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Perspektiven schaffen - Berufsausbildung für die afrikanische Bevölkerung

Die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union haben seit 2015 diverse Maßnahmen ergriffen, um ihre Außengrenzen besser kontrollieren zu können. Damit ist den Menschen in Afrika aber nicht geholfen. Es wird ihnen lediglich erschwert, einer desolaten wirtschaftlichen Situation zu entfliehen. Migration entsteht zumeist nicht durch kriegerische Auseinandersetzungen, sondern ist mit eine Folge der Armut bestimmter Bevölkerungsschichten in den Herkunftsländern.

Montag, 01.07.2019, 08:22 Uhr aktualisiert: 01.07.2019, 08:27 Uhr
Specials: Perspektiven schaffen - Berufsausbildung für die afrikanische Bevölkerung
Die westliche Entwicklungszusammenarbeit mit Afrika spielt eine entscheidende Rolle, um Wirtschaftsmigration zu verhindern. Foto: Pixabay.com / pexels

Zu wenige einheimische Fachkräfte in Afrika - woran liegt es?

Eine Ausbildung nach europäischem Standard findet in der Regel nicht statt. Die Privatwirtschaft bietet kaum Qualifizierungsmaßnahmen an, sie beschäftigt zumeist ungelernte Arbeiter im Niedriglohnsektor. Die Gründe sind vielfältig. Wenige, unzureichend geschulte und überlastete Lehrkräfte, fehlende Berufsschulen und überbetriebliche Ausbildungsstätten. Die Qualität einer Berufsausbildung, so sie denn stattgefunden hat, ist äußerst gering. Selbst qualifizierte Arbeitskräfte werden nicht ausreichend bezahlt, eine Abwanderung nach Europa erscheint vielen als letzter Ausweg.

Warum eine Berufsausbildung so wichtig ist:

Wirksame, humanitäre Hilfe zur Selbsthilfe ist der beste Weg, Menschen in ihren Heimatländern eine aussichtsreiche und positive Zukunft zu ermöglichen. Als Grundlage dient eine fundierte Berufsausbildung. Diese reduziert nicht nur die Armut, sondern sorgt auch für politische Stabilität. Krisen und Korruption werden unterbunden, natürliche Ressourcen und Bodenschätze sind im eigenen Land nutzbar. Ausländischen Firmen und Spekulanten wird so die Möglichkeit genommen, ohne Nutzen für die einheimische Bevölkerung einen ganzen Kontinent auszubeuten. 

Berufliche Qualifizierung für wen?

Grundsätzlich ist eine Berufsausbildung für jeden wichtig, der arbeiten will und kann. Ein festes Einkommen ist der sicherste Weg aus der Armut und ermöglicht ein menschenwürdiges Dasein. Aber gerade die Landbevölkerung hat häufig keine Chance, eine Bildungsstätte zu besuchen. Gleiches gilt für Frauen, die durch bestimmte ethnische oder religiöse Vorgaben gebunden sind. Patriarchalisch geprägte Strukturen erschweren ihnen die Teilhabe. Die hohe Jugendarbeitslosigkeit in Afrika stellt ein weiteres Problem dar. 60 % aller Arbeitslosen sind unter 25. Ältere, kranke und behinderte Menschen finden von vornherein keinen Zugang zum Arbeitsmarkt, obwohl auch sie ihren Beitrag leisten möchten und ein Recht auf Beschäftigung haben.

Förderung der Berufsausbildung:

Praxisorientierte Berufsausbildung mit regionalem Mehrwert wird von verschiedenen Staaten gefördert. Projektteams, zum Beispiel der Friedrich Hospitality Foundation , unterstützen die Planung und Koordinierung für die Errichtung und den Ausbau von Bildungseinrichtungen. Stipendien und Fortbildungsprogramme für Lehrkräfte werden finanziert.

Internationale Unternehmen haben bislang wenig Eigeninitiative gezeigt, nun erhalten sie die Möglichkeit, staatliche Zuschüsse in Anspruch zu nehmen. Grundvoraussetzung ist, dass sie nicht nur für den eigenen Bedarf ausbilden.

Fachkräfte fehlen vor allem in der Landwirtschaft. Vor dem Hintergrund von Bevölkerungswachstum und Klimawandel muss der Anbau von Feldfrüchten und die Viehzucht effizienzsteigernd gestaltet werden. Entscheidend dabei ist, ein Bewusstsein für Umweltschutz und Nachhaltigkeit zu wecken. Diese Problematik war den Menschen in Afrika bisher kaum bekannt. Für die eigenen, korrupten Regierungen und die ausländischen Investoren zählte ausschließlich die Gewinnmaximierung. Nicht zu unterschätzen ist nach wie vor die Bedeutung des Tourismus für Afrika, der für viele Staaten eine der größten Einkommensquellen bleibt. Jener Sektor muss weiterhin gefördert und professionalisiert werden, damit aus Entwicklungshilfe irgendwann ein autarkes System werden kann, Migrationsbewegungen somit verhindert werden können und die Arbeitskraft dadurch im Lande bleibt. Fachkräftemangel ist nämlich nicht nur ein Problem westlicher Staaten.

Fazit:

Die westliche Entwicklungszusammenarbeit mit Afrika spielt eine entscheidende Rolle, um Wirtschaftsmigration zu verhindern. Die Wirtschaftskraft auf diesem Kontinent kann nur gesteigert werden, wenn gut ausgebildete, motivierte Arbeitskräfte in ausreichender Menge zur Verfügung stehen.

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