Frankreich
Charme der Renaissance

Das erste römische Theater in ganz Frankreich ist in Lyon ebenso zu finden, wie labyrinthische Gassen und lebhafte Restaurants.

Samstag, 08.12.2018, 06:00 Uhr

Es ist eng in den meist spärlich beleuchteten Durchgängen. Aber das romantische Labyrinth hat etwas Anziehendes. Außerdem haben sich die Bewohner der Altstadt von Lyon längst daran gewöhnt, im eigenen Haus Fremden zu begegnen, die gerade die Passagen – Traboules genannt – zwischen den Häusern durchqueren. Gelegentlich führen sie von Innenhof zu Innenhof oder über mehrere Stockwerke.

Lyon für Kulturliebhaber

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  • Von der Brücke aus, die über die Saône führt, kann man dem Aufgang zum Hügel Fourvière beginnen, rechts im Bild ist die Kathedrale zu sehen.

    Foto: Beate Kopmann
  • [Traumhaft: der Blick auf den Hügel Fourvière vom Ufer der Saône]

    Foto: Beate Kopmann
  • Hoch auf dem Hügel ist die viertürmige Basilika Notre-Dame de Fourvière zu sehen, im Vordergrund befindet sich die Kathedrale von Lyon.

    Foto: Julia Bidault/Lyon Tourisme
  • Die Saône fließt entlang der Altstadt. An ihren Ufern befinden sich stark befahrende Straßen, aber auch Promenaden, auf denen man flanieren kann.

    Foto: Tristan Deschamps/Lyon Tourisme
  • Der Lyon-Run ist ein Marathon, der über eine weite Strecke direkt an der Saône entlangführt. Wem die Puste noch nicht ausgegangen ist, der hat einen schönen Blick auf den Hügel Fourvière.

    Foto: Beate Kopmann
  • Der Eingangsbereich der Basilika Notre-Dame de Fourvière. Die Kirche gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe.

    Foto: Beate Kopmann
  • Viele Brücken führen über die Saône, wie hier beim Übergang zum Viertel Saint Georges, direkt in der Altstadt gelegen.

    Foto: Tristan Deschamps/Lyon Tourisme
  • Das römische Theater von Lyon ist eine der sehenswertesten Attraktionen der Stadt. Vor allem im Sommer sind Theateraufführungen oder Open-Air-Konzerte sehr beliebt.

    Foto: Beate Kopmann
  • Einen grandiosen Ausblick hat man vom Hügel Fourvière auf die Stadt. ildzeile Foto]

    Foto: Beate Kopmann
  • Das Musée des Confluences sieht aus wie eine Kristallwolke aus Glas, Beton und Edelstahl und liegt am Zusammenfluss von Rhône und der Saône. Das Museum stellt die neuesten Entwicklungen im Bereich Wissenschaft dar und zeigt über zwei Millionen Objekte aus dem 16. Jahrhundert bis heute.

    Foto: Quentin Lafont / Musée des Confluences
  • Im Musée des Confluences: Das Highlight des Museums sind zwei zu 80 Prozent vollständige Dinosaurierskelette.

    Foto: Beate Kopmann
  • Die Saône zieht sich mitten durch Lyon, wo sie mit der Rhône zusammenfließt.

    Foto: Beate Kopmann
  • Der Lyon-Run ist ein Marathon, der über eine weite Strecke direkt an der Saône entlangführt. Wem die Puste noch nicht ausgegangen ist, der hat einen schönen Blick auf den Hügel Fourvière.

    Foto: Beate Kopmann
  • Die Traboules sind Treppenhaus-Konstruktionen, die den Durchgang von einer Straße zur anderen ermöglichen, gegebenenfalls durch Innenhöfe und mitunter über verschiedene Ebenen.

    Foto: Brice Robert/Lyon Tourisme
  • Traboules sind vor allem in Lyon, aber auch in Villefranche-sur- Saône und Saint-Étienne zu finden.

    Foto: Beate Kopmann
  • Die Traboules zählen zu den besonderen Sehenswürdigkeiten von Lyon.

    Foto: Brice Robert/Lyon Tourisme
  • Die Traboules sind Treppenhaus-Konstruktionen, die den Durchgang von einer Straße zur anderen ermöglichen, gegebenenfalls durch Innenhöfe und mitunter über verschiedene Ebenen.

    Foto: Beate Kopmann
  • Die Traboules sind Treppenhaus-Konstruktionen, die den Durchgang von einer Straße zur anderen ermöglichen, gegebenenfalls durch Innenhöfe und mitunter über verschiedene Ebenen.

    Foto: Brice Robert/Lyon Tourisme
  • In den Traboules befindet sich der berühmte Tour Rose, der rosarote Turm. Er ist heute Teil eines Hotels und Restaurants und gehört zu den Wahrzeichen von Lyon.

    Foto: Beate Kopmann
  • In der Stadt, die für ihre alte Seidenindustrie berühmt ist, befinden sich noch heute viele Fachgeschäfte.

