Mode
Businesskleidung früher und heute

Ikea hat das Duzen 1974 nach Deutschland mitgebracht. In Schweden, dem Heimatland des Unternehmens, gehört das Duzen zum Standard. Anfang 2016 hat der Chef der Otto Group seinen weltweit 53.000 Mitarbeitern das Du angeboten. Erklärtes Ziel des Konzerns: Das Projekt Kulturwandel 4.0 einläuten und Mitarbeiter stärker einbinden. Auf diesen Zug aufspringen und das „Sie“ im Konzern am liebsten abschaffen möchte nun auch der Chef von VW.

Freitag, 17.06.2016, 04:06 Uhr

Mode : Businesskleidung früher und heute
Foto: colourbox.de

Die höhere Führungsebene geht zunehmend locker mit ihren Mitarbeitern um und strebt flachere Hierarchien an. Bedeutet das, dass womöglich schon bald die bidere Business-Etikette - bestehend aus Anzug, Krawatte und Jackett - abgeschafft wird?

Vom Casual Friday, der New Economy & Co.

Als im Zuge der Ölkrise in den 1970er Jahre in vielen Büros die Klimaanlagen und Heizungen heruntergefahren werden mussten, wurden den Angestellten einige Lockerungen in Bezug auf die Kleiderordnung gestattet. Es war nun keine Pflicht mehr, Jackett und Krawatte im Geschäft zu tragen.

Die gehobene Bürokleidung wird immer mehr vom Casual Friday aus den USA beeinflusst. Dort ist er seit einigen Jahrzehnten eine gängige Gepflogenheit in Unternehmen, bei der anlässlich des bevorstehenden Wochenendes legerere oder sportlichere Kleidung getragen werden darf.

Einen zusätzlichen Schub gab die New Economy, besonders zur Zeit der dotcom-Blase. Seitdem wurden immer mehr Elemente aus der Freizeitkleidung im Büro getragen, u.a. T-Shirts, Jeans, Shorts und Baseballcaps. In Regionen mit einem hohen Anteil der New Economy, wie der Westküste der USA, ist das heute sogar bis in hohe Führungspositionen gängig.

Mit dem Ende dieses Booms hat sich der betont lässige Kleidungsstil im Business jedoch wieder mehr verloren. Mehrheitlich setzte sich seitdem wieder die Meinung durch, in geschäftlich wichtigen Positionen setzt ein professionelles Erscheinungsbild auch die entsprechende Kleidung voraus.

Aktuell gängige Dresscodes im Büro

Die folgenden Dresscodes sind heute in vielen Unternehmen gängig:

  • Casual: Elegante Freizeitkleidung, bestehend aus Jeans und Poloshirt, eventuell mit Jackett.
  • Creative Casual: Üblich in kreativen Branchen wie Werbung, Fernsehen und IT. Man trägt T-Shirt, Poloshirt oder Hemd und Sakko sowie Jeans mit Lederschuhen oder Sneakers.
  • Smart Casual: Legereres Business-Outfit in einer Kombination aus Anzug mit Hemd in dezenten Farben und geschlossenen Schuhen. Eine Krawatte ist möglich. Erlaubt sind manchmal auch gepflegte Bürojeans in dunklen Farben. 
  • Business Casual: Ab dieser Dresscode-Ebene ist die Jeans verpönt, eine Krawatte ist aber  keine Pflicht. Erwartet wird locker-elegante Kleidung wie Hemd oder feiner Strickpulli sowie Anzughose und Sakko.
  • Business Attire: In mittleren Führungsebenen wird ein zwei- oder dreiteiliger, dunkler Anzug mit Hemd und Krawatte getragen.

Grundsätzlich lässt sich zu jedem Business-Dresscode optimal ein schlichtes Hemd kombinieren.  Welcher Krawattenknoten dabei zu welcher Hemd- bzw. Kragenform getragen wird, erklärt dieser Ratgeber. Ob die Krawatte beim Business-Outfit Pflicht ist, richtet sich dabei nach der Branche und dem Anlass.

Businesskleidung im Wandel der Zeit

Grundsätzlich gibt es keine verbindliche Kleiderordnung im Business . Zwar ist angemessene Geschäftskleidung im Top-Management üblich, aber keine Pflicht. Bedingt durch die Mode haben sich mit der Zeit auch die Business-Outfits für Herren gewandelt. Elemente moderner Businesskleidung können heute sein:

  • Kurzärmlige Hemden aus leichtem Material
  • Dunkle Hemden mit modischen Schnitten
  • Hemden mit offenem Knopf
  • Verzicht auf Krawatte und Jackett
  • Polohemden anstelle von herkömmlichen Hemden
  • Leichte, lange Baumwollhosen in gedeckten Farben (z.B. Chinohosen) anstelle von Anzügen
  • Leinensakkos
  • Legerere Schuhe wie Loafer (manchmal sogar Sneaker)

Vor allem dort, wo kein Kontakt zu Geschäftspartnern auf der Tagesordnung steht, darf man sich etwas ungezwungener geben. Auch im Sommer kann die Kleiderordnung im Büro gelockert werden. In besonders heißen Regionen ist deshalb häufig der Business Casual anzutreffen – ebenfalls in der Führungsetage.

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