Israel
Heilige Stätten für Pilger

Nur 30 Zentimeter dick ist die Erdschicht, die etwa 2000 Jahre lang die älteste Synagoge Galiläas überdeckte. Sie befindet sich in Magdala, jenem Fischerdorf, das durch eine Frau berühmt wurde: Maria Magdalena, die erste Zeugin der Auferstehung Jesu.

Freitag, 14.04.2017, 06:04 Uhr

Reges Treiben:Die Westmauer am ehemaligen Jerusalemer Tempel ist ein wichtiger Ort für die Juden. Beate Kopmann
Reges Treiben:Die Westmauer am ehemaligen Jerusalemer Tempel ist ein wichtiger Ort für die Juden. Beate Kopmann

Bei Bauarbeiten für ein Tagungszentrum am See Genezareth wurden im Jahr 2009 die Überreste dieser Synagoge aus dem ersten Jahrhundert gefunden. „Magdala liegt auf dem Weg von Nazareth nach Kafarnaum“, erklärt Father Eamon Kelly : „Wir können daher vermuten, dass Jesus hier gepredigt hat.“ Schließlich erzähle die Bibel davon, dass er in den Synagogen Galiläas gelehrt habe. Was den irischen Priester besonders freut: „Hier kreuzen sich jüdische und christliche Geschichte.“

Pilgerreise durch Israel

1/30
  • En Gedi ist eine wasserreiche Oase im nördlichen Teil der israelischen Wüste Negev. Sie liegt am Westufer des Toten Meeres. Hier hat sich nach biblischer Überlieferung David vor König Saul versteckt. Eine traumhaft schöner Ort für Wanderungen.

    Foto: Beate Kopmann
  • Blick vom Ölberg auf die Altstadt von Jerusalem mit dem Felsendom, im Vordergrund der jüdische Friedhof.

    Foto: Beate Kopmann
  • Blick aus der Kirche Dominus flevit (lateinisch: „Der Herr weinte“) auf die Altstadt von Jerusalem.

    Foto: Beate Kopmann
  • Aufgang zum Felsendom auf dem Tempelberg.

    Foto: Beate Kopmann
  • Blick auf den Felsendom in der Altstadt von Jerusalem. Die dunklen Kuppeln im Hintergrund gehören zur Grabeskirche.

    Foto: Beate Kopmann
  • Die Klagemauer ist die Westmauer des zweiten Jerusalemer Tempels. Kotel nennen Juden dieses für Männer und Frauen getrennte Mauerstück von 48 Meter Länge und 18 Meter Höhe. Juden, aber auch Pilger stecken Zettel mit ihren Wünschen und Bitten in die Ritzen des Mauerwerkes.

    Foto: Beate Kopmann
  • Fromme Juden beten vor der Klagemauer.

    Foto: Beate Kopmann
  • Das Israel-Museum in Jerusalem zeigt das Modell des Tempels zur Zeit Jesu.

    Foto: Beate Kopmann
  • Der Eingang zur Grabeskirche

    Foto: Beate Kopmann
  • Die Grabeskirche morgens um fünf.

    Foto: Beate Kopmann
  • Die erst kürzlich renovierte Kapelle über dem Grab Jesu. Hier stehen die Pilger Schlange.

    Foto: Beate Kopmann
  • Die Kuppel der Grabeskirche.

    Foto: Beate Kopmann
  • Russische Pilger sind in lange, weiße Gewänder gekleidet. Nacheinander gehen sie in den Jordan, bekreuzigen sich und tauchen dreimal unter. Eine Form der Tauferneuerung.

    Foto: Beate Kopmann
  • Russische Pilger bei der Tauferneuerung.

    Foto: Beate Kopmann
  • Blick auf den See Genezareth vom Berg der Seligpreisungen.

    Foto: Beate Kopmann
  • Blick auf den See Genezareth vom Berg der Seligpreisungen.

    Foto: Beate Kopmann
  • In Tabgha feiern viele Pilger die Eucharistie am Ufer des Sees, in unmittelbarer Nähe zur Brotvermehrungskirche.

    Foto: Beate Kopmann
  • Der Stein unter dem Altar in der Brotvermehrungskirche wird als die Stelle verehrt, auf der Jesus vor der Brotvermehrung die Brote und Fische abgelegt haben soll. Das Brot-und-Fische-Mosaik wird auf das beginnende 5. Jahrhundert datiert.

    Foto: Beate Kopmann
  • Die Eremos-Höhle in Tabgha. Hierhin soll Jesus sich zum Gebet zurückgezogen haben.

