Erste Kontaktaufnahme erlaubt
Exzessive Abwerbeversuche am Arbeitsplatz verboten

Wie häufig darf eine Konkurrenzfirma einen Mitarbeiter an seinem aktuellen Arbeitsplatz anrufen, um ihn abzuwerben? Mit dieser Frage beschäftigte sich das Oberlandesgericht Frankfurt.

Mittwoch, 17.10.2018, 16:12 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 17.10.2018, 16:05 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Mittwoch, 17.10.2018, 16:12 Uhr
Eine Konkurrenzfirma darf einen Angestellten während der Dienstzeit nur kontaktieren, um einen späteren Gesprächstermin zu vereinbaren. Das hat das OLG Frankfurt entschieden.
Eine Konkurrenzfirma darf einen Angestellten während der Dienstzeit nur kontaktieren, um einen späteren Gesprächstermin zu vereinbaren. Das hat das OLG Frankfurt entschieden. Foto: Armin Weigel

Frankfurt/Main (dpa) - Im Kampf um neue Mitarbeiter darf nicht jedesMittel recht sein. So ist es beispielsweise verboten, Angestellte vonKonkurrenzfirmen fortgesetzt an ihrem Arbeitsplatz anzurufen.

Das gilt auch für Anrufe auf dem privaten Handy des Umworbenen, wie das Oberlandesgericht Frankfurt in einem am Mittwoch veröffentlichten Urteil rechtskräftig entschieden hat.

Im konkreten Fall hatte ein Personalvermittler innerhalb von fünfTagen einen Mitarbeiter sieben Mal auf dessen Handy angerufen unddamit nach Ansicht des Gerichts die Betriebsabläufe gestört. AufUnterlassung geklagt hatte die Firma des Umworbenen.

Zulässig ist nach Ansicht der Richter lediglich eine ersteKontaktaufnahme zur Vereinbarung weiterer Gesprächstermine außerhalbdes Arbeitsplatzes. Folgekontakte am Arbeitsplatz seien hingegenunzulässig. Wenn der Beschäftigte über sein privates Handykontaktiert werde, müsse der Anrufer fragen, ob sein Gesprächspartneram Arbeitsplatz sei.

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