Skikleidung
Skikleidung: Was bedeuten Wassersäule und Atmungsaktivität?

Wer im Schnee unterwegs ist, möchte nicht nass werden. Die Kleidung sollte deshalb wasserdicht sein. Gleichzeitig darf der Schweiß gerne raus - zwei Parameter sollen hier Orientierung bitten.

Montag, 25.11.2019, 05:20 Uhr aktualisiert: 25.11.2019, 05:26 Uhr
Spezielle Beschichtungen verhindern, dass Wasser in den Stoff eindringt. Ab 10.000 mm Wassersäule gilt eine Textilie als wirklich gebrauchsdicht.
Spezielle Beschichtungen verhindern, dass Wasser in den Stoff eindringt. Ab 10.000 mm Wassersäule gilt eine Textilie als wirklich gebrauchsdicht. Foto: Franziska Gabbert

Nürnberg (dpa/tmn) - Beim Vergleich von Skijacken und Skihosen treffen Verbraucher immer wieder auf zwei Angaben: Wassersäule und Atmungsaktivität. Was hat es damit auf sich?

Die Wassersäule in Millimeter (mm) gibt aus technischer Sicht an, wie viel Wasserdruck der Stoff über 24 Stunden standhält, erläutert Fachjournalist Ralf Stefan Beppler . Praktisch liefert die Zahl eine Angabe zur Wasserdichte. «Eine Textilie ist erst ab 10.000 Millimeter Wassersäule auch wirklich gebrauchsdicht», so Beppler.

Nach oben gibt es kaum Grenzen: 20.000, 30.000 und sogar mehr als 40 000 Millimeter Wassersäule findet man bei den Herstellern. Diese Produkte seien theoretisch tatsächlich noch wasserdichter, doch mit 10.000 Millimeter ist man schon auf der sicheren Seite, sagt Beppler.

Für den Experten ist absolute Wasserdichte gar nicht so wichtig: Baumwoll-Mischgewebe mit gutem Feuchtigkeitsmanagement seien etwa in Skandinavien viel verbreiteter als in Mitteleuropa. Sie halten Wasser zwar nicht hundertprozentig ab, lassen jedoch mehr Feuchte hinaus, was sich positiv auf den Klimakomfort der Kleidung auswirkt. «In Mitteleuropa sind wir aber auf Wasserdichte gepolt.»

Wasserdichte zulasten von Atmungsaktivität

Zu beachten ist nach Angaben von Beppler: Ist eine Membran sehr wasserdicht, gehe das tendenziell zulasten der Atmungsaktivität. Die wird auch bei immer mehr Produkten angegeben.

Beppler rät dabei jedoch zur Skepsis: Das seien Laborwerte mit wenig praktischer Aussagekraft, zudem nutzen die Membranhersteller verschiedene Messmethoden. «Für mich ist das ein starker Marketingbegriff.» Bei der Auswahl der Kleidung würde er diese Angabe vernachlässigen.

Eher sollte man auf Belüftungsmöglichkeiten achten, sagt Beppler. Etwa Reißverschlüsse unter den Achseln oder Taschen mit Netzfutter, die man bei Bedarf geöffnet lassen kann, damit Luft durchkommt.

Außerdem sollte man das Lagenprinzip anwenden: Auf der Haut schweißdurchlässige Funktionswäsche als erste Schicht, darüber eine Isolationslage - etwa ein Pullover mit Bauschfasern - und schließlich zum Wetterschutz als dritte Schicht die wasserabweisende Jacke, die im Idealfall kaum oder nicht zusätzlich gefüttert ist.

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