Specials
Im Jahr 2016 waren 40 % aller Straftaten in Bielefeld Diebstähle

Aus Sicht der Kriminalbeamten war das Jahr 2016 interessant. Denn vierzig Prozent der Straftaten, die allein in der Stadt Bielefeld begangen wurden, entfielen auf Diebstähle . Und genau diese sind für viele Beteiligten ein Problem, da sie so vielfältig ausfallen können. Was ist ein Diebstahl? Taschendiebe, Ladendiebe, Raubüberfälle, doch auch der Datendiebstahl fallen in diese Straftatenkategorie. Für Geschäftsbesitzer und Unternehmen sind Diebe ein gewaltiges Problem und sie suchen vermehrt nach Wegen, sie zu verhindern. Aber wie funktioniert das, gerade, wenn es sich um den Diebstahl von Daten handelt? Dieser Artikel prüft das Thema einmal.

Mittwoch, 21.02.2018, 04:02 Uhr

Specials: Im Jahr 2016 waren 40 % aller Straftaten in Bielefeld Diebstähle
Nicht jedes Schloss schreckt Fahrraddiebe ab. Foto: @ natefarr (CC0-Lizenz) / pixabay.com

Welche Arten von Diebstahl gibt es?

Wenn auch in allen Fällen eines Diebstahls etwas verloren geht, so unterscheiden sich die Delikte deutlich voneinander. Aufgrund dieser Unterschiede gibt es jedoch auch nicht eine einzige, universelle Möglichkeit, sie zu verhindern:

-      Fahrraddiebstahl - dieses Delikt geht oft unbeobachtet vonstatten und bezieht in den wenigsten Fällen Opfer mit ein. Zumeist greifen Diebe die Räder schlichtweg dort ab, wo sie abgestellt werden: An Bahnhöfen, vor Supermärkten, an Laternenpfählen oder auch in Wohnhausnähe. Das Problem ist vielseitig und lässt sich oft nur durch eine ständige Überwachung lösen.

-      Ladendiebstahl - hier wird in Geschäften gestohlen. Ob es sich dabei um Elektronikgeschäfte, Supermärkte, Drogerien oder andere Shops handelt, ist unerheblich. Diebe gehen mittlerweile auf verschiedenen Weisen vor, wobei das schnelle Einstecken von Diebesgut in die Jacken- oder Hosentasche noch die einfachste Variante ist.

-      Trickdiebstahl - hierunter fallen mitunter die Hütchenspieler. Trickdiebstahl ist allgemein bekannt, dennoch fallen täglich Personen auf die Anbieter rein und entledigen sie ihres Geldes. Eine abgewandelte Form ist, dass der Diebstahl nicht direkt durch das Spiel begangen wird, sondern durch die Ablenkung der jeweiligen Person.

-      Taschendiebstahl - dieser passiert nahezu täglich in den Innenstädten, auf Märkten oder an Orten mit großem Menschenauflauf. Auch hier können Diebe unterschiedlich vorgehen. Mal stehlen sie die gesamte Tasche, indem sie sie vom Opfer reißen, mal greifen sie unbemerkt in die Taschen. In anderen Fällen arbeiten Diebe zusammen und lenken das Opfer ab, während der andere den Diebstahl begeht.

-      Datendiebstahl - hiermit sind nicht nur Hacker gemeint, sondern auch Mitarbeiter von Unternehmen, die Kundendaten oder andere empfindliche Daten für sich abspeichern und diese weitergeben oder verkaufen.

-      Autodiebstahl - der ist natürlich ebenfalls ein Problem und kommt häufiger vor, als viele glauben. Autos sollten immer korrekt abgeschlossen abgestellt werden, inklusive der geschlossenen Fenster. Wer mit einer Fernbedienung arbeitet, sollte prüfen, ob das Auto auch tatsächlich verschlossen ist. Und hier gilt: Wertgegenstände dürfen nie im Auto zurückbleiben.

Natürlich gibt es noch andere Diebstahlformen. Wichtig ist jedoch die Abgrenzung zum Raub. Bei einem Diebstahl werden Personen nicht bedroht oder verletzt, während bei einem Raub diese Delikte ebenfalls vorhanden sind. Auch Einbrüche zählen nicht zum Diebstahl an sich.

Bummeln

Taschendiebstahl oder auch Ladendiebstahl ist nach wie vor weit verbreitet - potenzielle Opfer sollten deshalb auf der Hut sein. Foto: @ Free-Photos (CC0-Lizenz) / pixabay.com

Wie können sich Betroffene schützen?