    Foto: Beate Kopmann
  • Jerusalem zum Einatmen: Wer gerne kocht, sollte sich auf dem Markt mit Gewürzen eindecken.

    Foto: Beate Kopmann
  • Die Via Dolorosa führt durch das muslimische Viertel zur Grabeskirche in Jerusalem.

    Foto: Beate Kopmann
  • Die Geburtskirche in Bethlehem. Die Stelle, wo Jesus geboren wurde, ist auf dem Boden mit einem 14-ackigem Stern gekennzeichnet. Er markiert die 14 Geschlechter im Stammbaum Jesu.

    Foto: Beate Kopmann
  • Lecker: frische Datteln

    Foto: Beate Kopmann
  • Auf dem Markt in Nazareth - die Stadt ist heute vor allem von Arabern geprägt.

    Foto: Beate Kopmann
  • Father Eamon Kelly vor den Überresten der Synagoge in Magdala. Sie stammt aus der Zeit Jesu und ist die älteste Synagoge, die in Galiläa ausgegraben wurde. Mit hoher Wahrscheinlichkeit hat Jesus in dieser Synagoge gelehrt.

    Foto: Beate Kopmann
  • Von der alten Hafenstadt Jaffa aus sieht man direkt auf den Strand von Tel Aviv.

    Foto: Beate Kopmann
  • Das Davidsgrab auf dem Berg Zion in Jerusalem wird als Grabstätte des biblischen Königs David verehrt. Das so genannte Grab ist aber nur eine Erinnerungsstätte. Im Obergeschoss desselben Bauwerks befindet sich der Abendmahlssaal, wo Jesus Christus nach christlicher Tradition das Letzte Abendmahl feierte.

    Foto: Beate Kopmann
  • Blick in den Gasten Getsemani, wo Jesus in der Nacht vor seiner Kreuzigung betete.

    Foto: Beate Kopmann
  • Über den Ruinen des Hauses Petri in Kafarnaum steht heute eine moderne Kirche. Von Kafarnaum aus startete Jesus seine Mission. Er soll im Haus von Petrus gelebt haben.

    Foto: Beate Kopmann
  • Eine Bootstour auf dem See Genezareth wird an vielen Stellen rund um den See angeboten.

    Foto: Beate Kopmann

Kein Wunder also, dass Christen nicht nur nach Jerusalem und Bethlehem pilgern, wenn sie in den Fußstapfen Jesu das Heilige Land erkunden wollen. Schließlich war der Norden Israels – Galiläa und der See Genezareth – die Wahlheimat Jesu. Hier hat er viele Wunder gewirkt und seine ersten Jünger gesucht. Als eigentliche „Stadt Jesu“ gilt Kafarnaum. Es ist auch die Heimat von Simon Petrus . In seinem Haus soll Jesus gelebt haben. Über den Fundamenten dieses Hauses steht heute – auf Stelzen gebaut – eine Kirche. In ihrer Mitte geben Glasplatten im Boden den Blick auf die Ruinen des Hauses Petri frei.

Kafarnaum ist eine Museumsstadt. Aber in den ersten vier Jahrhunderten lebten hier Judenchristen, die ihre Erinnerungen von Generation zu Generation weitergaben. Nur zwei Kilometer westlich von Kafarnaum liegt Tabgha – das ist der einsame Ort, an den sich Jesus oft zurückgezogen haben soll. Hier werden drei biblische Ereignisse verortet: die Bergpredigt, die Brotvermehrung und eine Erscheinung Jesu, bei der er Petrus beauftragte, seine Schafe zu weiden.

Bereits im vierten Jahrhundert spricht die Nonne Egeria davon, dass die Bergpredigt über der Eremos-Höhle in Tabgha gehalten wurde – die Höhle, in der Jesus oft betete. Pilger können dort noch immer eine idyllische Aussicht über den See Genezareth genießen.

Dieser ist 21 Kilometer lang und bis zu 13 Kilometer breit. Vom tiefstgelegenen Süßwassersee der Erde (212 Meter unter dem Meeresspiegel) geht es über die Straße 90 vom Norden Israels bis nach Eilat ans Rote Meer. Die Route umfasst 480 Kilometer und führt durch das Jordantal. In der Gegend um Jericho liegt die Stelle, an der sich Jesus von Johannes dem Täufer taufen ließ. Der Jordan ist dort keine zehn Meter breit, das Wasser gelb vom Sand der Wüste. Und in der Mitte des Flusses verläuft die Grenze zwischen Israel und Jordanien.