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  • Catherine de Rivaz erläutert, dass über einige Jahrhunderte lang der Wohlstand Lyons im wahrsten Sinne des Wortes am seidenen Faden hing.

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  • In den „Bouchons“ wird Geselligkeit großgeschrieben. In diesen typischen Restaurants von Lyon werden eine reichhaltige Küche und lokale Produkte serviert.

    Foto: Beate Kopmann
  • Das Musée Miniature et Cinéma befindet sich direkt in der Altstadt von Lyon.

    Foto: Beate Kopmann
  • Im iMusée de miniature et cinéma sind original Requisiten aus zahlreichen Filmen zu sehen. Weil Museumsleiter Dan Ohlmann gleichzeitig ein großer Miniaturenkünstler ist, finden sich hier auch mit viel Liebe zum Detail gestaltete kleine Wunderwelten.

    Foto: Beate Kopmann
  • Im Musée de la Miniature et cinema sind auch Miniaturen zu sehen, die zum Film "Das Parfum" gehören.

    Foto: Beate Kopmann
  • Das Museum im Priorat von Salles im Beaujolais führt den Besucher zunächst in die Geschichte des Gebäudes ein, bevor er auf dem weiteren Rundgang dessen Überreste entdeckt.

    Foto: Beate Kopmann
  • Vom Kreuzgang im Museum im Priorat von Salles im Beaujolais ist nur eine Galerie mit anmutigen Säulen übrig, die den Blick auf den Kapitelsaal (15. Jh.) öffnet, dessen Gewölbe sich auf einen zentralen Pfeiler stützen.

    Foto: Beate Kopmann
  • Die Beaujolais-Weinstraße beginnt in der Wein- und Gaumenstadt Lyon.

    Foto: Beate Kopmann
  • Das nördlich der Stadt Lyon gelegene Weinbaugebiet Beaujolais [boʒɔˈlɛ] ist geographisch zwar ein Teil von Burgund, bildet aber aufgrund der deutlich anderen Charakteristik der Weine eine eigene Weinbauregion.

    Foto: Beate Kopmann
  • Im Beuajolas sieht man Weinberge, so weit das Auge blicken kann.

    Foto: Beate Kopmann
  • Idyllische kleine Dörfer prägen die Landschaft im Beaujolais.

    Foto: Beate Kopmann
  • Winzer Jean-Jacques Paire hat in seinem Weinkeller im Beaujolais auch ein kleines Museum eingerichtet.

    Foto: Beate Kopmann
  • Winzer Jean-Jacques Paire demonstriert den Besuchern, was bei der Weinprobe zu beachten ist.

    Foto: Beate Kopmann
  • Wegen seiner harmonischen Gesamtgestaltung, der Fenster mit interessanten historischen und religiösen Szenen, der Grabmäler im Inneren der Kirche und vor allem wegen seiner einzigartigen Steinmetzarbeiten ist das Kloster Brou ein Bauwerk von höchstem künstlerischen und historischen Rang.

    Foto: Beate Kopmann
  • lDas ehemalige Kloster Brou ist ein großes Bauwerk der Spätgotik in der Stadt Bourg-en-Bresse. Foto]

    Foto: Beate Kopmann
  • Das mittelalterlich Dorf Oingt liegt rund 30 Kilometer nordwestlich von Lyon im Weinbaugebiet Beaujolais.

    Foto: Beate Kopmann
  • Oingt bietet ein wunderbares Panorama auf die Hügel des Pays Beaujolais.

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  • Das mittelalterliche charmante Dorf Oingt, mit seinen Häusern aus Stein mit goldenen Farben und seinen kleinen Läden kann Urlauber wirklich nur bezaubern.

    Foto: Beate Kopmann
  • Das Château de Bagnols, eine durch acht Jahrhunderte französische Lebensart geprägte Festung, beherrscht das Weinbaugebiet Beaujolais.

    Foto: Beate Kopmann
  • Bei schönen Wetter bietet das Château de Bagnols auch im Außengelände viel Gelegenheit, noch stilvoll Wein zu trinken.

    Foto: Beate Kopmann

Sandrine Dubois lebt im Vieux Lyon, dem „alten Lyon“, und hat an ihrem Haus eine Plakette angebracht, deren Inschrift den Besuchern dankt, wenn sie beim Durchqueren des Hauses Ruhe wahren. Abschrecken will die Hausbesitzerin damit nicht. Im Gegenteil: „Der beste Weg, Lyon zu entdecken, ist neugierig zu sein, an Türen zu klopfen und zu gucken, ob sie offen sind.“

Das ist nicht immer der Fall. Und meistens kennen nur die Touristenführer den Code für die Haustür. Eine von ihnen ist Catherine de Rivaz. Ihr Tipp für alle, die lieber auf eigene Faust unterwegs sind. „In die Traboules kommt man am leichtesten, wenn man dem Briefträger folgt – also vormittags.“

In der engen Altstadt war ursprünglich kein Platz für zusätzliche Querstraßen. Daher nutzten die Bewohner die Gänge als Abkürzungen. Bereits im vierten Jahrhundert entstanden sie als Verbindung, um zum Fluss Saône zu gelangen und den Transport von Waren zu erleichtern. In einer dieser Traboules findet sich der berühmte „Tour Rose“. Der rosa Turm mit seinen Bogenfenstern, Winkeln und Wendeltreppen gehört zu den Wahrzeichen von Lyon.

