Irlands herzliche Mitte
Abtauchen in die Geschichte

Fünf Grafschaften bilden Irlands verborgene Mitte. Die Hauptrolle in den Countys spielt hier die Natur, die mit viel Grün und viel Wasser die Besucher in ihren Bann zieht.

Freitag, 18.10.2019, 17:16 Uhr
Wenn das Wetter mitspielt, bietet Irlands Mitte beeindruckende Ausblicke.Viele Kirchen und Kapellenkünden von der christlichen Tradition in Irland. Manche sind allerdings nur noch Ruinen, wie hier im Forest und Activity Park am Lough Key. Günter Saborowski
Wenn das Wetter mitspielt, bietet Irlands Mitte beeindruckende Ausblicke.Viele Kirchen und Kapellenkünden von der christlichen Tradition in Irland. Manche sind allerdings nur noch Ruinen, wie hier im Forest und Activity Park am Lough Key. Günter Saborowski Foto: Günter Saborowski

Wenn das Wetter in Irland schlecht ist, warte einfach fünf Minuten.“ Manchmal braucht es allerdings auch eine halbe Stunde, bis der Wind die Wolken in Richtung England vertreibt. Auf jeden Fall bleibt durch die regel­mäßige Berieselung von oben und das milde Klima des Golfstroms alles schön grün auf der „Grünen Insel“. Und die hat inmitten ihres vielen Grüns außer den bekannten Attraktionen wie den Cliffs of Moher am Wild ­Atlantic Way, dem Ring of Kerry oder der Halbinsel Dingle deutlich mehr zu bieten. Es kennt nur kaum einer.

Ireland‘s Hidden Heartland, übersetzt mit Irlands verborgene Mitte, erstreckt sich über die Countys Meath, Cavan, Leitrim, Roscommon und Fermanagh, das schon zu Nordirland gehört. Dort wurden unter anderem einige Teile der Serie „Game of Thrones“ gedreht. Im Lough Erne Golf Resort, ebenfalls in Fermanagh gelegen, fand im Jahr 2013 der G 8-Gipfel statt, bei dem Barack Obama zur Entspannung auch ein wenig den Golfschläger auf dem angrenzenden Gelände geschwungen hat.

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Von Wandern über Radfahren, Reiten und Golfen auf über 400 Anlagen bietet die Gegend vielfältige kulturelle Sehenswürdigkeiten, die sich bei einer Tour durch die fünf Grafschaften entspannt in ein bis zwei Wochen abgrasen lassen. Kirchen und Klöster wie die St. Georges Church in Carrick-on-Shannon oder die Boyle Abbey an der Hauptstraße von Dublin nach Sligo liegen quasi auf dem Weg ins Hinterland und bieten interessante Informationen über das Leben der Menschen und Mönche in früheren Zeiten. Wer‘s noch genauer wissen will, muss sich für das Rathcroghan Visitor Centre in Tulsk Zeit nehmen und kann in die Mythologie, Geschichte und Archäologie Irlands eintauchen.

Wo man in Irland auch hinkommt, irgendwann kommt immer die Rede auf die große Hungersnot in den 1840er Jahren, verbunden mit der Auswanderungswelle. „Natürlich hatte der Landlord den Leuten nur die billigste Passage zur Verfügung ­gestellt. Was zur Folge hatte, dass 65 Prozent der Menschen auf der Überfahrt nach Kanada ums Leben kamen“, erklärt Aiden vor der Gedenktafel am ­Strokestown House, wo auch das Irish Famine ­Museum beheimatet ist. Bis vor 100 Jahren wurde Strokestown House vom Landlord Dennis Mahon und seiner Familie bewohnt. Dass dem Guide die Geschichte seines Landes heute immer noch nahegeht, zeichnet sich deutlich in seiner Mimik und Gestik ab, mit der er die Geschichte des „Great Famine“ (große Hungersnot) und des „National Famine Walk“ nach den katastrophalen Kartoffelernten der Jahre 1845 bis ‘47 rüberbringt.

Spannende Outdoor-Aktivitäten

Gebäude Nummer zwei, das eine interessante Geschichte beherbergt, jedoch 1957 durch einen Brand vollkommen zerstört wurde, ist das Rockingham House im Lough Key Forest and Activity Park. Für dieses riesige Gelände muss sich der Besucher, will er alles einmal ausprobieren, einen ganzen Tag Zeit nehmen. Im Angebot sind Wanderungen, Segway-Touren, ein Baumwipfelpfad, eine Bootstour zu den 17 kleinen Inseln und schließlich Boda Borg – eine Erfindung aus Schweden, bei der es sich um ein Haus handelt, in dem die Teilnehmer mit Herausforderungen und Abenteuern fertigwerden müssen. Mannschaften von drei bis fünf Personen müssen das Haus erkunden und Fragen beantworten oder Aufgaben erfüllen. Wissen und Zusammenarbeit sind hier erforderlich. Einige Iren haben daraus schon eine wahre Meisterschaft gemacht.

Ausgezeichnete irische Küche

Wer glaubt, in Irland käme nur Irish Stew auf den Tisch, der sollte sich in Carrick-on-Shannon den Pub Oarsman nicht entgehen lassen oder bei Sternekoch Neven Maguire in die Kochschule gehen. Im im Michelin geführten MacNean House wird der Gaumen auf eine unvergleichliche Art und Weise verwöhnt, die auf der Zunge und im Gedächtnis bleibt.

Über allen Einkehr- und Besichtigungsmöglichkeiten, die Ireland‘s Hidden Heartland bietet, steht jedoch die faszinierende Landschaft. Wer sich die Zeit nimmt, die fünf Grafschaften mit dem Auto zu „erfahren“, wird mit herrlichen Eindrücken belohnt – natürlich grünen. Rechts und links der schmalen Straßen, die einem bei Gegenverkehr schon mal den Schweiß auf die Stirn treiben können, grasen Schafe und Rinder. Es ist hügelig und kurvig. Mais-Monokulturen oder schwarze Äcker, die auf Landwirtschaft hindeuten – Fehl­anzeige. Dafür unzählige Seen in allen Größen, die sich über die Countys Cavan, Leitrim und Roscommon bis nach Farmanagh hochziehen. Hier dürfte Golfers Herz höherschlagen, Barack Obama hat die Anlage am Lough Erne in Enniskillen schließlich auch gefallen.

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