Kanada
Etwas Heimat auf Rädern: Im Wohnmobil durch die Rocky Mountains

Erst auf dem Parkplatz vor dem Safeway-Supermarkt werden die Dimensionen deutlich. Vorne steht der Wagen über, hinten versperrt er halb den Weg. 7,75 Meter lang, 2,43 Meter breit. Vier Betten, Kühlschrank, Mikrowelle, Dusche und Toilette, Klimaanlage und Heizung: wie eine Studenten-Bude auf Rädern. Zwei Wochen ist dieses Wohnmobil unser rollendes Domizil bei der 1800-Kilometer-Reise von Vancouver durch die Rocky Mountains nach Calgary.

Freitag, 04.12.2015, 14:12 Uhr

Pause mitten in den Rockys . . .
Pause mitten in den Rockys . . . Foto: Gunnar A. Pier

Es gibt viele Möglichkeiten, die nordamerikanischen Weiten zu erleben. Ein Trip im Wohnmobil ist vielleicht die typischste Form. Kanadier sind große Camper. Entsprechend ausgerüstet ist das Land – bis hin zur Möglichkeit, an der Tankstelle die Abwasser-Tanks zu leeren. Auf den Camping-Plätzen treffen spartanische Pick-ups auf Luxus-Liner im Reisebus-Format.

Auf dem Gelände des Motorhome-Verleihs Canadream etwas außerhalb von Vancouver herrscht buntes Treiben. Urlauber voller Vorfreude treffen auf Camper, die ihr Auto gerade wieder abgegeben haben. Wie ist das Wetter in den Bergen? Wie viel Zeit hattet ihr eingeplant?

Cassandra kommt auf uns zu und bereitet den spannenden Augenblick ganz unprätentiös vor: Sie zeigt das  Fahrzeug und erklärt, wie es funktioniert. Denn ab jetzt müssen wir Frischwasser auftanken, Schmutzwasser ablassen und an den Stromanschluss denken. Gut, dass eine deutschsprachige Bedienungsanleitung zum Service gehört. Vorsichtig rollen wir vom Hof.

Mit dem Wohnmobil durch die kanadischen Rocky Mountains

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  • Berühmtes Fotomotiv: Lake Louise.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Ausflugstipp: Den Gletscher Columbia Icefield kann man mit speziellen Bussen besuchen.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Der Inukshuk ist ein kanadisches Symbol. Dieser steht am Strand von Vancouver.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Lohnender Halt: Hell's Gate am Frasier River.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Malerisch: mit dem Wohnmobil durch Kanadas Rocky Mountains.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Ausflugstipp: Den Gletscher Columbia Icefield kann man mit speziellen Bussen besuchen.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Lohnender Halt: Hell's Gate am Frasier River.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Malerisch: mit dem Wohnmobil durch Kanadas Rocky Mountains.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Groß: Das Wohnmobil auf einem Supermarkt-Parkplatz.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Malerisch: mit dem Wohnmobil durch Kanadas Rocky Mountains.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Malerisch: mit dem Wohnmobil durch Kanadas Rocky Mountains.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Malerisch: mit dem Wohnmobil durch Kanadas Rocky Mountains.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Malerisch: mit dem Wohnmobil durch Kanadas Rocky Mountains.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Malerisch: mit dem Wohnmobil durch Kanadas Rocky Mountains.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Malerisch: mit dem Wohnmobil durch Kanadas Rocky Mountains.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Malerisch: mit dem Wohnmobil durch Kanadas Rocky Mountains.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Wenn es Nacht wird auf der Hat Creek Ranch . . .

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Hat Creek Ranch.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Malerisch: mit dem Wohnmobil durch Kanadas Rocky Mountains.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Größer geht immer: ein Wohnmobil so groß wie ein Omnibus.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Malerisch: mit dem Wohnmobil durch Kanadas Rocky Mountains.

    Foto: Gunnar A. Pier

Erste Station: ein Supermarkt

Das Motorhome ist ungewohnt groß. Erste Station: ein Supermarkt. Bier und Bagels, Butter und tiefgefrorene Chicken-Nuggets, Salz und Salami und einlagiges Toilettenpapier fürs Bord-WC: die Erstausstattung. „Haben Sie eine Safeway-Karte?“ Natürlich nicht. Die Kassiererin nimmt kurzerhand ihre eigene aus der Lade. 15 Prozent Discount – Kanada ist gastfreundlich. „Sie wollen keine Tüte? Sie müssen aus Europa kommen.“ Yeah.

