Von den Niagara-Fällen Richtung Osten
Auf den Spuren von Kanadas Siedlern

Als die ersten Siedler kamen, segelten sie den St.-Lorenz-Strom hinauf – landeinwärts in die Gegend, die heute Kanada ist. Vor gut 150 Jahren schlossen sich die heutigen Provinzen Ontario, Quebec, New Brunswick und Nova Scotia zu Kanada zusammen. Wer sie heute durchfährt, entdeckt Geschichte an jeder Ecke. 2946 Kilometer nach Osten – ein Tagebuch.

Donnerstag, 01.03.2018, 12:35 Uhr

Legendärer Blick: Die Niagarafälle gehören zu den bekanntesten Touristenattraktionen Kanadas. Sie stürzen etwa zwei Autostunden von Toronto entfernt in die Tiefe.
Legendärer Blick: Die Niagarafälle gehören zu den bekanntesten Touristenattraktionen Kanadas. Sie stürzen etwa zwei Autostunden von Toronto entfernt in die Tiefe. Foto: Gunnar A. Pier

Tag 1: Willkommen in Kanada!

Als Wasser auf die Windschutzscheibe spritzt, ist das erste Ziel erreicht. Hier also soll sie beginnen, unsere Tour Richtung Osten. Hier, wo die Gischt der Niagarafälle bis auf die Straße spritzt.

Doch in diesem Moment haben wir noch nicht den rechten Sinn für die nasse Nähe zu einer der größten Touristenattraktionen des zweitgrößten Landes der Erde: Wir suchen den Weg zum Marriot-Hotel, das weithin sichtbar auf der Anhöhe neben dem Wasserfall steht.

Wir sind seit 16 Stunden unterwegs, Flug vom FMO über Frankfurt nach Toronto, dann mit dem Leihwagen die knapp zwei Stunden nach Niagara. Eine freundliche Frau im Kassenhäuschen eines kostenpflichtigen Touri-Parkplatzes weist uns den Weg, wir checken ein - und sind überwältigt vom Blick aus dem Fenster in Etage 19: Da sind sie, die Fälle, nachts mit wechselnden Farben angestrahlt. Das Tosen dringt selbst durch die geschlossenen Fenster. Zimmer mit „Fallsview“ - war das wirklich nötig? Nein, natürlich nicht. Aber es ist großartig! Willkommen in Kanada.

Die Niagara-Fälle

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  • Mit den Schiffen der Hornblower Cruises geht's nah ran an die Fälle.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Halli-Galli-Meile: Rund um die Fälle gibt's ein großes Amüsierviertel.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Blick von oben aus dem Hubschrauber.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Wenn die Sonne aufgeht hinter den Niagarafällen.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Garantiert klatschnass . . .

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier

Tag 2: Halli-Galli und tosende Wassermassen

Die Nacht endet früh, na klar, sechs Stunden Zeitunterschied eben. Gegen sechs Uhr schauen wir zum ersten Mal wieder aus dem Fenster. Morgenrot hinter den Fällen, auf der amerikanischen Seite geht die Sonne auf. Wir bleiben auf der Bettkante sitzen und staunen, wie die Sonne hochsteigt, durch die Gischt der Niagarafälle strahlt, wie die blau leuchtenden Wassermassen von rechts aus dem Eriesee kommen, um sich die 52 Meter in die Tiefe zu stürzen.

Aber Etage 19 ist uns noch nicht hoch genug: Wir wollen den kompletten Überblick. Den gibt es aus dem Panoramafenster eines Hubschraubers. Zwölf Minuten dauert der Flug, der etwas außerhalb des Örtchens Niagara startet und einen großen Bogen über die Fälle fliegt. So werden die Zusammenhänge klar. Wo kommt das Wasser her, wo will es hin?

Zeit, ins Geschehen einzutauchen. Das Auto stellen wir wieder am Hotel ab und laufen los. Etwa eine halbe Stunde dauert der Fußmarsch ins Zentrum von Niagara.

„Guck mal, hier ist heute Kirmes.“

„Hier ist immer Kirmes!“

Die Niagara-Fälle

Tatsächlich: Der Ort ist so etwas wie ein kanadischer Ballermann mit Spielhallen und fragwürdigem Touri-Entertainment. Die Halli-Galli-Meile führt runter zum Fluss, die amerikanischen Fälle kommen in den Blick.

