Sonderveröffentlichung

Ausbilder
Der Weg zum Ausbilder: So läuft die AEVO Prüfung ab

Die Auszubildenden von heute sind die Fachkräfte von morgen. Damit in deutschen Unternehmen in Zukunft kein Mangel an hochqualifizierten Arbeitskräften herrscht, braucht es Ausbilder.

Dienstag, 19.01.2021, 06:12 Uhr aktualisiert: 19.01.2021, 08:47 Uhr
Ausbilder: Der Weg zum Ausbilder: So läuft die AEVO Prüfung ab
Foto: Colourbox

Mit dem Ausbilderschein in der Tasche ist man befähigt, sein Fachwissen an die jungen Berufseinsteiger weiterzugeben. Davon profitiert der Betrieb, aber auch der Ausbilder. Mit der Weiterbildung zum Ausbilder steigert man seinen Wert auf dem Arbeitsmarkt.

Welche Möglichkeiten existieren, um den Ausbilderschein zu erhalten? Wie läuft eine Prüfung in der Praxis ab und mit welcher Investition muss man rechnen?

Drei Wege zum Ausbilder und die Frage der Kosten

Wie bei jeder Weiterbildung fallen auch bei der Weiterbildung zum Ausbilder Kosten an. Unterschieden werden dabei die Kosten für die Ausbildung, sowie die Prüfungsgebühren.

Schauen wir uns zunächst die verschiedenen Möglichkeiten an den Ausbilderschein zu erlangen.

Drei Wege, um den Ausbilderschein zu machen

Ausbilder werden im Präsenzunterricht

Vorbereitungskurse für den Ausbilderschein können im Präsenzunterricht absolviert werden. Die Kammern IHK oder HWK sowie private Institutionen bieten gerne einen zweiwöchigen Intensivkurs an.

Ausbilder werden im Fernlehrgang

Zu Hause flexibel lernen, dann wenn es Beruf und Familie erlauben ist der große Vorteil von einem Fernlehrgang. Lange Anfahrtswege und Stau entfallen. Stattdessen kann die gewonnene Zeit ins Lernen investiert werden.

Aber auch da können Präsenzveranstaltungen stattfinden.

Aufrechterhalten der Motivation und viel Selbstdisziplin sind bei diesem Weg gefragt.

Ausbilder werden im Online-Ausbilderkurs

Wer Fahrtwege und Präsenztage gänzlich vermeiden und seine Ausbildung ganz an Familie und Beruf anpassen will, kann sich für einen Online-Ausbilderkurs entscheiden.

Die Inhalte werden in kompakten Lernvideos vermittelt und das Wissen wird anschließend in Tests abgefragt.

Der Ausbilderschein kann auf diese Weise flexibel und unabhängig erreicht werden.

So unterschiedlich die Wege sind differenziert sich auch die Höhe der Investition in diese Weiterbildung. Auf diesen Seiten finden sich mehr Informationen .

Die Prüfungsgebühren

Der zweite Teil der Kosten fällt mit den Prüfungsgebühren an.

Diese werden von der jeweiligen Kammer festgelegt und liegen zwischen 160 und 250 Euro.

Nachdem die Frage der Kosten geklärt ist, bleibt die Frage nach dem Ablauf der Prüfung.

Ablauf der Prüfung zum Ausbilder AEVO

Das im Kurs angeeignete Wissen als Ausbilder muss mit einer Prüfung abgelegt werden.

Diese ist in zwei Teile gegliedert und der Prüfungsablauf ist wie folgt:

Schriftlicher Teil der AEVO-Prüfung

Der als das einfachere Teil der Prüfung bezeichnete erste Teil ist in schriftlicher Form zu leisten. Dem angehenden Ausbilder werden konkrete Situationen im Ausbildungsbetrieb geschildert. Mittels Multiple-Choice Fragen muss der Prüfling die richtigen Antworten ankreuzen.

Für die Beantwortung der 70 Fragen bleiben nur 180 Minuten Zeit.

Trotz Zeitdruck ist es wichtig die Fragen genau zu lesen und zu verstehen.

