen Werten auseinandersetzen :

  • Ist mir finanzieller Wohlstand besonders wichtig?
  • Die Beschäftigung mit einem Spezialthema?
  • Oder die Interaktion mit Menschen?

Idealerweise notieren sich angehende Berufstätige ihre zentralen Werte und ordnen sie hinsichtlich ihrer Priorität.

Widersprüchliche Ideale bremsen Karrieren aus

Hier können sich bereits Konflikte offenbaren: Wer ein hohes Gehalt anstrebt und sich deshalb in einer internationalen Anwaltskanzlei bewirbt, kann Probleme bekommen, wenn moralisches Handeln und soziale Rücksichtnahme ihm ebenso wichtig erscheinen. Denn die globalen Konzerne, die eine Großkanzlei vertritt, vernachlässigen nicht selten menschliche Werte.

Auch zwischen dem Wunsch, selbstständig kreativ zu arbeiten, und dem Bedürfnis nach finanzieller Sicherheit können sich Spannungsfelder ergeben. Je früher die potenziellen Konflikte ins Bewusstsein rücken und bearbeitet werden können, desto seltener wirft jemand seine Karriereplanung im Verlauf impulsiv über den Haufen.

Stärken und Schwächen erkennen

Entscheidend für die Berufswahl sind aber nicht nur die persönlichen Werte, sondern auch die Stärken und Schwächen jedes Einzelnen. Talente und Defizite erkennen angehende Berufstätige durch kritische Selbstbetrachtung und, in erster Linie, durch das Feedback von anderen. Außenstehende wie Lehrer, Professoren und Freunde reflektieren sehr genau, in welchen Gebieten man selbst als herausragend wahrgenommen wird.

Dann gilt die 80:20-Regel. Idealerweise investiert jemand, der sich beruflich orientieren will, 80 Prozent seiner Energie in das Ausbauen der persönlichen Stärken und nur 20 Prozent in das Ausgleichen von Schwächen. Denn in den Defiziten erlangen wir nie die gleiche, hohe Leistungsfähigkeit wie in unseren Talenten.

Welcher Beruf passt also zum Einzelnen? Eine Position, die seine unverhandelbaren Werte verkörpert und ihn seine individuellen Stärken ausspielen lässt.

Mit dem Studium steht und fällt alles?

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Ein Hochschulabschluss war früher der Garant für eine sogenannte „Kaminkarriere“. Einmal eingestiegen ging es in derselben Branche nur noch nach oben. Doch die Anzahl der Hochschulabsolventen in Deutschland steigt und viele Karrieren ähneln mehr einem Mosaik als einem Aufzug. Das sollten sich auch angehende Studierende klarmachen, die Sorge haben, durch die „falsche“ Wahl des Studienfachs lebenslang in unbefriedigenden Positionen festzusitzen.

Junge Berufstätige wollen Sicherheit und haben viel Konkurrenz

Verspricht das Studium einen sicheren Job? Das wünscht sich zumindest die Mehrzahl der deutschen Studierenden: Während zur Jahrtausendwende nur die Hälfte von ihnen betonte, dass ein sicherer Arbeitsplatz sie zum Studium motiviere, sehen aktuell über 57 Prozent der Studenten den sicheren Job als ihre erste Priorität an.

Die bittere Realität macht es den Hochschulabsolventen allerdings schwer: Das Statistische Bundesamt rechnet damit, dass bis 2035 rund 6,5 Millionen Hochschulabsolventen auf den Arbeitsmarkt strömen. Im gleichen Zeitraum gehen voraussichtlich nur 3,9 Millionen Akademiker in Rente. Wer nicht in einem Job landen will, für den er überqualifiziert ist, sollte deshalb eine Branche mit großem Nachwuchsbedarf wählen.

Welche Studiengänge haben Zukunft?

Die Hitlisten an den Universitäten sind klar besetzt. Bei männlichen Studierenden stehen BWL, Maschinenbau und Informatik ganz oben auf der Beliebtheits-Skala. Frauen studieren derzeit am liebsten BWL, Jura und Germanistik. Doch bilden diese Vorlieben eher den Einfluss der Eltern ab, oder orientieren sie sich an zukünftigen gesellschaftlichen Bedürfnissen?