Hier starten die Schiffe der Hornblower Cruises. Die Passagiere bekommen Plastiktüten-Ponchos, dann legt der Ausflugsdampfer ab und fährt mitten rein ins Getöse. Vielleicht die beste Weise, die Wucht der Fälle zu spüren. Wenn das Schiff minutenlang im Zentrum der hufeisenförmigen Wasserfälle steht, wird die gewaltige Kraft der niemals versiegenden Wassermassen klar. Der halbstündige Törn ins Getöse: ein Muss.

Klatschnass-Garantie: Die Boote der Hornblower Cruises fahren ganz nah ran an die Wasserfälle.

Klatschnass-Garantie: Die Boote der Hornblower Cruises fahren ganz nah ran an die Wasserfälle. Foto: Gunnar A. Pier

Tag 3: Raus aus dem Trubel

Time to say goodbye. Die Niagarafälle haben wir ausgiebig aus verschiedenen Perspektiven erlebt. Auf Halli-Galli haben wir keine Lust - hier gibt es nichts mehr zu tun. Also starten wir unsere Reise Richtung Osten. Die Siedler brachten einst Trubel ins Land - wir nehmen nun den umgekehrten Weg vom Touri-Trubel in die beschauliche Küstenregion.

Erster Stop schon nach einer guten halben Stunde: Niagara-on-The-Lake ist ein sehenswertes Örtchen mit kleinen, schicken Häuschen und wuchtigen Villen. In Boutiquen und hübschen Läden macht Stöbern Spaß.

Nach anderthalb Stunden geht’s weiter, Meter machen. Der schmucklose Highway mit dem schmückenden Namen „Queen Elizabeth Parkway“ führt Richtung Toronto. Diese Metropole lassen wir diesmal - soweit es das Verkehrschaos ermöglicht - links liegen und erreichen am Abend Kingston .

Malerisch: Der Ort Niagara-on-the-Lake.

Malerisch: Der Ort Niagara-on-the-Lake. Foto: Gunnar A. Pier

Tag 4: Kalkstein in Kingston

Guten Morgen, Kingston! Eine einladende, freundliche Stadt, die ihre Entstehung der strategisch günstigen Lage an der Stelle verdankt, an der der riesige Lake Ontario in den St.-Lorenz-Strom übergeht. Die Stadt ist geprägt von grauen Kalksteingebäuden. Herausragend: Die City Hall, repräsentativ gebaut und direkt am Ufer platziert. Sie sollte mal das Parlamentsgebäude werden, als im Raum stand, dass Kingston Kanadas Hauptstadt werden könnte.

Größte Besucherattraktion der Stadt, in der übrigens Bryan Adams geboren wurde, sind Bootsfahrten in die Thousend Islands, eine Inselwelt mit tatsächlich über tausend kleinen Eilanden. Auf der „Island Belle I“ starten wir unseren Törn. Es schaukelt gewaltig, so ist es eine spannende Schiffsfahrt - doch die Szenerie enttäuscht eher: Viele kleine Inseln sind während der anderthalbstündigen Fahrt nicht zu sehen, dafür ist wohl einer der ebenfalls angebotenen längeren Törns sinnvoll.

Egal, die Sonne scheint, der Wind weht, uns geht's gut.

Die City Hall in Kingston sollte mal das Parlament von Kanada beherbergen - als Kingston noch Hauptstadt werden sollte.

Die City Hall in Kingston sollte mal das Parlament von Kanada beherbergen - als Kingston noch Hauptstadt werden sollte. Foto: Gunnar A. Pier

Gegen Mittag starten wir zum nächsten Ziel, nehmen die Nebenstrecke und juckeln über Land vorbei an hölzernen Gehöften. Tempo 80 ist hier erlaubt - das entschleunigt.

Am späten Nachmittag ist das Hotel The Metcalfe im Herzen von Kanadas Hauptstadt Ottawa erreicht. Die erste Erkundung führt uns direkt zum schmucken Parlamentsgebäude ein paar Gehminuten entfernt. Das ist ein gut funktionierender Appetizer für den kommenden Tag.

Tag 5: Potters Parlamentsgebäude

Die Sonne strahlt, vor dem blauen Himmel wirkt das Parlamentsgebäude noch imponierender. Woran erinnert es: Schlösser? Landhäuser? Hogwarts? Gleich neben dem zentralen Peace Tower geht’s durch eine flughafenähnliche Sicherheitskontrolle. 2014 war ein Attentäter ins Gebäude gerannt und hat um sich geschossen, seitdem sind sie selbst hier im friedlichen Kanada vorsichtig.

