Ab Januar
Prävention statt Unterlassung bei Berufskrankheiten

Ein Leiden als Berufskrankheit anerkennen zu lassen, ist oft nicht leicht. Eine Änderung ergibt sich 2021: Zur Anerkennung muss die Arbeit bei neun Berufskrankheiten nicht mehr aufgegeben werden.

Donnerstag, 17.12.2020, 17:37 Uhr aktualisiert: 17.12.2020, 17:40 Uhr
Für die Anerkennung einer Berufskrankheit muss die Arbeit künftig nicht mehr aufgegeben werden.
Für die Anerkennung einer Berufskrankheit muss die Arbeit künftig nicht mehr aufgegeben werden. Foto: Christin Klose

Köln (dpa/tmn)- Wer eine anerkannte Berufskrankheit hat, erhält Leistungen aus der gesetzlichen Unfallversicherung. Bei einigen Berufskrankheiten war diese Anerkennung bislang nur möglich, wenn die Versicherten die gefährdende Tätigkeit dauerhaft unterlassen. Dieser sogenannte Unterlassungszwang entfällt ab 1. Januar 2021, erläutert der Tüv Rheinland.

Insgesamt galt diese Einschränkung für neun Leiden aus der Liste der Berufskrankheiten . Dazu zählten etwa Hauterkrankungen, bestimmte Atemwegserkrankungen, vibrationsbedingte Durchblutungsstörungen an den Händen sowie Erkrankungen der Hals- und Lendenwirbelsäule.

Präventionsangebote werden Pflicht

Beschäftigte müssen künftig die schädigende Tätigkeit nicht mehr aufgeben, damit die rechtlichen Voraussetzungen für die Anerkennung einer Berufskrankheit erfüllt sind. Die Anerkennung ist wichtig, damit Beschäftigte Leistungen der gesetzlichen Unfallversicherung erhalten können.

Ab 2021 sind Betroffene laut Tüv Rheinland aber verpflichtet, die präventiven Angebote und Maßnahmen der Unfallversicherungsträger anzunehmen, wenn eine Berufskrankheit anerkannt wurde.

© dpa-infocom, dpa:201217-99-733944/3

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