Von Jericho am Toten Meer bis nach Jerusalem sind es nur 30 Kilometer Luftlinie, aber dazwischen liegen 1200 Höhenmeter. „Das Tote Meer ist der tiefste Punkt der Erde und 400 Meter unter dem Meeresspiegel“, sagt Amos Baron. Jerusalem aber liege 800 Meter hoch, erzählt der Fremdenführer. Der Weg dahin führt durch die judäische Wüste, wo bis heute Beduinen in bitterer Armut leben.

Jerusalem, die ewige Stadt, ist aus Stein gebaut. Auf dem Ölberg spürt man das in besonderer Weise. Hier befindet sich ein jüdischer Friedhof, auf dem sich Grab an Grab und Stein an Stein reihen. Nach jüdischem Glauben wird der Messias vom hier aus nach Jerusalem einziehen. Viele Juden wollen deshalb hier begraben sein.

Vom Ölberg fällt der Blick aber auch auf den Felsendom. Er steht auf dem Tempelberg, einem der umstrittensten heiligen Orte der Welt. Denn wo sich heute der wichtigste ­Sakralbau der Muslime be­findet, stand früher der Jerusalemer Tempel. Davon ist nur noch die Westmauer übrig, die so genannte Klagemauer, an der die Juden beten.

Nicht weit davon entfernt ist der heiligste Raum der Christen: die Grabeskirche. Hier befinden sich sowohl die Stätte der Kreuzigung als auch das Grab Jesu. Golgatha, die so genannte Schädelstätte, war eigentlich ein alter Steinbruch. „Aber der Stein ist stehen geblieben, weil die Qualität zu schlecht war“, sagt Dr. Katharina Palmberger vom Deutschen Evangelischen Institut für Archäologie. Auch hier kreuzen sich also wieder christliche und jüdische Geschichte. Heißt es im Psalm 118 doch: „Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, ist zum Eckstein geworden.“

Wer das erste Mal vor der Grabeskirche steht, mag enttäuscht sein. Von außen wirkt das Gebäude unscheinbar. Im Inneren ist es wie ein Labyrinth. Hinter jeder Ecke taucht eine neue Kapelle auf, führen Treppen tiefer oder höher. Der zentrale Raum ist das eigent­liche Grab Jesu, über dem sich eine Kapelle befindet, die erst kürzlich restauriert wurde. Hier stehen die Pilger Schlange. Nicht immer geht es dabei christlich zu.

Am heiligsten Ort der Christenheit in Ruhe beten zu können, ist daher ein seltener Luxus. Für David Neuhaus, Sohn deutscher Juden, der später katholisch wurde, ist die Grabeskirche trotzdem sein Lieblingsort. Er rät: „Früh aufstehen.“ Spätestens um fünf Uhr morgens werde die Kirche geöffnet. Jeder kann kommen – auch derjenige, der selbst nicht beten mag. Es hilft einfach, andere Menschen hier beten zu sehen.“

Organisierte Pilgerreisen:

Der Deutsche Verein vom Heiligen Land bietet regelmäßig Pilgerfahrten an.

Auch Emmaus-Reisen aus Münster führt Pilgerreisen ins Heilige Land durch.

www.dvhl.de

www.emmausreisen.de Private Reisen: Mehrere

deutsche Fluglinien fliegen Tel Aviv an. Dort kann man sich einen Mietwagen nehmen.

Einreise: Neben einem Reisepass braucht man viel Zeit am Flughafen wegen der aufwendigen Sicherheitskontrollen.

Unterkunft: Das Pilgerhaus Tabgha liegt direkt am See Genezareth.

pilgerhaus@tabgha.org.il

Ebenfalls am See Genezareth liegt das Kibbuz Nof Ginosar.

www.ginosar.co.il

In Jerusalem ist das Paulus-Haus empfehlenswert, in der Nähe des Damaskus-Tores am Rand der Altstadt gelegen.

info@paulus-haus.de.

Ausflugstipps: Das Israel Museum in Jerusalem zeigt das Modell des Tempels aus der Zeit Jesu. In Tel Aviv-Jaffa ist die alte Hafenstadt Jaffa sehenswert. Dort hat Petrus gewirkt.

Info: www.goisrael.de

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4766526?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F198%2F711292%2F214%2F1612923%2F4841610%2F4894252%2F
Viel Lärm um eine kleine Terrasse
Geschlossen hat seit Kurzem der Biergarten des Landhauses Thiemann. Doch ohne Außengastronomie wollen Wirt Drago Medjedovic und seine Frau Lubiza die Gaststätte nicht betreiben.
Nachrichten-Ticker