Bei öffentlichen Führungen hat Jedermann die Gelegenheit, das Gebäude zu entdecken. Vorbei geht’s an den Porträts der bisherigen Premierminister. Guide Charlotte erklärt knapp das Regierungssystem, das mit Abgeordneten und Senatoren dem britischen System sehr ähnlich ist. Derzeit regiert der liberale Justin Trudeau, er bekam bei der letzten Wahl 2015 die absolute Mehrheit.

Charlotte zeigt die prächtigen Hallen und Gänge. „Ich fühle mich hier immer wie Harry Potter“, sagt sie. Wir sehen die Sitzungssäle und den Stuhl der Queen, die allerdings 1972 zuletzt hier war.

In der Hauptstadt Ottawa

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  • Das Parlamentsgebäude im Herzen von Kanadas Hauptstadt Ottawa.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Im Museum of Canadian History lassen sich viele Tage verbringen.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Das Unterhaus (The House of Commons) im Parlament von Kanada in Ottawa

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Eine Fähre befördert Menschen vom Parlamentshügel (im Hintergrund) zum Geschichtsmuseum.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Die "Northern Lights: Sound & Light Sho" zeigt allabendlich einen Abriss der kanadischen Geschichte - projeziert auf die Fassade des Parlamentsgebäudes.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Vom Peace Tower aus zu sehen: Die Botschaft der USA.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Im Museum of Canadian History

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Blick aus dem Peace Tower

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Im Jahr 2017 feierte Kanada das 150-jährige Bestehen.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Hogwarts? Nein, das Parlament von Kanada.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Nachts wird es schön angestrahlt.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Hogwarts? Nein, das Parlament von Kanada.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Die Bibliothek im Parlament von Kanada in Ottawa

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Die Bibliothek im Parlament von Kanada in Ottawa

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Im Parlament von Kanada in Ottawa

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Das Unterhaus (The House of Commons) im Parlament von Kanada in Ottawa

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Blick vom Peace Tower Richtung Downtown.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Blick aus dem Peace Tower

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Im Parlament

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Im Museum of Canadian History

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Das Parlamentsgebäude steht auf einem Hügel.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Die "Northern Lights: Sound & Light Sho" zeigt allabendlich einen Abriss der kanadischen Geschichte - projeziert auf die Fassade des Parlamentsgebäudes.

    Foto: Gunnar A. Pier

Krönender Abschluss ist die Fahrt auf den Peace Tower, den zentralen Turm des nach einem Großbrand 1916 wieder aufgebauten Parlamentsgebäudes. Von dort gibt es einen tollen Ausblick auf die Stadt, über das moderne Downtown und auf die schicken alten Gebäude.

Zu sehen ist auch das Museum der kanadischen Geschichte am anderen Ufer des Ontario Rivers. 2017 wurde das Museum neu eröffnet - 150 Jahre, nachdem zunächst die Provinzen Ontario, Quebec, New Brunswick und Nova Scotia das Land Kanada gegründet hatten. Der imposante Bau bietet mehrere Ausstellungen.

Alleine gut anderthalb Stunden dauert der Gang durch die Ausstellung „The Canadian History Hall“. Wer sich darauf einlässt, lernt chronologisch die Geschichte des Landes von den Urzeiten über das Leben der indigenen Völker und die vergebliche Invasion der Wikinger bis hin zur Entdeckung der neuen Welt durch Franzosen und Engländer kennen. Große Themen der kanadischen Geschichte wie der Pelzhandel und die Unabhängigkeitsbemühungen der bis heute französischsprachigen Provinz Québec werden ebenso behandelt. So aufbereitet macht Geschichte richtig Spaß! Wir beschränken uns auf diese zentrale Ausstellung und einen begeisternden Film über den Bau der Eisenbahn quer durch die Rocky Mountains und setzen mit einem Wassertaxi wieder über den Fluss nach Downtown.

Es gibt noch so viel zu sehen in dieser Stadt, in die wir uns direkt verliebt haben. Aber unsere Zeit ist zu knapp, die Füße schmerzen. Der Tag klingt aus mit Eindrücken vom Byward Market und einem schönen Abendessen.