Mit einem großen Kaffee in der Mittelkonsole geht’s los. Erstmal Meter machen, raus aus dem Dunstkreis der Metropole Vancouver, weg in Richtung Osten. Eine nahezu legendäre Route steht in den zwei Wochen bevor: einmal quer über die Rockies von Olympiastadt (Vancouver 2010) zu Olympiastadt (Calgary 1988). Grob haben wir vorgeplant – aber nichts gebucht. Das bisschen Flexibilität, das bisschen Freiheit sollte bleiben.

Lucky-Luke-Idylle an der Hat Creek Ranch.

Lucky-Luke-Idylle an der Hat Creek Ranch. Foto: Gunnar A. Pier

Reise in der Nachsaison

Mitte September ist die Saison nahezu um, nachts wird es bereits bitterkalt, die Straßen sind leer, die Campingplätze ebenso. Also steuern wir sie spontan an und freuen uns über den ungewohnten Umstand: Egal, wo wir hinkommen – wir sind immer schon da. Der Kühlschrank voll, das Bett gemacht, die Dusche sauber, und neben der Toilette hängt noch immer die Klopapierrolle, die wir morgens in einer ganz anderen Stadt hingehängt haben. Ein Stückchen Heimat bringen wir einfach mit.

Reiseland Kanada

Kanada ist als Reiseziel besonders bei Deutschen sehr beliebt. Die Redaktion hat Tipps für einen Urlaub auf der anderen Seite des Atlantiks zusammen gestellt. Eine Übersicht gibt's hier .

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Da macht es auch nichts, wenn ein Platz so spärlich ausgestattet ist wie der an der Hat Creek Ranch. Mitten im nirgendwo ein Stromanschluss, die Idylle ist nicht zu beschreiben. Kaum mehr als zwölf Euro kostet die  Übernachtung. Lucky-Luke-Idylle, aber ohne Wildwest-Schurken.

Die Nacht senkt sich über die Hügel. Erst Tage später sehen wir Plätze, die nicht einmal mehr Strom bieten. Nichts für uns in dieser Jahreszeit – nachts sinken die Temperaturen mitunter auf unter null.

Mythos Kanada

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  • Traumurlaub: Mit dem Wohnmobil durch die Rocky Mountains.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Ein indianisches Glückssymbol: Der Inukshuk. Dieser steht in Vancouver.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Dieser Zug gehört zum Stolz des Landes: Der "Canadian" braucht für die Reise von Toronto nach Vancouver dreieinhalb Tage.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Spezialität in Nova Scotia: Hummer, hier präsentiert von TV-Koch Alain Bosse ("The kilted chef").

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Manche Ecken sind nur per Wasserflugzeug zu erreichen - wie der Little Doctors Lake im Nahanni National Park in den Northwest Territories.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Nur für Mutige: Rundgang auf dem Dach des CN-Towers in Toronto.

    Foto: CN Tower
  • Postkartenidylle: Peggy's Cove in Nova Scotia an der Ostküste.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Gletscher-Touren mit Spezialbussen werden auf dem Columbia Icefield in den Rocky Mountains angeboten.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Prägnante Kulisse: Toronto.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Metropole im Westen: Vancouver.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Traumurlaub: Mit dem Wohnmobil durch die Rocky Mountains.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Traumurlaub: Mit dem Wohnmobil durch die Rocky Mountains.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Lunenburg in Nova Scotia.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • In der Provinz Quebec wird französisch gesprochen.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Die Niagara-Fälle gehören zu den touristischen Highlights.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Prairie-Romantik in Saskatchewan.

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  • Auf einem Friedhof in Halifax wurden die Opfer der Titanic begraben.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Aus der Luft: Vancouver.

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  • Die Niagara-Fälle.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Malerisch: Lunenburg in Nova Scotia.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Lunenburg

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Der Nahanni National Park in der Northwest Territories ist nur mit einem Wasserflugzeug zu erreichen.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Beim Festival Le Grand Tintamarre in Caraquet, New Brunswick, wird immer am 15. August die französische Kultur gefeiert.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Interessante Warnschilder in New Brunswick . . .

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Eine Provinz leuchtet blau-weiß-rot: New Brunswick an der Ostküste.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Der Bär gehört zum Mythos Kanada - hier ein Schwarzbär in New Brunswick.

    Foto: Gunnar A. Pier

Erst wandern, dann auf dem Highway entspannen

Rund 200 Kilometer als Tagesetappe haben sich bewährt. Morgens eine kleine Wanderung, ein Ausflug in die Gegend, am späten Nachmittag Entspannung im weich gefederten Straßenschiff auf den großzügigen Highways. Platz ist überall reichlich: Alles ist auf ungeübte Wohnmobil-Lenker eingestellt.

Nach 14 Tagen da draußen rollen wir langsam an der Canadream-Station in Calgary vor. Alles so laut hier in der Stadt! Zum letzten Mal schließen wir die Tür unserer rollenden Studenten-Bude.

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