Praktischer Teil der AEVO-Prüfung

Für die praktische Prüfung sieht man sich gleich drei Prüfungsexperten gegenüber. Dabei gibt es einen Vorsitzenden und zwei Prüfer. Die drei Experten würfeln sich zusammen aus einem Arbeitgeber-Vertreter, einem Arbeitnehmer-Vertreter und einem Vertreter einer weiterbildenden Schule.

Für die Präsentation stehen Flipchart und Whiteboard zur Verfügung. Es lohnt sich im Vorfeld abzuklären was für Hilfsmittel eingesetzt werden können.

Je nach Prüfungsort, die Prüfungen finden in den Räumlichkeiten einer IHK statt, ist auch ein Beamer vorhanden.

Zum Identitätsnachweis ist ein Personalausweis oder Pass vorzuweisen. Während der Prüfung ist das Smartphone ausgeschaltet.

Teil I der praktischen Prüfung

Die praktische Prüfung ist in zwei Teile von je 15 Minuten Dauer aufgesplittet.

Zuerst präsentiert der Prüfling sein Unterweisungskonzept. Dies kann ein Arbeitsvorgang aus dem eigenen Betrieb sein oder auch wie man an ein Kritikgespräch herangeht. Der angehende Ausbilder zeigt auf wie er die Situation methodisch und didaktisch meistert.

Bei diesem Rollenspiel kann der Prüfling den eigenen Azubi mitbringen. Oder sich für einen der Prüfer entscheiden. Dies ist aber je nach Kammer geregelt und muss im Vorfeld genau abgesprochen sein.

Der zweite Teil ist das Fachgespräch. Man kann davon ausgehen, dass Fragen zum vorgestellten Konzept gestellt werden. Die Prüfer knüpfen mit großer Sicherheit an das Thema an.

Gefragt wird oft nach dem Lernziel und wie dies erreicht wurde. Ein solches Lernziel kann sein:

„Mein Azubi kann innerhalb von 10 Minuten selbstständig und fachlich richtig eine Rechnung von einem Lieferanten kontieren“.

Daraufhin muss man aufzeigen können, wie man dies fachlich und didaktisch erreicht hat.

Doch können auch Fachfragen gestellt werden z. B. Aus den Bereichen Mutterschutz- und Jugendschutzgesetz, Ausbildungsordnung oder didaktische Prinzipien.

Eine Prüfung ist eine Stresssituation. Mit guter Vorbereitung können Angst und Nervosität gemindert werden. Dies ist aber nur ein Punkt von fünf. Es sind die Folgenden.

Fünf Tipps gegen Prüfungsangst

  • Gut vorbereitet zur Prüfung erscheinen. Ideal ist die Simulation der Prüfung im Vorfeld durch Abfragen lassen durch den Partner.
  • Angst annehmen und akzeptieren. Vor einer Prüfung ist man nervös. Wer darauf gefasst ist, kann mit der Situation gleich besser umgehen. Wichtig ist keine Angst haben vor Blockaden. Wem ein Fachbegriff entfällt, umschreibt diesen besser. Eine Abwärtsspirale und Blackout wird vermieden.
  • Wer schreibt der bleibt. Im Vorfeld die Notizen durchgehen und Begriffe und Stichworte noch mal neu niederschreiben.
  • Agieren statt reagieren. Reden, reden, reden. Alles erzählen, was man zum Thema weiß. Natürlich ohne zu schwafeln. Verständnisfragen dürfen gestellt werden. Es entsteht ein Fachgespräch! Wer dasitzt wie das Kaninchen vor der Schlange wird den Prüfern keinen guten Eindruck machen.
  • Gute Atmosphäre schaffen und zu den Prüfern eine Beziehungsebene herstellen. Die Prüfung wie ein Bewerbungsgespräch ansehen. Man geht dorthin um zu zeigen, was man kann. Auf diese Weise gibt man dem Ausschuss ein gutes Gefühl.

Eindruck ruft Ausdruck hervor. Mit zum Beruf passenden, sauberen Kleidern. Neben gutem Fachwissen gewinnt man mit einer freundlichen sowie aufgeschlossenen Art das Vertrauen und die Sympathien der Prüfer.

Dem erfolgreichen Erlangen des Ausbilderscheins nach Ausbilder-Eignungsverordnung AEVO steht nichts mehr im Wege.

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