"Nortnern Lights" in Ottawa

Tag 6: Auf dem Schlachtfeld der Geschichte

Bemerkenswert, wie entspannt der Verkehr fließt mitten in der Hauptstadt des zweitgrößten Landes der Erde! Problemlos geht’s noch einmal am Parlament vorbei, dann raus aus der Stadt Richtung Osten. Wir haben eine längere Strecke geplant, deshalb nehmen wir den Highway vorbei an Montreal nach Quebec City, die Hauptstadt der einzigen offiziell französischsprachigen Provinz Québec.

Die Stadt liegt an der Stelle, an der der riesige St.-Lorenz-Strom sich verengt. Dass General Wolfe und seine Leute am 13. September 1759 Schlacht auf der Abraham-Ebene gewannen und Quebec City innehatten, sitzt bis heute tief bei den Menschen. Die Geschichte ist hier allgegenwärtig - auch in Form eines Denkmals, das fairerweise gleich Sieger und Verlierer der Schlacht von 1759 darstellt.

Wir checken ein und laufen einfach ohne Plan los in Richtung Downtown. Die Altstadt wird geprägt vom 611-Zimmer-Hotel Château Frontenac, das hoch über dem Fluss auf einer Anhöhe thront und das optische Zentrum von Québec bildet. Rundherum gibt es kleine Gässchen mit hübschen Läden, französisches Flair weht durch den Ort. Er zeigt seinen besonderen Charme, obwohl es nieselt. (Mehr zu Quebec City: hier)

Impressionen aus Quebec City

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  • Über der Altstadt von Quebec City thront das Fairmont-Hotel Chateau Frontenac.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Französisches Flair weht durch die Altstadt.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Stadtführer Simon Jacobs liebt es, die Geschichte von Quebec City lenbendig zu erzählen.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Place Royale mit der Kirche Notre-Dame-des-Victoires in Quebec-City

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Über der Altstadt von Quebec City thront das Fairmont-Hotel Chateau Frontenac.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Französisches Flair weht durch die Altstadt.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Französisches Flair weht durch die Altstadt.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • La Fresque des Québécois in Quebec-City

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Französisches Flair weht durch die Altstadt.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Über der Altstadt von Quebec City thront das Fairmont-Hotel Chateau Frontenac.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Montmorency-Falls nahe Quebec-City

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Blick von der Montmorency-Falls nahe Quebec-City

    Foto: Gunnar A. Pier

Tag 7:  Geschichte kennen, Stadt verstehen

Zeit, die Stadt genauer zu erkunden. Dazu holt uns Simon Jacobs im Hotel ab zu einer individuellen Stadtführung. „Wollt ihr eher Sehenswürdigkeiten kennenlernen oder Geschichte?“, fragt er. Beides natürlich - und Simon ist in seinem Element. „Man muss die Geschichte kennen, um die Stadt zu verstehen“, erklärt er und verbindet beides fortan auf Unterhaltsamste. Simon zeigt die imposanten Wasserfälle am Stadtrand, aber auch die Reste einer englischen Siedlung gleich nebenan. Er fährt uns - wieder im Regen - über die Plains of Abraham, den Schauplatz der Schlacht von 1759. Sie sind heute ein innerstädtischer Park.

Touristen bleiben meistens etwa drei Tage, berichtet später Kathy Leclerc von Québec Tourisme. Sie verbinden den Besuch gerne mit Montreal, Toronto oder den Niagarafällen oder kombinieren wie wir gleich alles zu einer großen Tour. Im Winter fallen mehrere Meter Schnee. Ein Spektakel, das ebenfalls einen Besuch wert zu sein scheint.

Stadtführer mt Geschichte und Geschichten: Simon Jacobs.

Stadtführer mt Geschichte und Geschichten: Simon Jacobs. Foto: Gunnar A. Pier

Tag 8: Am St.-Lorenz-Strom

Hätten wir weniger Programm oder mehr Zeit einplanen sollen? Vermutlich. Jedenfalls verlassen wir auch Québec nach einer viel zu kurzen Stipvisite am nächsten Morgen.

Am St.-Lorenz-Strom soll es Richtung Osten gehen. „Das Südufer ist langweilig“, hat die Frau an der Hotelrezeption voller Überzeugung erklärt, also bleiben wir erstmal an der Nordseite des Flusses, der schnell so breit ist, dass wir an diesem diesigen Tag das andere Ufer nicht sehen können. Bei der nächsten Gelegenheit biegen wir ab von der Hauptstraße auf eine kurvige Nebenstrecke. Sie führt durch kleine Dörfer mit riesigen Kirchen und bunten Holzhäusern. Immer wieder fällt der Blick über den großen Strom, über den einst die Siedler ins Land segelten.

