Im heißen Westen
Die Wüste von Arizona lockt auch Outdoor-Fans an

Die Hitze ist als Thema allgegenwärtig in Scottsdale, Arizona. Im Sommer steigen die Temperaturen weit über 40 Grad Celsius - damit umzugehen, ist die Kunst bei allem, was Menschen hier tun. Trotzdem lockt die Region viele Touristen an. Selbst Aktiv-Urlauber. Für sie gibt es viele Angebote.

Freitag, 19.05.2017, 15:05 Uhr

Mit dem Heißluftballon über die Sonora-Wüste:Nahe Scottsdale, Arizona, bietet sich dem Neugierigen so ein ungewöhnlicher Überblick. Gunnar A. Pier
Mit dem Heißluftballon über die Sonora-Wüste:Nahe Scottsdale, Arizona, bietet sich dem Neugierigen so ein ungewöhnlicher Überblick. Foto: Gunnar A. Pier

Morgens um kurz vor 5 Uhr wird noch nicht viel gesprochen im Van der Hot Air Expeditions. Es ist zu früh am Tag, und alle sind noch erledigt von der 24-stündigen Anreise am Vortag. „Hier rechts wohnt Alice Cooper “, sagt Fahrer Jim und zeigt in die Hügel am Stadtrand von Scottsdale, Arizona, hinter denen der erste Schimmer des neuen Tages erscheint. Alle nicken brav. Eine Stunde später sind sie wacher: Als der Heißluftballon abhebt zur Fahrt über die Sonora-Wüste.

Warum es so früh los geht? Klar: wegen der Hitze. Im Sommer steigen die Temperaturen in Arizona weiter über 40 Grad. Damit umzugehen, ist die Kunst bei allem, was Menschen hier tun. Die Hitze ist als Thema allgegenwärtig: Die Gästeführerin lockt die Besuchergruppe mit dem Versprechen einer Klimaanlage ins nächste Haus. Wanderer starten vor Sonnenaufgang, Schilder erinnern daran, wie viel der Mensch in dieser Umgebung trinken muss. Und wenn in Arizona Aktivitäten wegen des Wetters ausfallen, dann nicht etwa wegen Regens sondern wegen großer Hitze. Heißluftballone starten früh morgens – nur im Winter geht das auch am Abend. Und wenn sie hier von „Regenzeit“ sprechen, dann meinen sie nicht Land-unter, sondern nur die Wochen im Jahr, in denen es allenfalls regnen könnte.

Wie im Lucky-Luke-Heft

Trotzdem ist Arizona ein gern genommenes Ziel für Urlauber. Und das nicht nur wegen der haushohen Kakteen, die in der Gegend herumstehen und aussehen, als hätte sie sich ein Lucky-Luke-Zeichner ausgedacht. Nein, gerade Outdoor-Aktive suchen den besonderen Thrill der Hitze.

Inzwischen ist es kurz vor sechs Uhr auf einer freien Fläche etwas außerhalb von Scottsdale. Die Kakteen werfen lange Schatten. „Ist schon mal jemand Ballon gefahren?“, fragt Pilot Micky Drysdale, den sie hier nur „Captain Yee Haaww“ nennen, und ulkt, als niemand zuckt: „Ich auch nicht!“ Dann geht es plötzlich ganz schnell: Große Ventilatoren blasen die zehn Stockwerke hohe Ballonhülle auf, der Brenner erhitzt die Luft, und ehe sie sich versehen, schweben zehn Passagiere mit Captain Yee Haaww über die staubige Hügellandschaft des heißen Westens.

Unterwegs in der Wüste von Arizona

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  • Eine Szenerie, die Lucky-Luke-Zeichner nicht schöner hätten erdenken können: die Landschaft rund um Scottsdale, Arizona, steht voll mit riesigen Kakteen.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Ballonfahrt nahe Scottsdale über der Sonora-Wüste.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Ballonfahrt nahe Scottsdale über der Sonora-Wüste.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Ballonfahrt nahe Scottsdale über der Sonora-Wüste.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Captain Yee Haaww

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Ballonfahrt nahe Scottsdale über der Sonora-Wüste.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Abschluss der Ballonfahrt: Champagner-Frühstück mit Ballonfahrer-Taufe.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Captain Yee Haaww

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Im Restaurant Hash Kitchen in Scottsdale, Arizona, sind sie besonders stolz auf ihre Bloody-Mary-Variationen - hier unter anderem mit Bacon.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Der Architekt Frank Lloyd Wright hat sich nache Scottsdale, Arizona, einst ein Winterquartier gebaut. "Taliesin West" ist heute eine Touristenattraktion.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Der Architekt Frank Lloyd Wright hat sich nache Scottsdale, Arizona, einst ein Winterquartier gebaut. "Taliesin West" ist heute eine Touristenattraktion.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Der Architekt Frank Lloyd Wright hat sich nache Scottsdale, Arizona, einst ein Winterquartier gebaut. "Taliesin West" ist heute eine Touristenattraktion.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Der Architekt Frank Lloyd Wright hat sich nache Scottsdale, Arizona, einst ein Winterquartier gebaut. "Taliesin West" ist heute eine Touristenattraktion.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • In der Cosanti Gallery, einst Wirkungsstätte des Künstlers Paolo Soleri, lebt sein Geist fort. Sie ist heute eine der Touristenattraktionen von Scottsdale, Arizona.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Eine angenehme Weise, das Leben der Sonora-Wüste zu erleben: Eine Kajak-Tour auf dem Salt River nahe Scottsdale, Arizona.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Eine angenehme Weise, das Leben der Sonora-Wüste zu erleben: Eine Kajak-Tour auf dem Salt River nahe Scottsdale, Arizona.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Eine angenehme Weise, das Leben der Sonora-Wüste zu erleben: Eine Kajak-Tour auf dem Salt River nahe Scottsdale, Arizona.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Besuch beim Winzer Curt Dunham / LDV Winery in Scottsdale.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Desert Botanical Garden, Scottsdale

