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Der Spitzensport kommt in die Jahre - wie schaffen die das?

Mit Ende 30 noch im Spitzensport? War vor drei Dekaden nahezu undenkbar. Heute sieht das anders aus. Dirk Nowitzki, Roger Federer und Tom Brady sind nur drei Sportler, deren Karriere einfach nicht enden will. Kein männliches Phänomen: Bei den Damen finden sich auch einige Beispiele.

Dienstag, 13.11.2018, 14:25 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 13.11.2018, 11:15 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Dienstag, 13.11.2018, 14:25 Uhr
Specials: Der Spitzensport kommt in die Jahre - wie schaffen die das?
Spitzensportler können ihre Leistung mittlerweile immer länger abrufen. Foto: Colourbox.de

Kraft und funktionelle Leistung lassen im Alter nach, die Regenerationsfähigkeit lässt nach, Pausen müssen länger dauern. Das sind Binsenweisheiten, die jeder Fitnesstrainer kennt. Wenn es aber so schlimm ist mit dem Sport im Alter, wie schaffte es dann Claudia Pechstein , kurz vor ihrem 44. Geburtstag noch die Silbermedaille im Eisschnelllauf über 5.000 m zu holen? Radrennprofi Jens Voigt knackte noch mit 43 Jahren den Stundenweltrekord. Der Erfolg der "älteren Generation scheint sich durch die verschiedensten Sportarten zu ziehen. Boxweltmeister, Schwimmer, Dressurreiter, Turnerinnen und sogar Tennisspielerinnen haben sie den 1990er Jahren immer wieder ihre Karriere bis ins Alter von 45 Jahren ausgebaut.

Normalerweise baut Muskelmasse im Alter ab

Die Regenerationsfähigkeit des Körpers lässt im Laufe der Jahre nach. Am leistungsfähigsten ist der menschliche Körper im Alter von 20 bis 30 Jahren. In diesen Jahren setzt er Energie am effizientesten in Muskelleistung um. Danach arbeitet er immer weniger effizient. Wirklich schlimm wird der Leistungsabfall aber nicht, denn theoretisch braucht es bis zum 90. Lebensjahr, bis die Leistungskurve auf das Niveau von 15jährigen fällt.

Viele Einzelfaktoren kommen zusammen, wenn der Körper altert. Er baut weniger Muskelmasse auf, dafür mehr Fettgewebe. Es wird weniger Energie in Leistung umgesetzt. Das Wachstumshormon Testosteron (wichtig für den Muskelaufbau) wird in immer kleinerem Ausmaß ausgeschüttet. Diese Kleinigkeiten kommen zusammen und sollten eigentlich bewirken, dass Sportler ab dem 35. Lebensjahr nicht mehr an frühere Erfolge anknüpfen können.

Training, Ernährung, Ruhephasen: Alles muss dem Alter angepasst werden

Es sind viele Dinge, die sich im Spitzensport im Laufe der Jahre verändert haben. Am wichtigsten ist vermutlich, dass die Sportler und Sportlerinnen seit einigen Jahren auch ein Leben neben dem Sport haben. Viele haben eine Ausbildung in einem normalen Beruf genossen, haben neben der Sportkarriere studiert, haben Familie. Sie sind in einem sozialen Umfeld geborgen, das nicht allein auf dem Sport begründet ist. Sie haben Rückhalt auch außerhalb der Sportkader. Das ist wichtig für die Psyche. Denn es nimmt ein wenig den Druck aus dem Sport, sorgt für Entspannung und damit für eine positivere Gesamtverfassung. Was sich wiederum positiv auf die Leistungsfähigkeit auswirkt.

Heute steht alles im Zeichen des Sports. Vom Tagesablauf über die Zusammenstellung der Mahlzeiten bis hin zu Aufbau und Länge des Trainings, Entspannungsphasen und die Behandlung von Verletzungen oder Erkrankungen. Und die Sportmedizin hat da große Fortschritte erzielt: Von der Ernährung über den Trainingsaufbau bis hin zu Rekonvaleszenzzeiten muss alles dem Alter angepasst werden. Was einem Zwanzigjährigen zu höherer Leistung verhilft, schlägt bei Vierzigjährigen unter Umständen nur noch auf die Hüften.

Großer Vorteil Erfahrung

Menschen, die über viele Jahre hinweg den gleichen Sport betreiben, haben ihren jüngeren Kollegen und Kolleginnen einiges voraus: die Erfahrung. Statt zum alten Sack werden Sportler und Sportlerinnen zu alten Hasen - und das wirkt sich zusammen mit einer dem Alter angepassten Trainingsgestaltung natürlich positiv auf die Leistung aus. Warum sollte eine Karriere also mit 35 Jahren enden? Für manche fängt sie dann erst an.

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