In Saint-Simeon legt eine Fähre ab. In 75 Minuten fährt sie quer über den gigantischen Strom. Nebel zieht auf, das Horn tutet.

In Saint-Simeon startet eine Fähre quer über den St.-Lorenz-Strom.

In Saint-Simeon startet eine Fähre quer über den St.-Lorenz-Strom. Foto: Gunnar A. Pier

Tag 9: Durch New Brunswick

Einfaches Motel, üppiges Frühstück – willkommen auf dem Land. Die nächste Tagesetappe führt durch New Brunswick, die einzige zweisprachige Provinz Kanadas. Auch hier ist der einstige Kampf der Kulturen - Briten gegen Franzosen - noch zu erkennen. Doch wir überspringen das Thema, legen einen Reisetag in und verpassen diesmal die Highlights. (Mehr zu New Brunswick: hier)

Unterwegs in New Brunswick, Kanada

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  • Beim Festival Le Grand Tintamarre in Caraquet feiern die Acadier ihre französischen Wurzeln.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Freilichtmuseum La Pays de la Sagouine nahe Bouctouche

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Fester Bestandteil des Speiseplans in New Brunswick: Hummer.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Beim Festival Le Grand Tintamarre in Caraquet feiern die Acadier ihre französischen Wurzeln.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Irene Maillet-Belley ("Dorine"), Darstellerin im Freilichtmuseum La Pays de la Sagouine nahe Bouctouche

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Freilichtmuseum La Pays de la Sagouine nahe Bouctouche

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Freilichtmuseum La Pays de la Sagouine nahe Bouctouche

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Beim Festival Le Grand Tintamarre in Caraquet feiern die Acadier ihre französischen Wurzeln.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Beim Festival Le Grand Tintamarre in Caraquet feiern die Acadier ihre französischen Wurzeln.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Freilichtmuseum am Village Historique Acadien

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Beim Festival Le Grand Tintamarre in Caraquet feiern die Acadier ihre französischen Wurzeln.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Freilichtmuseum am Village Historique Acadien

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Denis Breau im Hummer-Laden "Big Fish" in Moncton

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Freilichtmuseum La Pays de la Sagouine nahe Bouctouche

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Freilichtmuseum am Village Historique Acadien

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Beim Festival Le Grand Tintamarre in Caraquet feiern die Acadier ihre französischen Wurzeln.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Freilichtmuseum La Pays de la Sagouine nahe Bouctouche

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Beim Festival Le Grand Tintamarre in Caraquet feiern die Acadier ihre französischen Wurzeln.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Grande-Anse

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Beim Festival Le Grand Tintamarre in Caraquet feiern die Acadier ihre französischen Wurzeln.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Freilichtmuseum am Village Historique Acadien

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Irene Maillet-Belley ("Dorine"), Darstellerin im Freilichtmuseum La Pays de la Sagouine nahe Bouctouche

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Freilichtmuseum am Village Historique Acadien

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Grande-Anse

    Foto: Gunnar A. Pier

Tag 10 und 11: Auf nach Cape Breton

Eine Landzunge verbindet New Brunswick mit Nova Scotia, der östlichsten Provinz Kanadas. Man spricht wieder englisch, die Szenerie ist maritim. Nova Scotia ist nahezu komplett von Wasser umgeben, der Hummer gehört hier zur Kultur. Malerische Küstenstraßen, beschauliche Örtchen, unberührt wirkende Natur im Inneren - ideal für ruhige Tage. (Mehr zu Nova Scotia: hier)

Bei strahlendem Sonnenschein geht es an der Nordküste entlang, dann rüber auf die Halbinsel Cape Breton. Das touristische Programm muss warten: Besuch bei einem alten Freund, der vor Jahren ausgewandert ist. (Mehr zum Auswanderer: hier)

Zu Besuch in Nova Scotia, Kanada

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  • Gräber von Titanic-Opfern auf dem Fairview Lawn Cemetary in Halifax.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Vogelscheuchen als Attraktion: "Scarecrow-Festival" in Mahone Bay.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Malerisch: Der Ort Peggy's Cove.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Tom Goodwin, Whale Watching Ocean Explorations Zodiac Whale Cruises in Tiverton/Nova Scoti.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Darf in Nova Scotia nie fehlen: ein Hummer.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Hummer-Fischer Frazier Shaw.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Malerisch: Der Ort Peggy's Cove.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Malerisch: Der Ort Peggy's Cove.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Tom Goodwin, Whale Watching Ocean Explorations Zodiac Whale Cruises in Tiverton/Nova Scoti.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • TV-Koch Alain Bosse ("The kilted chef").