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Desert Botanical Garden, Scottsdale

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Desert Botanical Garden, Scottsdale

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Desert Botanical Garden, Scottsdale

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Downtown Scottsdale

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Downtown Scottsdale

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Downtown Scottsdale

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Downtown Scottsdale

    Foto: Gunnar A. Pier

Arizona - bekannt für den Grand Canyon

Arizona stößt im Süden an Mexiko und im Westen an Kalifornien. USA-Touristen kennen den Staat besonders durch ihre Besuche am Grand Canyon und vielleicht noch im Monument Valley („Marlboro Country“). Vier Städte drubbeln sich im „Tal der Sonne“ mitten in dem Südwest-Staat: Phoenix, Tempe, Mesa und Scotts­dale. Bis zu 2000 Meter hohe Berge umgeben die Gegend und prägen den Blick.

Paddeln auf dem Salt River: Selten kommt man der Landschaft so nah wie bei dieser Kajak-Tour.

Paddeln auf dem Salt River: Selten kommt man der Landschaft so nah wie bei dieser Kajak-Tour. Foto: Gunnar A. Pier

 

Lohnenswert: eine Kajaktour

Wer die Gegend wirklich erleben möchte, kommt freilich mit dem Heißluftballon nicht weiter. Man sollte eintauchen und nicht entschweben. Viele Wanderungen bieten sich an, morgendliche Hikes durch die Wüste und rauf auf die Berge. Lohnenswert ist aber auch – so verrückt es klingt – eine Kajaktour durch die Wüste. Entlang des Salt Rivers beispielsweise grünt es wie an der Ems. Der Fluss plätschert, die Sonne ist früh morgens noch erträglich, und mit etwas Glück sehen die Paddler Weißkopfseeadler, Wildpferde und schwimmende Schlangen.

Ganz billig ist dieser Ausflug auf der Lebensader der Sonora-Wüste freilich nicht: Eine zweistündige Tour kostet inklusive Shuttle gerne mal 140 Dollar. Immerhin: Die Fahrt im Ballon gibt’s erst ab 179 Dollar . . .

Taliesin West: Die Anlage baute sich Architekt Frank Lloyd Wright als Residenz für den nicht ganz so heißen Winter.

Taliesin West: Die Anlage baute sich Architekt Frank Lloyd Wright als Residenz für den nicht ganz so heißen Winter. Foto: Gunnar A. Pier

Residenz von  Frank Lloyd Wright

Eine ganz eigene Art, den Temperaturen zu begegnen, lernen die Besucher von Taliesin West kennen. Am Stadtrand von Scottsdale hat Frank Lloyd Wright, den die Amerikaner einen der bedeutendsten Architekten des vergangenen Jahrhunderts nennen, eine Residenz gebaut, die er – wegen der Hitze – aber nur im Winter nutzte. Eine Führung über das Gelände ist kurzweilig, weil es viele Anekdoten gibt.

So bemühte sich Wright, die Gebäude so zu bauen, dass sie sich gut in die Landschaft einpassen. Und als neu errichtete Strommasten seinen Blick über die karge Landschaft verschandelten, mauerte der eigenwillige Konstrukteur, der unter anderem das New Yorker Guggenheim-Museum entworfen hat, die Fenster in Richtung Prärie zu, um fortan nur noch zu den Bergen schauen zu können.

Willkommen im wilden Westen: Downtown Scottsdale.

Willkommen im wilden Westen: Downtown Scottsdale. Foto: Gunnar A. Pier

Blick über die Wüste

Aus dem Heißluftballon von Captain Yee Haaww freilich können die Passagiere in jede Richtung schauen. Der Blick fällt auf den Wüstenboden mit kniehohen Büschen, die der Lucky-Luke-Zeichner vertrocknet durch die Landschaft wehen lassen würde. Daneben schicke Wohnhäuser, sämtlich mit Pool gegen die Hitze. Ein Highway kreuzt die Szene.

Nach anderthalb Stunden landet der bunte Ballon auf einer freien Fläche, die Captain Yee Haaww erstaunlich genau angesteuert hat. Während seine Mitarbeiter den Ballon verpacken, gibt’s für die Passagiere ein kleines Champagner-Frühstück mit Ballonfahrer-Taufe.

Auf dem Rückweg nach Scottsdale ist es voll auf den Straßen. Die Leute in den Autos glauben vermutlich, sie seien früh aufgestanden.

Informationen

Anreise: Der größte Flughafen in der Gegend gehört zu Phoenix. Direktflüge gibt es aus Deutschland nicht, amerikanische Fluggesellschaften wie Delta und American Airlines bieten Flüge unter anderem ab Frankfurt und Düsseldorf mit Zwischenstopp beispielsweise in Philadelphia oder Atlanta an.

Reisezeit: Im Sommer steigen die Temperaturen deutlich über 40 Grad, deshalb sind Frühjahr und Herbst die bevorzugten Reisezeiten.

Aktivitäten: Rund um Scottsdale gibt es viele Golfplätze. Dazu locken verschiedene Outdoor-Aktivitäten, darunter auch Mountainbike-Touren, mehrtägige Hikes und Museen. Ballonfahrten bietet unter anderem  Hot Air Expedition an, Kajaktouren gibt's beispielsweise bei Arizona Outdoor Adventures . Wer Taliesin West besuchen möchte, findet Informationen hier .

Information: www.experiencescottsdale.com .

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