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Was ist im Todesfall zu tun? Ein Ratgeber.

Verstirbt ein geliebter Mensch, ist das immer eine Ausnahmesituation für Verwandte, Freunde und Bekannte. Zudem ist das Thema Tod ein vergleichsweise tabuisiertes Thema, das erst dann zum Pflicht-Thema wird, wenn ein Todesfall sich ereignet hat. Um in dieser Ausnahmesituation eine praktische Handreichung zu erhalten, was zu tun ist, zeigt dieser Ratgeber die notwendigen Schritte.

Freitag, 04.01.2019, 10:54 Uhr aktualisiert: 04.01.2019, 11:03 Uhr
Specials: Was ist im Todesfall zu tun? Ein Ratgeber.
Mit der Wahl eines Bestattungsunternehmens entscheiden sich die Hinterbliebenen auch dafür, welche Aufgaben der Bestatter übernehmen soll. Diese können lediglich die Organisation der Bestattung umfassen, aber auch weitere Aufgaben beinhalten. Foto: pixabay.com © carolynabooth (CC0 Public Domain)

Die ersten Schritte nach dem Tod: Totenschein, Angehörige und Abschied

Je nachdem wo der Mensch verstorben ist, sind es entweder die Angehörigen selbst, die den Arzt kontaktieren oder die Angestellten in Krankenhaus und/oder Pflegeheim, die sich darum kümmern, dass ein Arzt die Formalien rund um Todeszeitpunkt und Todesursache in einem Totenschein dokumentiert. Dieser ist nötig, um die Sterbeurkunde beim Standesamt zu beantragen. Anschließend muss möglichst zeitnah die Information der Angehörigen erfolgen, damit diese die Möglichkeiten haben, Abschied zu nehmen. Dies ist sowohl zuhause möglich als auch im Krankenhaus oder im Pflegeheim.

Die nächsten Schritte, die unmittelbar folgen sollten, sind diese:

  • Damit die Bestattung initiiert werden kann, braucht das Bestattungsunternehmen (je nach Familienstand des Verstorbenen) verschiedene Dokumente. Personalausweis und Geburtsurkunde sind Pflicht. Die Anschrift der Kinder, die Heiratsurkunde, die Sterbeurkunde des Ehepartners sowie das Scheidungsurteil müssen diejenigen vorhalten, die davon betroffen sind.
  • Eine Bestattungsvorsorge, die aktuell nur wenige Menschen haben, sollte schnell zu finden sein und entsprechend umgesetzt werden. Darin dokumentiert ist nicht nur, was mit dem Körper des Verstorbenen passieren soll, sondern auch Hinweise zu einer etwaigen Sterbegeldversicherung sowie zu Faktoren, die inhaltlich und finanziell zu bedenken sind.
  • Zu benachrichtigen sind Versicherungen (Lebensversicherung, Sterbegeldversicherung, Unfallversicherung, Krankenversicherung, Rentenversicherung, Pflegeversicherung, Haftpflichtversicherung, Hausratversicherung und Kfz-Versicherung) sowie ggf. der Arbeitgeber.

In Deutschland gilt die sogenannte Bestattungspflicht. Doch wer ist bestattungspflichtig?

Die Bestattungspflicht ist ein zweideutiger Begriff dafür, dass in Deutschland bestimmte Personen dafür Sorge tragen müssen, dass der Verstorbene bestattet wird. Eine einheitliche Regelung gibt es deutschlandweit nicht, stattdessen gibt es in vielen Bundesländern individuelle Abweichungen. Das in Nordrhein-Westfalen gültige Bestattungsgesetz ist online verfügbar .

Der Bestattungspflichtige beauftragt in der Regel ein Bestattungsinstitut. Der Bestatter übernimmt dann häufig die weiteren Schritte, die nach einem Todesfall zu gehen sind. Ebenso wie bei vielen anderen Dienstleistungen ist auch der Markt an Bestattungsinstituten groß. Im Internet ist es möglich, schnell und einfach Angebote von Bestattungsinstituten zu erhalten und einen Preisvergleich verschiedener Bestatter durchzuführen. Im ersten Schritt sind dazu nur die Angabe des Ortes der Bestattung sowie die Art der Bestattung nötig. Anschließend werden die verschiedenen Angebote gelistet.

Neben der Ausformulierung dessen, was genau angeboten wird (Art der Bestattung und inklusive Leistungen) wird der Preis der Bestattung ausgewiesen. Zudem wird übersichtlich dokumentiert, was das Bestattungsunternehmen mit Blick auf Sarg, Aschekapsel, Blumen, Trauerfeier, Trauerredner, Organisation, Überführung, Formalitäten, Krematorium oder Hausbesuchen anbietet. Eine Kontaktnummer hilft dabei, die jeweiligen Details zu besprechen.

Viele Aufgaben übernimmt der Bestatter – andere nicht

Angehörige eines Verstorbenen können das Bestattungsunternehmen damit betrauen, Abmeldungen durchzuführen. Dann kümmert sich der Bestatter um die Formalien mit dem Einwohnermeldeamt, mit der Krankenkasse, mit der Renten- und Sozialversicherung, um Sonderleistungen wie etwa Blindengeld, Kriegsopferrente, Schwerbeschädigtenausweis. Auch Vorschusszahlungen für die Hinterbliebenen, eine Freigabe seitens der Kriminalpolizei, eine Abmeldung beim Einwohnermeldeamt, die Entwertung des Reisepasses und die Beantragung der Sterbeurkunden in der gewünschten Anzahl können zur Aufgabe des Bestatters werden. Darüber hinaus kann er mit Organisatorischem zur Bestattung sowie zu Trauerfeier und Beisetzung beauftragt werden.

Den Hinterbliebenen selbst bleiben dennoch genug Aufgaben, die sie trotz der anhaltenden Ausnahmesituation zu bewältigen haben:

  • Die Wohnsituation muss gekündigt bzw. neu geregelt werden. Lebt der Verstorbene allein, geht es vornehmlich um die Kündigung des Heimplatzes oder der Wohnung. Lebte die verstorbene Person nicht allein, muss ggf. der Mietvertrag sowie Verträge mit den Energielieferanten umgeschrieben werden.
  • Für Verstorbene, die allein lebten, gilt: Trotz Todesfall endet die Beitrags- bzw. Vertragspflicht nur in den seltensten Fällen ohne explizite Kündigung. Zu bedenken sind in diesem Zusammenhang vor allem Beitragszahlungen an Rundfunk-, Telefon- und Internetanbieter sowie Energielieferanten (Strom, Gas, Wasser u.a.).
  • Abos, Vereinsmitgliedschaften und Spenden, die regelmäßig geleistet wurden, sind ebenso zu kündigen, wie Social Media Accounts aufgegeben werden sollten.
  • Die größte Herausforderung besteht in der Regelung der finanziellen Angelegenheiten, wenn es hierzu keine Vorabinformation gab. Zunächst müssen sich die Hinterbliebenen einen Überblick verschaffen, ggf. Konten schließen und das Finanzamt informieren.
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Liegt ein Testament vor, so muss dies zum Nachlassgericht. Foto: pixabay.com © geralt (CC0 Public Domain)

Nach der Bestattung geht es darum, die Nachlassangelegenheiten im Sinne des Verstorbenen ( wenn ein Testament vorliegt ) oder nach gültigem Recht abzuwickeln. Wurde kein Testament verfasst, ist der Zugriff der rechtmäßigen Erben nur mit einem Erbschein möglich. Dieser ist beim Amtsgericht zu beantragen. Liegt hingegen ein Testament vor, muss dies dem Nachlassgericht vorgelegt werden.

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