Am eisigen Fjord: Zu Besuch im winterlichen Oslo
Der Winter ist Nebensaison in Oslo – trotzdem hat Norwegens Haupstadt auch in der Kälte ihren Reiz

Eisschollen auf dem Fjord, Schnee auf den Straßen, eisiger Wind in der City: Der Winter in Oslo ist nicht Jedermanns Sache. Trotzdem hat die norwegische Hauptstadt auch in der kalten Jahreszeit ihren Reiz. Ein Besuch . . .

Freitag, 08.03.2013, 16:03 Uhr

Wenn Fridtjof Nansen das wüsste! Ausgerechnet das Museum mit seinem legendären Expeditionsschiff Fram ist derzeit nicht mit dem Boot zu erreichen, weil ein paar Eisschollen über den Oslofjord treiben. Aber die Zeiten haben sich eben geändert, seit der norwegische Abenteurer 1893 zum Nordpol aufbrach. Der Winter bereitet selbst Oslo eine Nebensaison. Trotzdem hat Norwegens Hauptstadt auch im Winter ihren besonderen Reiz.

Nebensaison: Das fällt schon dem direkt auf, der statt flugs zu fliegen mit der Fähre nach Oslo aufbricht. Nur wenige Autos stehen in der Reihe am Color-Line-Anleger in Kiel. Dabei bieten die beiden Schwesterschiffe Color Fantasy und Color Magic Platz für 750 bzw. 550 Pkw und rund 2700 Passagiere. Doch wenn bei Temperaturen knapp unter dem Gefrierpunkt der eiskalte Wind übers Sonnendeck pfeift, kriegt selbst der Hartgesottene kalte Füße. Allzu viel Nansen steckt eben in den wenigsten Reisenden.

20 Stunden braucht die tägliche Fähre von Kiel nach Oslo. Genügsam gleitet sie mit höchstens 40 Kilometern pro Stunde über die Ostsee und durch den Fjord, an dessen Ende am Morgen Oslo in Sicht kommt.

Oslo im Winter

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  • Foto: Gunnar A. Pier
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  • Karl Johans Gate mit Königlichem Schloss

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Karl Johans Gate mit Königlichem Schloss

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Wachwechsel vor dem Königlichen Schloss

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Wachwechsel vor dem Königlichen Schloss

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Wachwechsel vor dem Königlichen Schloss

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Ausstellung über Friedensnobelpreisträger im Friedensnobelpreiscenter / Nobel Peace Center

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Ausstellung über Friedensnobelpreisträger im Friedensnobelpreiscenter / Nobel Peace Center

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  • Ausstellung über Friedensnobelpreisträger im Friedensnobelpreiscenter / Nobel Peace Center

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  • Ausstellung über Friedensnobelpreisträger im Friedensnobelpreiscenter / Nobel Peace Center

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  • Ausstellung über Friedensnobelpreisträger im Friedensnobelpreiscenter / Nobel Peace Center

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Ausstellung über Friedensnobelpreisträger im Friedensnobelpreiscenter / Nobel Peace Center

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Frognerpark Oslo, auch Vigelandspark genannt, mit Skulpturen des Künstlers Gustav Vigeland (1869 - 1943)

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Frognerpark Oslo, auch Vigelandspark genannt, mit Skulpturen des Künstlers Gustav Vigeland (1869 - 1943)

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  • Frognerpark Oslo, auch Vigelandspark genannt, mit Skulpturen des Künstlers Gustav Vigeland (1869 - 1943)

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  • Frognerpark Oslo, auch Vigelandspark genannt, mit Skulpturen des Künstlers Gustav Vigeland (1869 - 1943)

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  • Frognerpark Oslo, auch Vigelandspark genannt, mit Skulpturen des Künstlers Gustav Vigeland (1869 - 1943)

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  • Frognerpark Oslo, auch Vigelandspark genannt, mit Skulpturen des Künstlers Gustav Vigeland (1869 - 1943)