Experten betonen, dass hier aktuell ein Wandel stattfindet. Neben den traditionellen Fächern mit „gutem Ruf“ bringen die Anforderungen der zunehmenden Digitalisierung, des Bevölkerungswachstums und des Klima- und Umweltschutzes eine Vielzahl an Studienfächern hervor, deren Absolventen in der Zukunft sehr gefragt sein werden. Beispiele dafür sind:

  • Data Science: Von der personalisierten Werbung über die Logistik bis zur medizinischen Forschung – viele Branchen setzen schon jetzt auf „Big Data“. Doch wie sich große Datenmengen erheben, analysieren und verwerten lassen, ist bislang Neuland in vielen Berufsfeldern. Den Beruf des Data Scientist erklärte die Universität Harvard daher zum „attraktivsten Beruf des 21. Jahrhunderts“. Da es noch wenig Absolventen gibt, haben bereits Bachelor-Absolventen gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt.
  • Public Health: Der demografische Wandel stellt große Herausforderungen an unser Gesundheitssystem. Hier werden schon jetzt Manager gebraucht, die wirtschaftliche Notwendigkeiten mit gesundheitlichen Belangen vereinen können, ohne dass der Standard unserer medizinischen Versorgung sinkt.
  • Digital Transformation: In absehbarer Zeit wird kaum ein Unternehmen mehr ohne digitale Infrastruktur auskommen, wenn es sich in einer globalisierten Welt positionieren und den Kundenerwartungen entsprechen will. Doch gerade kleine und mittelständische Unternehmen brauchen bei der digitalen Transformation die Unterstützung von Fachkräften. Wer dieses Fach studiert, hat gute Chancen, eine der begehrten Positionen als Digital Transformation Manager zu besetzen.
  • Umwelttechnik: Die Plastikverschmutzung der Meere, die Emissionen von klimaschädlichen Gasen, die Rodung von Regenwäldern – diese Probleme drohen, das Leben auf unserem Planeten für zukünftige Generationen unmöglich zu machen. Lösungen bietet in der Zukunft wahrscheinlich das Fachgebiet der Umwelttechnik. Hier entwickeln Fachleute technische Innovationen im Bereich von Müllvermeidung, Recycling, erneuerbaren Energien und zum Umweltschutz.

Quereinsteiger sind gefragt

Wer eine Geisteswissenschaft, Sozialwissenschaften oder Psychologie studiert hat, braucht sich jedoch keine Sorgen machen, in Zukunft nicht gebraucht zu werden. Denn: Viele Unternehmen setzen auf die Fähigkeiten von Quereinsteigern . Sie sind am häufigsten in den folgenden Branchen vertreten:

  • Personalwesen (11,6 Prozent Quereinsteiger)
  • Logistik (10,7 Prozent)
  • Administration (9,8 Prozent)

Was macht hier den Erfolg von fachfremden Mitarbeitern aus? Häufig können Quereinsteiger ihre Stärken in Bereichen ausspielen, in denen die Persönlichkeit ausschlaggebender ist als Spezialwissen, wie etwa im Kundenkontakt oder im Feld der „Human Resources“. Im Logistikbereich, wo die Nachfrage das Angebot an Fachkräften deutlich übersteigt, gibt es außerdem viele Umschulungsangebote. Weitere Bereiche, die Quereinsteiger überdurchschnittlich häufig einstellen sind die Folgenden:

  • Vertrieb: Wer im Vertrieb arbeitet ist das Bindeglied zwischen Kunden und Unternehmen. Gerade im Kundenkontakt erweisen sich „Soft Skills“ als besonders wichtig. Hier haben aufgeschlossene, selbstbewusste und ehrgeizige Charaktere Erfolg, die durch gute Kommunikation ein Vertrauensverhältnis aufbauen können.
  • Personalwesen: Bei der Einstellung geeigneter Bewerber und bei der Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter kommt es ebenfalls eher auf kommunikative Stärken an als auf spezielle Fachkenntnisse. Quereinsteiger aus Berufen, die Menschenkenntnis erfordern, haben hier gute Chancen.
  • IT: Ganz klar – hier zählen die fachspezifischen Fähigkeiten. Der Vorteil in der IT-Branche ist jedoch, dass man das Programmieren nicht unbedingt studiert haben muss. Viele interessierte Laien lernen es als Autodidakten oder in Programmierer-Bootcamps. Wer ehrgeizig ist hat dank Fachkräftemangel auf diesem Markt auch als Quereinsteiger gute Chancen.

Für die Unterbrechungen: Reserven anlegen

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Viele Haushalte verfügen heutzutage über zwei Verdiener, weil sie mit einem Gehalt schlichtweg nicht über die Runden kämen. Im Umkehrschluss bedeutet das allerdings: Wer als Single oder als Teil einer Familie seinen Berufsweg ändern will, muss Lücken überbrücken. Schließlich schlittert man in den seltensten Fällen von einem hochbezahlten Job in den anderen, wenn man die Branche wechselt. Doch auch wer keinen beruflichen Richtungswechsel plant, der kann durch Krisen mit Kurzarbeit und finanziellen Verlusten überrascht werden.