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Gräber von Titanic-Opfern auf dem Fairview Lawn Cemetary in Halifax.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Gräber von Titanic-Opfern auf dem Fairview Lawn Cemetary in Halifax.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Gräber von Titanic-Opfern auf dem Fairview Lawn Cemetary in Halifax.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Halifax.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Vogelscheuchen als Attraktion: "Scarecrow-Festival" in Mahone Bay - mit der königlichen Familie.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Whitewater Tidal Bore Rafting Tours auf dem Shubenacadie River.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • TV-Koch Alain Bosse ("The kilted chef").

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Whitewater Tidal Bore Rafting Tours auf dem Shubenacadie River.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Mitten in Nova Scotia: Ein Straßenschild weist den Weg nach "New Germany".

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Lunenburg

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Nova Scotia

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Lunenburg

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Malerisch: Der Ort Peggy's Cove.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Vogelscheuchen als Attraktion: "Scarecrow-Festival" in Mahone Bay.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Vogelscheuchen als Attraktion: "Scarecrow-Festival" in Mahone Bay.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Malerisch: Der Ort Peggy's Cove.

    Foto: Gunnar A. Pier

Tag 12: Endstation Halifax

Im Einwandermuseum „Pier 21“ (Reportage: hier) gibt es weitere Aspekte der Besiedlung Kanadas zu entdecken. Beim Einbürgerungstest sammeln wir unheimlich viele Punkte. Welche Provinzen haben 1867 Kanada gegründet? Reisen bildet, wir sind gerade durchgefahren: Ontario, Quebec, New Brunswick, Nova Scotia. Später kam British Columbia an der Westküste hinzu und wurde per Bahnlinie angebunden. Davon handelte vor ein paar Tagen der Film im Canadian Museum of History in Ottawa.

Im Hafen legt ein Kreuzfahrtschiff an. Es fährt später weiter in den St.-Lorenz-Strom - vorbei an Quebec City, Montreal, Kingston, Toronto. Die Passagiere haben vor sich, was wir gerade hinter uns haben.

Das Einwanderermuseum "Pier 21" in Halifax

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  • Einwanderermuseum "Pier 21" am Hafen von Halifax, Nova Scotia, Kanada.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Einwanderermuseum "Pier 21" am Hafen von Halifax, Nova Scotia, Kanada

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Wenn Dinge nicht eingeführt werden durften, landeten sie im Mülleimer.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Einwanderermuseum "Pier 21" am Hafen von Halifax, Nova Scotia, Kanada

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Einwanderermuseum "Pier 21" am Hafen von Halifax, Nova Scotia, Kanada

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Einwanderermuseum "Pier 21" am Hafen von Halifax, Nova Scotia, Kanada

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Einwanderermuseum "Pier 21" am Hafen von Halifax, Nova Scotia, Kanada

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Wenn das Kreuzfahrtschiff "Queen Mary II" in Halifax ist, legt es direkt am "Pier 21" an.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Einwanderermuseum "Pier 21" am Hafen von Halifax, Nova Scotia, Kanada

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Barbara Morris im Einwanderermuseum "Pier 21" am Hafen von Halifax, Nova Scotia, Kanada.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Einwanderermuseum "Pier 21" am Hafen von Halifax, Nova Scotia, Kanada

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Einwanderermuseum "Pier 21" am Hafen von Halifax, Nova Scotia, Kanada

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Einwanderermuseum "Pier 21" am Hafen von Halifax, Nova Scotia, Kanada

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Einwanderermuseum "Pier 21" am Hafen von Halifax, Nova Scotia, Kanada

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Einwanderermuseum "Pier 21" am Hafen von Halifax, Nova Scotia, Kanada

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Einwanderermuseum "Pier 21" am Hafen von Halifax, Nova Scotia, Kanada

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Wenn das Kreuzfahrtschiff "Queen Mary II" in Halifax ist, legt es direkt am "Pier 21" an.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Heritage Interpreter Fraser MacKay (blaues Hemd) im Einwanderermuseum "Pier 21" am Hafen von Halifax, Nova Scotia, Kanada.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Einwanderermuseum "Pier 21" am Hafen von Halifax, Nova Scotia, Kanada