1998 wurde das Stadtviertel Vieux Lyon von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärt. Die Altstadt ist eines der größten erhaltenen Renaissance-Viertel in Europa und schimmert in dezenten Rosa- und Ockertönen. Die Sträßchen und Gassen bewahrten den Charme der Renaissance, einer Zeit, in der sich in Lyon Händler aus ganz Europa trafen. Ihre Häuser aus dem 15. und 16. Jahrhundert beherbergten damals die reichen Familien der Bankiers und italienischen, aber auch deutschen und flämischen Kaufleute.

Am Rande der Altstadt ragt der Hügel Fourvière mit der Kathedrale Notre-Dame in den Himmel. Hier wurde Lyon 43 vor Christus von den Römern gegründet. „Auf diesem Hügel steht auch das erste römische Theater in ganz Frankreich“, erzählt Catherine de Rivaz. Es wurde unter Kaiser Augustus erbaut. 10 000 Besucher fanden hier Platz. Ein kleineres Amphitheater, das sich ebenfalls in Lyon befindet, hat eine dunklere Geschichte. „Dort haben Christenverfolgungen stattgefunden. Wir haben 48 Namen von Christen, die hier im Jahr 177 getötet wurden.“

Dabei wird Fourvière heute „Hügel des Gebets“ genannt. Diese Namensgebung kann jeder nachvollziehen, der den steilen Aufstieg gemacht hat – entweder zu Fuß oder per Seilbahn. Oben steht man vor einer gigantischen, viertürmigen Basilika. Die Kirche hatten die Lyonaiser der Jungfrau Maria – Schutzpatronin der Stadt – versprochen, sollten die Preußen im Krieg 1870/71 die Stadt verschonen. Dieser Wunsch ging in Erfüllung.

Vom Fourvière-Hügel aus hat man den schönsten Blick über die Stadt. „Ich kann sogar den Mont Blanc sehen“, strahlt Catherine de Rivaz, die erklärt, was alles von der Esplanade aus zu erblicken ist. Zum Beispiel „Croix-Rousse“, der zweite Hügel von Lyon, auch „Hügel der Arbeit“ genannt, weil hier die Hochburg der industriellen Seidenweberei war.

Lyon ist eben auch eine Stadt der Gegensätze – vor allem in der Architektur. Angefangen bei den vielen Römerspuren bis zum modernen Hafenviertel Confluence. Hier, wo Saône und Rhône zusammenfließen, spielt die Zukunftsmusik. Auch optisch zu erkennen am Musée des Confluences, dessen Architektur an ein Raumschiff erinnert. Der Name leitet sich von der Lage ab: dem Zusammenfluss der beiden Flüsse. Das 2014 eröffnete Museum will neue Entwicklungen im Bereich der Wissenschaft darstellen und die Grundfragen der menschlichen Gesellschaften verständlich machen.

Lyon ist eine gute Adresse für Kulturliebhaber. Zu ihnen zählen Christoph und Anne. Sie fahren fast jeden Sommer nach Südfrankreich – über die A 7, die an Lyon vorbeiführt. Dieses Jahr machten sie erstmals einen Stopp. Nur für eine Nacht. Sie wollten die berühmte Küche von Lyon testen. Schließlich haben von den rund 2000 Restaurants der Stadt 14 einen Michelin-Stern. Starköche wie Paul Bocuse haben in Lyon dafür gesorgt, dass die „Haute Cuisine“ auch unter das Volk gebracht wird. Jeder Anlass wird genutzt, um essen zu gehen. Gerne in den Bouchons, in denen es meist laut und lustig zugeht. Die Bouchons sind einst für die Seidenarbeiter entstanden, die nach harten Arbeitstagen deftig und gut essen mussten. Die Würstchen aus Innereien mit dem Namen Andouillettes schmecken auch Christoph und Anne. Überhaupt sind sie begeistert von Lyon und wollen nächstes Jahr wiederkommen – wahrscheinlich für fünf Tage. Schließlich braucht es Zeit, um die Stadt zu genießen.

Kino: Das Musée Cinéma et Miniature zeigt Requisiten berühmter Filme. Viele kommen direkt aus Hollywood.

www.museeminiatureetcinema.fr.

Sterneküche: Wer sich in einem Schloss von einem Sternekoch verwöhnen lassen möchte, sollte das Château de Bagnols ansteuern, 30 Kilometer von Lyon entfernt. www.chateaudebagnols.com

Allgemeine Infos: www.france.fr

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