Wie viele Rücklagen braucht ein Haushalt?

  • Jeder Berufstätige bzw. jede Gütergemeinschaft sollte so viele Rücklagen haben, dass sich drei Monate ohne Einkommen problemlos überstehen lassen.
  • Drei Monatsgehälter sind das Daumenmaß für ein Notfall-Polster, allerdings sollte es die Zahl der Familienmitglieder berücksichtigen. Auch Immobilienbesitzer brauchen unter Umständen höhere Rücklagen für notwendige Instandhaltungsmaßnahmen und Reparaturen.
  • Das Geld sollte nicht auf dem Girokonto für die täglichen Ausgaben liegen und trotzdem spontan verfügbar sein. Ein gesondertes Girokonto oder ein Tagesgeldkonto eignen sich hier besser als ein Festgeldkonto oder gar ein Aktiendepot.
  • Rücklagen baut man sich am besten auf, indem monatlich etwa fünf bis zehn Prozent des Einkommens und 30 Prozent von Sonderzahlungen angespart werden. Ist die Rücklage einmal aufgefüllt, geht es darüber hinaus an die Vermögensbildung.

Andere Möglichkeiten der Überbrückung

Wer ohne Rücklagen seine Arbeitsstelle verliert, kann in eine prekäre Situation geraten. Zwar hat man unter Umständen Anrecht auf Arbeitslosengeld, jedoch kann die Auszahlung aufgrund nötiger Formalitäten ein paar Wochen auf sich warten lassen. Ein Antrag kann sich beispielsweise schwierig gestalten, wenn Arbeitszeitbescheinigungen von ausländischen Arbeitgebern beschafft werden müssen.

Wer sich zur Überbrückung der Notlage kein Geld von der Familie borgen kann, muss unter Umständen einen Kredit aufnehmen. Dies kann zur Überbrückung für wenige Monate eine sinnvolle Stütze sein. Doch dabei gilt die bestehende Arbeitslosigkeit als Hürde, da die Bank keine Sicherheit darüber erhält, welches Gehalt später die Schulden tilgen soll. Dies gilt umso mehr bei Personen, die Grundsicherung (Hartz IV) beziehen.

Für Arbeitslose ist ein Kredit daher häufig nur dann möglich, wenn ein Familienmitglied oder der Lebenspartner als zweiter Kreditnehmer fungieren. Hierbei ist es jedoch wichtig, dass auch dieser über ein Einkommen verfügt und somit Sicherheiten zur Verfügung stellen kann.

Kurswechsel sind erlaubt

Berufstätige, die bereits entscheidende Schritte ihres Karriereplans erreicht haben, sind naturgemäß vorsichtig, wenn es um Kurskorrekturen geht. Doch der Trend zeigt, dass immer mehr Menschen in ihrer Lebensmitte es wagen, aus den vorgezeichneten Bahnen auszubrechen und einen beruflichen Neustart hinlegen.

Auch in Deutschland finden sich „krumme“ Berufsbiografien immer öfter. Das kann der promovierte Physiker sein, der in einer Unternehmensberatung arbeitet, oder eine Universitätsangestellte, die als Autorin bekannt wird. Auch Arbeitgeber schätzen mitunter, dass ihre Angestellten Erfahrungen aus anderen Branchen mitbringen. Denn ein Kurswechsel beim Karriereplan zeugt von Kreativität und Transferleistungen, die auch im neuen Job von Nutzen sind.

Fazit: Geradlinige Karrieren werden immer seltener

Niemand muss heutzutage verzweifeln, weil er mit 20 Jahren keinen unumstößlichen Karriereplan entworfen hat. Denn so wie sich Menschen lebenslang entwickeln, sollte sich auch die Karriere-Vorstellung daran flexibel anpassen. Gerade jetzt lösen sich in der Arbeitswelt starre Strukturen auf, die Jobwechslern, Quereinsteigern und Menschen, die mit Mitte 40 noch einmal ganz neu durchstarten wollen, so gute Bedingungen bieten wie nie zuvor. Trotzdem ist es sinnvoll, den eigenen Karriereweg zumindest grob vorzuzeichnen und die eigenen Wünsche regelmäßig einem Test auf Aktualität zu unterziehen.

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