Kein Wegwerfprodukt
So überlebt der Weihnachtsbaum im Topf

Die geschnittene Nordmanntanne ist in Deutschland zu Weihnachten der Hit im Wohnzimmer. Sie hat einen Marktanteil von 75 bis 80 Prozent. Doch immer häufiger sieht man auch Weihnachtsbäume im Topf im Handel. Worauf sollten Käufer dabei achten?

Sonntag, 24.12.2017, 04:36 Uhr aktualisiert: 24.12.2017, 09:23 Uhr
Die Auswahl an Nadelgehölzen im Topf steht der an geschlagenen Weihnachtsbäumen kaum nach, so dass für jeden Geschmack etwas dabei ist.
Die Auswahl an Nadelgehölzen im Topf steht der an geschlagenen Weihnachtsbäumen kaum nach, so dass für jeden Geschmack etwas dabei ist. Foto: Christin Klose

Berlin (dpa/tmn) - Alle Jahre wieder erstrahlen zur Weihnachtszeit überall geschmückte Bäume in festlichem Glanz. Doch nicht immer müssen dafür Tannen, Fichten und Kiefern gefällt werden. Der Handel bietet auch eine Auswahl an Nadelbäumen, die in einem Topf wachsen.

«Wer einen Weihnachtsbaum im Container kauft, hat einen doppelten Nutzen: Er kann ihn nach den Feiertagen in den Garten auspflanzen und ihn so als Lebewesen erhalten», erklärt Martin Sämann , Mitglied im Gremium Immergrüne und Koniferen im Bund deutscher Baumschulen (BdB).

Tipps von der Feuerwehr für ein sicheres Weihnachtsfest

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  • Holen Sie den Weihnachtsbaum erst einige Tage vor dem Weihnachtsfest ins Haus. Die Bäume trocknen dort sehr schnell aus. Im Haus sollte der Baum ständig im Wasser stehen, um der Austrocknung ein wenig vorzubeugen.

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  • Adventskränze und Weihnachtsbäume trocknen mit der Zeit aus und sind dann umso leichter entflammbar. Trockenes Tannengehölz brennt mit hoher Geschwindigkeit und Temperatur ab, eine Ausbreitung auf das ganze Zimmer oder die Wohnung ist deshalb stets möglich. Halten Sie aus diesem Grund einen Feuerlöscher bzw. einen Eimer gefüllt mit Wasser bereit.

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  • Stellen Sie Ihren Weihnachtsbaum so auf, dass er sicher und in ausreichender Entfernung zu brennbaren Gegenständen (wie z. B. Gardinen) steht.

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  • Bevorzugen Sie bitte elektrische Kerzen als Weihnachtsbaumschmuck. Achten Sie darauf, dass auch die elektrischen Kerzen nur dann leuchten, wenn Sie zuhause sind. Legen Sie Wert darauf, ausschließlich Lichterketten zu verwenden, die mit dem VDE-Symbol versehen sind (Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e. V.).

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  • Brennende Kerzen sollten am Weihnachtbaum nicht angebracht werden. Sollten dennoch echte Kerzen Verwendung finden, achten Sie besonders darauf, dass zu darüber liegenden Zweigen genug Abstand bleibt. Zünden Sie die Kerzen stets von hinten nach vorn und von oben nach unten an. Verfahren Sie beim Löschen in umgekehrter Reihenfolge. Achten Sie auch auf wehende Gardinen oder Vorhänge.

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  • Kerzen brauchen einen festen Stand und sollten nur in geeignete und nichtbrennbare Halterungen aufgestellt und entzündet werden. Vermeiden Sie brennbare Unterlagen oder Materialien in der näheren Umgebung (Gardinen, Papierserviette, Geschenkpapier). Achten Sie hierbei auch auf spielende Kinder und den Einwirkungsbereich Ihrer Haustiere.

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  • Brennen Sie Wunderkerzen nie in unmittelbarer Nähe zum Weihnachtsbaum bzw. brennbaren Materialien ab, und entfernen Sie glühende Reste sorgfältig. Halten Sie abgebrannte Wunderkerzen ausreichend lang unter kaltes Wasser bevor sie entsorgt werden.

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  • Bewahren Sie Feuerzeuge und Zündhölzer stets außer Reichweite von Kindern auf.

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  • Brennen Sie Kerzen nie unbeaufsichtigt ab. Löschen Sie Kerzen, bevor sie heruntergebrannt sind.