Die Frage für alle ist natürlich, wie sich Diebstähle verhindern lassen. Da sie so vielseitig sind, gibt es jedoch keine gemeinsame Lösung. Ein Ladenbesitzer hat völlig andere Möglichkeiten als die alte Dame, die sich auf dem Wochenmarkt schützen möchte. Der Pendler, der im Sommer mit dem Fahrrad zum Bahnhof fährt, muss ebenfalls einen anderen Weg finden. Ein Überblick:

-      Fahrradfahrer - ein Radfahrer kann eigentlich nur Vorsichtsmaßnahmen treffen . Die wichtigste Maßnahme ist, dass das Rad bereits beim Kauf registriert wird, sodass es im Notfall als gestohlen gemeldet und wiedergefunden werden kann. Zudem ist ein sicheres Schloss notwendig, das weder leicht aufgebrochen, noch umgangen werden kann. Der letzte Schritt sollte sein, möglichst einen überwachten Abstellort zu finden.

-      Städtebummler - wer schlichtweg durch die Innenstädte oder in Menschenmengen geht, der sollte achtsam sein und darauf achten, Wertgegenstände niemals offen oder leicht zugänglich zu tragen. Gerade Handtaschen mit einem einfachen Reißverschluss, die sich im Getümmel liebend gerne auf den Rücken schieben, sind gefährlich. Es mag zwar nicht praktisch sein, aber eine Bauchtasche, in der Handy, Schlüssel und Geldbörse sind und die unter der Jacke getragen wird, hat noch niemandem geschadet. Wer auf Wochenmärkten einkaufen geht und einen Einkaufstrolley nutzt, der sollte diesen nicht unbeaufsichtigt lassen. Und Vorsicht: Wer angesprochen wird, der sollte besonders achtsam sein.

-      Ladenbesitzer - sie haben einen gewaltigen Vorteil gegenüber Privatpersonen. Da sie das Hausrecht in ihrem Geschäft haben, können sie mitunter einen Sicherheitsdienst oder Ladendetektive beschäftigen. Hier ist es auch möglich, sich mit anderen Ladenbesitzern zusammenzuschließen und gemeinsam gegen Diebe vorzugehen. Auch die Kennzeichnung von Waren und ein Detektor am Ausgang sind sinnvoll.

-      Geschäftsinhaber und Datendiebstahl - werden Daten gestohlen, empfiehlt sich die Beauftragung einer spezialisierten Detektei, die den Verursacher ausfindig machen kann . Das können computeraffine Detekteien sein, aber auch Securityfirmen aus dem Computerbereich.

Auch Privatpersonen dürfen, wenn sie einen Diebstahl beobachten, eingreifen und den Dieb festhalten, bis die Polizei oder eine andere Ordnungskraft kommt. Allerdings sollte dieser Schritt genau überlegt sein, da vom Jedermannrecht eine erhöhte Verletzungsgefahr ausgeht und heute niemand weiß, wie ein Dieb reagiert, wenn er gestellt wird. Und wie verhält man sich, wenn ein Diebstahl geschah? Jeder Diebstahl sollte der Polizei gemeldet werden. Hierbei ist es völlig unerheblich, ob es sich um die Geldbörse, das Fahrrad oder um den Sonnenschirm im Garten handelt.

Fazit - jeder muss achtgeben

Diebstähle lassen sich letztendlich nur durch die Allgemeinheit eingrenzen, denn viele Diebe handeln tatsächlich nach dem Motto »Gelegenheit macht Diebe«. Gerade Privatpersonen sollten in Innenstädten und innerhalb von Menschenmengen gezielt auf ihre Habseligkeiten achten und sich nicht scheuen, die Polizei vorsorglich zu informieren, wenn sie auffällige Personen sehen. Laden- und Firmenbesitzer können sich an Detekteien und Sicherheitsdienste wenden, um die Diebstähle im Laden einzugrenzen. Hier gilt mitunter, dass die versuchten Diebstähle abnehmen, wenn sich herumspricht, dass ständig Sicherheitspersonal oder Ladendetektive anwesend sind. Oftmals schließen sich Geschäftsbesitzer auch zusammen, um das Problem gemeinsam anzugehen.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5541017?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F198%2F711292%2F1728122%2F
Bürgerinitiative kritisiert „Hitze-Inseln“ im Schutzgebiet
Rasthof Münsterland-West: Bürgerinitiative kritisiert „Hitze-Inseln“ im Schutzgebiet
Nachrichten-Ticker