Outdoor-Paradies Mitteljütland
Einfach treiben lassen

Wälder, Seen, Hügel und die nahe gelegene Ostsee: Mitteljütland besticht durch die Vielfalt seiner Natur. Dänemarks größte Wald- und Seenlandschaft gilt als Paradies für Outdoor-Sportler und Erholungsuchende. Jedes Tempo ist erlaubt – von rasant bis gemütlich.

Samstag, 23.11.2019, 12:00 Uhr aktualisiert: 25.11.2019, 09:40 Uhr
Sein Besuch lohnt sich allein schon der Aussicht wegen. Ganz Jütland liegt ihm zu Füßen.
Sein Besuch lohnt sich allein schon der Aussicht wegen. Ganz Jütland liegt ihm zu Füßen. Foto: VisitSilkeborg

Abfahrten? Schön und gut. Aber die ständigen Anstiege gehen Mathis (10) auf die Kondition und auf die Nerven. Da hilft es auch gar nichts, dass Christian (18), der einheimische Mountainbike-Guide, ihn immer wieder mit dem gleichen Satz zu trösten versucht: „Wir sind gleich oben.“

„Oben“ ist in Mitteljütland nicht wirklich ganz weit oben, für Anfänger allerdings fühlt es sich nach Bergbesteigung an: Die Trails im riesigen, bunt belaubten und vor allem hügeligen Waldgebiet bei Silkeborg haben es in sich. „Das hier ist eine absolute Mountainbike-Hochburg“, sagt Christian, ein Nachwuchstalent aus der Riege der dänischen U-19-Junioren. Pro Woche radeln – oder rasen – durchschnittlich 1600 Mountainbiker über perfekt präparierte Pisten, nehmen enge, schräge Kurven und springen über Baumstümpfe und Wurzeln. „Wir haben ideale Bedingungen“, freut sich der 18-Jährige und ruft der kleinen Gruppe in seinem Schlepptau schnell noch ein „Achtung!“ zu, bevor es zu spät ist: „Gleich kommt eine Brücke, vor der ihr vielleicht lieber absteigen wollt . . .“ Die Brücke entpuppt sich als schmaler Steg ohne Geländer. Mathis rast jauchzend drüber – der Rest der Familie schiebt.

Malerischer Wanderpfad

Kein Problem: Hier kann jeder machen, was er will, wie er es will und wann er es will. Die Wald- und Seenlandschaft nahe der jütländischen Ostseeküste gilt als Paradies für Outdoor-Sportler und Erholungsuchende, für Radler, Jogger, Golfer, Kanuten, Pilzsammler, Saunagänger und „Heißen-Kaffee-nach-langen-Spaziergängen“-Genießer. Die Natur ist der Star, ein Selbstbedienungsladen mit übervollen Auslagen, unendlichen Wäldern, vielen kleinen und großen Gewässern und Hügeln, die manchmal sogar „Bjerget“ heißen, also „Berg“. Der 147 Meter hohe Himmelbjerget, der sich über dem Wasserspiegel des Julsees erhebt, galt bis Mitte des 19. Jahrhunderts sogar als höchste Erhebung des Landes. Auch wenn dieser Superlativ aufgrund neuerer Messungen längst Geschichte ist, lohnt ein Besuch allein der Aussicht wegen noch immer.

Mitteljütland: Hier ist die Natur der Star

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  • Der 147 Meter hohe „Himmelbjerget“ galt bis Mitte des 19. Jahrhunderts sogar als höchste Erhebung Dänemarks. Drumherum lässt sich wunderbar entspannt wandern.

    Foto: VisitSilkeborg
  • Mitteljütland ist Dänemarks größte Wald-...

    Foto: Magnus Torfoss/VisitSilkeborg
  • ...und Seenlandschaft. Im Herbst besticht die Natur durch unendliche Farbenvielfalt.

    Foto: VisitSilkeborg
  • Wanderer teilen sich die Wälder mit Pilzsammlern, aber auch zahlreichen Mountainbikern. Die allerdings fahren auf eigens ausgewiesenen Trails.

    Foto: Simone Quach Hougaard, VisitSilkeborg
  • Der „Traekstien“ folgt kilometerlang dem Lauf des Flusses Gudenå. Ist allerdings der Wasserstand des Flusses zu hoch, wird der malerische Wanderpfad überflutet.

    Foto: Carsten Voß
  • Silkeborg von oben: Die 46.000-Einwohner-Stadt gilt als Outdoor-Hauptstadt Dänemarks.

    Foto: Magnus Torfoss, VisitSilkeborg
  • „AQUA Aquarium & Tierpark“, mitten in Silkeborg gelegen, gibt einen besonderen Einblick in die heimische Tierwelt. Dort kann man unter anderem Otter aus der Taucherperspektive und von oben betrachten.

    Foto: markbjerre / VisitSilkeborg
  • Der Tollund-Mann, eine über 2500 Jahre alte Moorleiche, wird im Museum Silkeborg gezeigt.

    Foto: VisitSilkeborg
  • Aarhus, Europäische Kulturhauptstadt 2017, ist von Silkeborg nur 40 Autominuten entfernt. Wer die Hafen- und Universitätsstadt besucht, sollte Zeit mitbringen.

    Foto: Carsten Voß
  • Aarhus von oben: Vom „Salling Rooftop“, einer kostenlos begehbaren Glasrampe in 25 Meter Höhe auf dem Dach eines Kaufhauses, bietet sich eine fantastische Aussicht.