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  • Frognerpark Oslo, auch Vigelandspark genannt, mit Skulpturen des Künstlers Gustav Vigeland (1869 - 1943)

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  • Frognerpark Oslo, auch Vigelandspark genannt, mit Skulpturen des Künstlers Gustav Vigeland (1869 - 1943)

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  • Frognerpark Oslo, auch Vigelandspark genannt, mit Skulpturen des Künstlers Gustav Vigeland (1869 - 1943)

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  • Frognerpark Oslo, auch Vigelandspark genannt, mit Skulpturen des Künstlers Gustav Vigeland (1869 - 1943)

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  • Frognerpark Oslo, auch Vigelandspark genannt, mit Skulpturen des Künstlers Gustav Vigeland (1869 - 1943)

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Im Fram-Museum wird Geschichte lebendig.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Im Fram-Museum wird Geschichte lebendig.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Im Fram-Museum wird Geschichte lebendig.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Im Fram-Museum wird Geschichte lebendig.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Im Fram-Museum wird Geschichte lebendig.

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  • Im Fram-Museum wird Geschichte lebendig.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Im Fram-Museum wird Geschichte lebendig.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Nationalgalerie in Oslo mit Bilder von Edvard Munch, unter anderem "Der Schrei" und "Madonna".

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Nationalgalerie in Oslo mit Bilder von Edvard Munch, unter anderem "Der Schrei" und "Madonna".

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Nationalgalerie in Oslo mit Bilder von Edvard Munch, unter anderem "Der Schrei" und "Madonna".

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Nationalgalerie in Oslo mit Bilder von Edvard Munch, unter anderem "Der Schrei" und "Madonna".

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Nationalgalerie in Oslo mit Bilder von Edvard Munch, unter anderem "Der Schrei" und "Madonna".

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Nationalgalerie in Oslo mit Bilder von Edvard Munch, unter anderem "Der Schrei" und "Madonna".

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Nationalgalerie in Oslo mit Bilder von Edvard Munch, unter anderem "Der Schrei" und "Madonna".

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Nationalgalerie in Oslo mit Bilder von Edvard Munch, unter anderem "Der Schrei" und "Madonna".

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Nationalgalerie in Oslo mit Bilder von Edvard Munch, unter anderem "Der Schrei" und "Madonna".

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Nationalgalerie in Oslo mit Bilder von Edvard Munch, unter anderem "Der Schrei" und "Madonna".

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  • Nationalgalerie in Oslo mit Bilder von Edvard Munch, unter anderem "Der Schrei" und "Madonna".

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  • Nationalgalerie in Oslo mit Bilder von Edvard Munch, unter anderem "Der Schrei" und "Madonna".

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  • Nationalgalerie in Oslo mit Bilder von Edvard Munch, unter anderem "Der Schrei" und "Madonna".

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Auf der Fähre Moss-Horten über den Oslofjord

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier
  • "Das Ende der Welt" nahe Tjøme

    Foto: Gunnar A. Pier
  • "Das Ende der Welt" nahe Tjøme

    Foto: Gunnar A. Pier
  • "Das Ende der Welt" nahe Tjøme

    Foto: Gunnar A. Pier
  • "Das Ende der Welt" nahe Tjøme

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  • "Das Ende der Welt" nahe Tjøme

    Foto: Gunnar A. Pier
  • "Das Ende der Welt" nahe Tjøme

    Foto: Gunnar A. Pier
  • "Das Ende der Welt" nahe Tjøme

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Blick aufs Fram-Museum auf der Halbinsel Bygdøy von Bord der Color Fantasy

    Foto: Nina Pier
  • Blick aufs Fram-Museum auf der Halbinsel Bygdøy von Bord der Color Fantasy

    Foto: Nina Pier
  • An Bord der Color Fantasy

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Nina Pier
  • Foto: Nina Pier
  • Foto: Nina Pier
  • Foto: Nina Pier
  • Foto: Nina Pier
  • An Bord der Color Fantasy

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier
  • An Bord der Color Fantasy

    Foto: Gunnar A. Pier
  • An Bord der Color Fantasy

    Foto: Gunnar A. Pier
  • An Bord der Color Fantasy

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Die Color Fantasy läuft in Kiel ein.