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Einwanderer Chris im Einwanderermuseum "Pier 21" am Hafen von Halifax, Nova Scotia, Kanada.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Heritage Interpreter Fraser MacKay (blaues Hemd) im Einwanderermuseum "Pier 21" am Hafen von Halifax, Nova Scotia, Kanada

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Abbildung des Schiffs SS Queen Frederica im Einwanderermuseum "Pier 21" am Hafen von Halifax, Nova Scotia, Kanada.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Abbildung des Schiffs SS Neptunia im Einwanderermuseum "Pier 21" am Hafen von Halifax, Nova Scotia, Kanada.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Wenn das Kreuzfahrtschiff "Queen Mary II" in Halifax ist, legt es direkt am "Pier 21" an.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Abbildung des Schiffs SS Queen Mary im Einwanderermuseum "Pier 21" am Hafen von Halifax, Nova Scotia, Kanada.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Einwanderermuseum "Pier 21" am Hafen von Halifax, Nova Scotia, Kanada

    Foto: Gunnar A. Pier

Tag 13: Tschüss, Kanada

Von Halifax geht’s zurück nach Frankfurt.

Tipps für die Reiseplanung

Anreise: Unter anderem Condor fliegt von Frankfurt nach Toronto und Halifax. Wer rechtzeitig bucht, kann es für unter 600 Euro hin- und zurückschaffen.

Unterwegs: Mietwagen sind in Kanada günstiger als in vielen anderen Ländern – bei einer Tour wie dieser aber wird eine Einweg-Gebühr fällig, wodurch sich die Kosten etwa verdoppeln. Richtwert: 1000 Euro für eine zweiwöchige Fahrt.

Planung: Verschiedene Veranstalter bieten Autoreisen an. Wer auf eigene Faust reisen möchte, findet nützliche Informationen auf der offiziellen Tourismus-Seite im Internet:  www.canada.travel

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Mythos Kanada

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  • Traumurlaub: Mit dem Wohnmobil durch die Rocky Mountains.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Ein indianisches Glückssymbol: Der Inukshuk. Dieser steht in Vancouver.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Dieser Zug gehört zum Stolz des Landes: Der "Canadian" braucht für die Reise von Toronto nach Vancouver dreieinhalb Tage.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Spezialität in Nova Scotia: Hummer, hier präsentiert von TV-Koch Alain Bosse ("The kilted chef").

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Manche Ecken sind nur per Wasserflugzeug zu erreichen - wie der Little Doctors Lake im Nahanni National Park in den Northwest Territories.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Nur für Mutige: Rundgang auf dem Dach des CN-Towers in Toronto.

    Foto: CN Tower
  • Postkartenidylle: Peggy's Cove in Nova Scotia an der Ostküste.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Gletscher-Touren mit Spezialbussen werden auf dem Columbia Icefield in den Rocky Mountains angeboten.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Prägnante Kulisse: Toronto.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Metropole im Westen: Vancouver.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Traumurlaub: Mit dem Wohnmobil durch die Rocky Mountains.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Traumurlaub: Mit dem Wohnmobil durch die Rocky Mountains.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Lunenburg in Nova Scotia.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • In der Provinz Quebec wird französisch gesprochen.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Die Niagara-Fälle gehören zu den touristischen Highlights.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Prairie-Romantik in Saskatchewan.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Auf einem Friedhof in Halifax wurden die Opfer der Titanic begraben.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Aus der Luft: Vancouver.

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  • Die Niagara-Fälle.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Malerisch: Lunenburg in Nova Scotia.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Lunenburg

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Der Nahanni National Park in der Northwest Territories ist nur mit einem Wasserflugzeug zu erreichen.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Beim Festival Le Grand Tintamarre in Caraquet, New Brunswick, wird immer am 15. August die französische Kultur gefeiert.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Interessante Warnschilder in New Brunswick . . .

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Eine Provinz leuchtet blau-weiß-rot: New Brunswick an der Ostküste.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Der Bär gehört zum Mythos Kanada - hier ein Schwarzbär in New Brunswick.

    Foto: Gunnar A. Pier

 

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Brückeneinbau ist Millimeterarbeit
Mit zwei großen Kränen wurde die Verbindungsbrücke vom Brillux-Gelände über die Weseler Straße gehoben.
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