Sonderveröffentlichung

Mode
Probleme von Plus-Size-Frauen

Frauen gehen in der Regel gerne shoppen. Allerdings wird dies in Zukunft für eine Gruppe von Frauen womöglich wieder etwas schwieriger. Die Rede ist von übergewichtigen Damen, die häufig in den normalen Geschäften und Boutiquen nichts, oder zumindest nichts Schickes mehr in der passenden Größe finden. Zuletzt wurde bekannt, dass die schwedische Modekette H&M ihre Plus-Size-Mode aus den Läden nimmt und künftig nur noch online vertreibt. Dies mag aus Händlersicht eine verständliche Taktik sein, da offenbar die Nachfrage nach Übergrößen rückläufig war und die knappen und teuren Ladenflächen sich kaum Bereiche mit sinkendem Umsatz leisten können. Allerdings ist es ein Schlag ins Gesicht derer, die sich in Zeiten, in denen Curvy-Models vermehrt die Laufstege der Modemetropolen erobern, eine Gleichberechtigung von übergewichtigen Frauen zumindest erhofft hatten.

Mittwoch, 25.11.2020, 03:18 Uhr aktualisiert: 25.11.2020, 14:21 Uhr
Mode: Probleme von Plus-Size-Frauen
Foto: Colourbox

Weil es für die betreffende Klientel vielfach frustrierend ist, offline Klamotten zu shoppen, suchen viele Frauen Trost im Schuhgeschäft. An den Füßen gibt es kein Übergewicht und dort findet auch keine Ausgrenzung durch Selektion statt. Egal, wie schwierig der Kauf von Hosen, Kleidern oder Oberteilen auch sein mag, bei Schuhen gibt es auch für Plus-Size-Damen die neueste Mode wie den Nike Air Max 90 . Da Sneaker generell wieder auf dem Vormarsch sind und längst nicht mehr nur Sportlern vorbehalten sind, verwirklichen sich viele Frauen ihren Traum von stylischen, aber doch höchst bequemen Schuhen, ohne damit als zu leger angezogen zu erscheinen. Auch im Büro ist es mittlerweile kein Tabubruch mehr, mit modischen Sneakern zu erscheinen.

Hauptprobleme von Plus-Size-Frauen

In den allermeisten Läden finden sich maximal Kleidungsstücke bis Größe 42. Alles, was darüber hinausgeht, ist entweder nur noch in sehr geringer Auswahl vorhanden oder überhaupt nicht. Das Unverständnis der Kundinnen über diesen Zustand steigt, zumal in den letzten Jahren ein deutlicher Zuwachs an Frauen zu verzeichnen ist, die eben nicht den Standardmaßen entsprechen. Auch wird häufig der Umstand beklagt, dass es in den sogenannten Übergrößen kaum etwas Modisches zu kaufen gibt . Sowohl Farben, als auch Muster oder Schnitte genügen selten den Ansprüchen der Käuferinnen, die auch kein anderes Modebewusstsein haben als schlanke Frauen.

Auch wenn mittlerweile vermehrt Curvy-Models über den Laufsteg schlendern, so gibt es doch nach wie vor ein extremes Defizit an übergewichtigen Models. Plus-Size-Frauen wünschen sich Models, die die Kleidungsstücke auch in ihrer Größe präsentieren. Dies fehlt leider noch allzu oft. Zudem ist es auffällig, dass Mode für Übergewichtige offenbar in den Läden in die hintersten Ecken verbannt wird. Auf diese Weise fühlen sich die betroffenen Frauen zusätzlich diskriminiert. Auch der Preis für Übergrößen liegt erheblich über dem für Standardgrößen. Dafür gibt es natürlich sachliche Gründe wie höheren Materialverbrauch, mehr Verschnitt sowie zusätzliche Produktions-, Transport und Lagerkosten. Jedoch steigert dieser Umstand natürlich die Unzufriedenheit der Käuferinnen.

Fazit:

Es ist kein Wunder, dass Frauen, die nicht die Norm der Standardgrößen erfüllen, zunehmend die Lust am Shoppen verlieren. Das Einkaufsverhalten verlagert sich zunehmend auf Onlineshops, da dort aus der Anonymität heraus eingekauft werden kann. Man wird jedoch das Gefühl nicht los, dass genau dies von den großen Modeketten gewünscht ist - die Entscheidung von H&M ist jedenfalls genau so zu interpretieren.

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