Reisen
Der Traum von der Weltreise: Spielt der Arbeitgeber mit?

Die Deutschen sind ein Volk der Reisenden. Im Jahr 2018 haben etwa 55 Millionen Deutsche eine mindestens fünftägige Reise unternommen – so viele wie in keinem Jahr zuvor. Einer der wichtigsten Gründe, sich auf eine Urlaubsreise zu begeben, ist dabei das Kennenlernen fremder Kulturen.

Dienstag, 27.08.2019, 08:43 Uhr aktualisiert: 27.08.2019, 08:49 Uhr
Reisen: Der Traum von der Weltreise: Spielt der Arbeitgeber mit?
Weltreise Foto: colourbox

Aus diesem Grund erfreuen sich auch Weltreisen einer ungebrochenen Beliebtheit. Innerhalb einer recht kurzen Zeitspanne so viele Länder wie möglich sehen – das ist der Traum vieler Menschen. Allerdings lässt er sich nicht immer ganz einfach realisieren. Oftmals begeben sich Weltreisende auf ihre große Tour, nachdem sie mit der Schule, der Lehre oder dem Studium fertig sind. Dann haben sie nämlich noch keine berufliche Verpflichtung, die verhindert, dass sie wochenlang auf Reisen sind. Allerdings sind Abiturienten, Akademiker und junge Menschen mit abgeschlossener Berufsausbildung mit einem anderen Problem konfrontiert: Sie haben meist nicht genug Geld, um eine Weltreise zu unternehmen .

Dabei ist es im Normalfall selbst dann möglich, eine Reise um die Welt zu machen, wenn man sich in einem Arbeitsverhältnis befindet. Denn immer mehr Arbeitnehmer bieten ihren Angestellten an, ein so genanntes Sabbatical einzulegen. Das ist eine längere Auszeit vom Job, für die es unterschiedliche Modelle gibt. Die Voraussetzung ist aber grundsätzlich, dass sich der Arbeitgeber einverstanden erklärt, über einen längeren Zeitraum auf seinen Angestellten zu verzichten. Am einfachsten ist dabei die Variante, dass sich der Arbeitnehmer für die Dauer seiner Reise freistellen lässt, ohne währenddessen Gehalt zu beziehen. Für den Arbeitgeber ist dies die finanziell beste Lösung, da er in dieser Zeit weder Gehalt noch Versicherung bezahlen muss. Der Arbeitnehmer muss sich hingegen selbst darum kümmern, dass er eine gültige Krankenversicherung hat. Zudem muss er genügend Ersparnisse haben, um sich eine längere Reise, per Kreuzfahrt, Flug, Auto oder ähnlichem leisten zu können.
Wenn die Reise nicht allzu lange dauern soll, dann kann der Arbeitnehmer auch einen Sonderurlaub nehmen. Dessen Vorteil ist, dass der Versicherungsschutz in dieser Zeit bestehen bleibt. Auf ein Gehalt muss der Angestellte dennoch verzichten. Der Sonderurlaub darf nur vier Wochen dauern, da andernfalls das Beschäftigungsverhältnis unterbrochen wird und die Sozialversicherung nicht mehr vom Arbeitgeber bezahlt werden würde. Beantragt der Arbeitnehmer allerdings seinen Jahresurlaub am Stück und in Kombination mit dem Sonderurlaub, dann kann er länger als vier Wochen auf Reisen sein.
Gesetzlich verankert ist außerdem das Recht, ein Langzeitarbeitskonto anzulegen. Dabei verzichtet der Arbeitnehmer auf einen Teil seines Gehalts, das stattdessen beim Arbeitgeber verbleibt. Vorstellbar ist etwa, dass der Arbeitnehmer in Vollzeit arbeitet, jedoch nur den Lohn für eine Teilzeitstelle erhält. Das Geld, das auf diese Weise angesammelt wird, nutzt der Arbeitgeber schließlich dafür, das Sabbatical seines Angestellten zu finanzieren. Dieser erhält also über die Dauer seiner Weltreise weiterhin das Gehalt, das er für seine Arbeit bekommen würde. Wie viel und wie lange auf das Langzeitarbeitskonto eingezahlt werden muss, wird im Vorfeld in einer Wertguthabenvereinbarung festgelegt.
Viele Firmen unterstützen ihre Angestellten dabei, wenn sie eine längere Reise planen. Schließlich kommen die Erfahrungen und Erkenntnisse, die der Arbeitnehmer auf seiner Tour sammelt, auch dem Unternehmen zugute. Dies ist auch eine ausgezeichnete Argumentation, um den zögernden Arbeitgeber davon zu überzeugen, seinem Angestellten die Auszeit zu genehmigen.

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