    Foto: Carsten Voß
  • Das Kunstmuseum ARoS ist mit 20.700 Quadratmetern auf zehn Etagen eines der größten – und ambitioniertesten – in Nordeuropa.

    Foto: Carsten Voß
  • Ein kreisrunder Laufsteg in Regenbogenfarben, eine Installation des Künstlers Olafur Eliasson, ermöglicht einen außergewöhnlichen Blick auf die Stadt, den Hafen und die Ostseebucht.

    Foto: Carsten Voß
  • Das Kunstmuseum ARoS von innen: spektakulär schön.

    Foto: Carsten Voß
  • Für den kleinen – oder auch größeren – Hunger zwischendurch ist „Aarhus Street Food“, neben dem Busbahnhof gelegen, die erste Adresse. Über 30 Straßenküchen und Bars offerieren Street Food aus (fast) aller Welt.

    Foto: Carsten Voß
  • Aarhus ist quirlig und lässig, mondän und gemütlich zugleich.

    Foto: Carsten Voß
  • Abendstimmung in Aarhus.

    Foto: Carsten Voß
  • In „Den Gamle By“, der alten Stadt inmitten der Stadt, gehen die Besucher auf eine Zeitreise, schlendern durch original eingerichtete Häuser und Werkstätten aus dem 19. Jahrhundert...

    Foto: Carsten Voß
  • ...und durch die 1920er und 1970er Jahre. Kinder haben freien Eintritt!

    Foto: Carsten Voß

Ansonsten ist „Wasser“ in der Region ein bestimmendes Thema – auch da, wo man es nicht vermutet. Mal enden Wanderwege in einer morastigen Sackgasse, mal sind sie komplett überflutet wie der „Traekstien“, ein an sich malerischer Wanderpfad, der kilometerlang den Windungen des Flusses Gudenå folgt. Früher haben hier Kahnführer mit Pferden die schweren Lastkähne zwischen Silkeborg und Randers gezogen, heute können Wanderer stundenlang entspannt am Fluss entlangschlendern, sofern der Pfad nicht – wie an diesem Tag – hüfthoch unter Wasser steht. „Kommen Sie wieder“, rät ein älterer Herr im Vorbeigehen. „Es lohnt sich auf jeden Fall!“

Informationen

Silkeborg gilt als Outdoor-Hauptstadt Dänemarks. Profi-Sportler, vor allem Mountainbiker und Kanuten, nutzen die Wald- und Seenlandschaft für ihr Training, darüber hinaus bleibt mehr als genug Platz für Freizeitsportler und Erholungsuchende. Tipps und Informationen: www.visitsilkeborg.de . Bei schlechtem Wetter: Aquarium & Tierpark Aqua ( www.visitaqua.dk ) oder Museum Silkeborg mit dem Tollund-Mann, einer über 2500 Jahre alten Moorleiche ( www.museumsilkeborg.dk ). Aarhus, 40 Autominuten von Silkeborg entfernt, ist das perfekte Ziel für einen Tagesausflug, bietet aber auch mehr als genug Sehenswertes für einen Mehrtages-Trip. Infos: www.visitaarhus.de

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Also dann, lieber ins Trockene, vorbei an Weihnachtsbaumplantagen, für die es hier außergewöhnlich gute Bodenverhältnisse gibt, in den Aquapark in Silkeborg, wo man Otter und andere seltene heimische Tierarten aus der Taucherperspektive und von oben beobachten kann. Oder ins 40 Minuten entfernte Aarhus. Die Hafen- und Universitätsstadt ist eine einzige Inspiration – mondän und gemütlich, lässig und lebendig, historisch und modern. 2017 war Aarhus Europäische Kulturhauptstadt und hat sich nicht nur aus diesem Anlass immer wieder neu erfunden.

Vergangenheit regelrecht anfassen

Wer ein bisschen Zeit mitbringt, tut gut daran, sich einfach treiben und Aarhus auf sich wirken zu lassen: den Hafen mit den gigantischen Containerschiffen auf See und einer einzigartigen Architektur an Land, die quirlige City mit ihren gemütlichen Cafés, die engen Gassen im „Latin Quarter“, die fantastische Aussicht vom „Salling Rooftop“, einer kostenlos begehbaren Glasrampe auf einem Kaufhaus in 25 Meter Höhe.

Nicht verpassen: das Kunstmuseum Aros, mit 20.700 Quadratmetern auf zehn Etagen eines der größten – und ambitioniertesten – in Nordeuropa. Eines Tages will Aros zu den wichtigsten Kunstmuseen der Welt zählen. Schon heute unverwechselbar: ein kreisrunder Laufsteg in Regenbogenfarben auf dem Dach des Museums. Von hier aus eröffnet sich ein außergewöhnlicher Blick auf die Stadt, den Hafen und die Ostseebucht. Die Installation des dänisch-isländischen Künstlers Olafur Eliasson ist wie das Museum selbst ein spektakuläres Erlebnis für alle Sinne.

In „Den Gamle By“, der „alten Stadt“ inmitten der Stadt, gehen die Besucher auf Zeitreise, schlendern durch original eingerichtete Häuser und Werkstätten aus dem 19. Jahrhundert, durch die 1920er und 1970er Jahre. Hier kann man Vergangenheit nicht nur sehen, sondern regelrecht riechen und anfassen. Unbedingt ausprobieren!

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