    Foto: Nina Pier

Die Stadt lässt sich schön erkunden mit einer Stadtrundfahrt. Der komfortable Bus ist im Winter ebenfalls ziemlich leer. Ganz vorne rechts neben dem Fahrer sitzt häufig Agnes Kristiansen aus Montabaur. Ihre Geschichte ist eine von jenen, die fast zu schön sind, um sie aufzuschreiben. Seit 36 Jahren wohnt sie in Norwegen. Warum? „Ich habe einen Norweger geheiratet.“ Aber den trifft man doch auch nicht zufällig, oder? „ Ich habe ihn in Afrika kennengelernt.“ Ach so, klar.

Keine Zeit für weitere Fragen, der Bus startet am imposanten roten Rathaus und dreht erst einmal eine Runde durch die City. Oslo ist überschaubar klein. Königsschloss und Staatsgalerie mit Munchs „Schrei“ lassen sich auch zu Fuß verbinden mit Parlamentsgebäude, Hafen, Bahnhof, der Einkaufsstraße Karl Johans Gate und dem schicken Szeneviertel Aker Brygge direkt am Wasser.

Beim Gang durch den Vigeland-Skulpturenpark zeichnet Agnes bereitwillig ihren verwundenen Weg von Montabaur nach Oslo nach. Als Entwicklungshelferin war die Krankenschwester in Sambia. Dort lernte sie ihren Mann, einen Bauingenieur, kennen und folgte ihm nach Norwegen. Später verschlug es die beiden noch nach Tansania. Zwei Kinder bekam sie in Afrika. Im warmen Afrika.

Jetzt stapft sie durch den Schnee und erklärt in drei Sprachen das Lebenswerk von Gustav Vigeland. Aus 212 Figuren hat der Osloer Künstler, der auch die Friedensnobelpreis-Medaille entworfen hat, eine aufregende Skulpturenwelt geschaffen, die mehrfach das Leben von der Geburt bis zum Tod skizziert. Begeisternd selbst für Besucher, die solcher Kunst sonst skeptisch gegenüberstehen.

Oslo im Winter – da darf eine Station nicht fehlen: Holmenkollen. Die Hausschanze der Hauptstadt thront auf dem gleichnamigen Berg am Stadtrand. Der Bus fährt direkt bis unter die Stahlkonstruktion. Wer Glück hat, erwischt einen Wettkampftag. Dann sausen die waghalsigen Männer auf ihren fliegenden Brettern nur wenige Meter entfernt vorbei. Beeindruckend!

Doch schon nach einer guten halben Stunden bläst die resolute Agnes zum Aufbruch. Der Bus sucht sich seinen Weg über die kurvige Straße zurück in die Stadt und rüber auf die Museumshalbinsel Bygdøy. Dort macht Norwegen, seit Menschengedenken eine stolze Seefahrernation, die eigene Geschichte lebendig. Mehrere Museen stehen dicht beieinander und erinnern an die Wikingerzeit, die abenteuerliche Atlantiküberquerung auf einem Floß namens Kon-Tiki – und eben an die Fram. Mit dem hölzernen Segelschiff starteten die norwegischen Entdecker Roald Amundsen und Friedtjof Nansen zwischen 1893 und 1912 geradezu legendäre Expeditionen. Amundsen brach mit ihr auf, um den Wettlauf zu Südpol gegen den Engländer Scott zu gewinnen. Nansen ließ sich mit der Fram vom arktischen Eis einschließen und Richtung Nordpol driften.

Heute ist die echte Fram der wortwörtliche Mittelpunkt im gleichnamigen Museum. Dazu gibt es Informationen und Ausstellungsstücke zu ihrer Geschichte. Das Museum steht direkt am Wasser. Von dort, so scheint es, spottet die weise, unverwüstliche Fram über die Eisschollen auf dem Oslofjord.

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