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  • Auch bei der Zubereitung eines Festessens sollte stets bedacht  werden, dass brennendes Fett in Pfannen oder Fritteusen nie mit Wasser gelöscht werden darf. Spritzendes Fett ist höchst gefährlich! Legen Sie im Falle eines Falles den Deckel auf Topf oder Pfanne, und nehmen Sie das Behältnis von der Herdplatte. Ein fest sitzender Deckel erstickt das Feuer und die Flamme erlischt.

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  • Im Falle eines Brandes: Wählen Sie bei einem Brand oder Unfall sofort den Notruf 112. Nur eine schnelle Meldung bietet Gewähr für effektive Hilfe.

    Unternehmen Sie nur Löschversuche, bei denen Sie sich nicht selbst gefährden.

    Schließen Sie möglichst Fenster und Türen.            (Sie stoppen so eine evtl. Ausbreitung des Brandes)

    Verlassen Sie die Wohnung und warnen ggf. Ihre Mitbewohner.

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  • Haben Sie noch kein Weihnachtsgeschenk? Dann schenken Sie doch einen Rauchwarnmelder.

    Insbesondere wenn der in Wohnungen gesetzlich geforderte Rauchwarnmelder noch fehlt, können Sie mit diesem Lebensretter nicht nur eine Freude machen, sondern auch die Sicherheit der Beschenkten erhöhen. Rauchwarnmelder  sollten der DIN 14604 entsprechen.

    Ein weiteres Qualitätsmerkmal ist das „Q“. Dieses steht für

    • geprüfte Langlebigkeit und Reduktion von Falschalarmen
    • erhöhte Stabilität
    • fest eingebaute Batterie mit mindestens 10 Jahren Lebensdauer
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Beim Kauf gilt es, nicht nur auf die Ästhetik und einen schönen Wuchs zu achten. «Der Baum muss ordentlich im Topf stehen und die Proportionen zwischen Topf und Pflanze müssen stimmen, damit sie nicht bei jedem Windstoß umfällt», erklärt Sämann. Auch das Nadelkleid sollte man sich genauer ansehen: Braune, trockene Nadelspitzen seien kein gutes Zeichen.

Wichtigste Voraussetzung für ein Weiterleben ist ein gesundes Wurzelwerk. «Der Wurzelballen sollte schön und fest in sich gewachsen und nicht brüchig sein», rät Marja Rottleb , Gartenexpertin beim Naturschutzbund Deutschland (Nabu). Empfehlenswert sind Bäume, die von klein auf in Containern gezogen oder von Baumschulen mehrfach fachgerecht verschult - sprich umgetopft - wurden.

Heller Standort

Von Nadelgehölzen, die ausgestochen wurden, sollte man besser die Finger lassen. Sie sind zwar oftmals günstiger im Preis, das Geld ist allerdings verschenkt: «Sobald seine Wurzeln verletzt wurden, ist ein Baum nicht mehr überlebensfähig», so Rottleb.

Da der Nadelbaum in der Vorweihnachtszeit in der Regel kühles Wetter gewohnt ist, ist es sinnvoll, ihn nicht sofort nach dem Kauf in das Wohnzimmer zu stellen. «Am besten akklimatisiert man ihn ein bis zwei Tage im Keller oder in der Garage», rät Bernd Oelkers, Vorsitzender des Bundesverbands der Weihnachtsbaum- und Schnittgrünerzeuger in Deutschland. Im Zimmer sollte der Baum einen hellen Standort und alle zwei bis drei Tage Wasser bekommen - am besten von unten über eine untergestellte Schale. Der Container sollte daher Löcher im Boden haben.

Anders als der geschnittene Baum sollte das Weihnachtssymbol im Topf nur wenige Tage im Zimmer stehen. Und das am besten möglichst kühl, damit er nicht antreibt und weiterwächst. «Je wärmer die Pflanze steht, umso mehr Stress bedeutet das für sie», erklärt Sämann. Schließlich muss sie nach dem Weihnachtsfest wieder nach draußen umziehen. Auch hier ist es ratsam, den Baum wieder ein bis zwei Tage lang zu akklimatisieren und den Wurzelballen anschließend gegen Frost zu schützen, damit er nicht durchfriert.

Trotzdem: Gartenexperten sind eher skeptisch, dass der Nadelbaum im Topf ein weiteres Weihnachtsfest erlebt. «Wenn der Topf groß genug, das Substrat qualitativ gut ist und der Baum regelmäßig gewässert und gedüngt wird, ist es einen Versuch wert», sagt Sämann. «Erfahrungsgemäß geht das aber nach hinten los.» Daher wird der Baum am besten in den Boden gegeben, sobald dieser frostfrei ist.

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